Drohender Abstieg aus der Bundesliga : Klaus-Michael Kühne will dem HSV keine Finanz-Zusage für die 2. Liga geben

Klaus Michael Kühne beim Richtfest für das Hotel „The Fontenay“. /Archiv
Für den HSV geht es um alles: Siege müssen her. Klaus-Michael Kühne droht derweil mal wieder mit der Einstellung seiner finanziellen Unterstützung.

Der HSV-Mäzen und Anteilseigner sieht andere in der Pflicht und will erst zahlen, wenn die Rechnung wieder stimmt.

shz.de von
18. April 2018, 11:46 Uhr

Hamburg | HSV-Mäzen und Anteilseigner Klaus-Michael Kühne droht, seine finanzielle Unterstützung für den Hamburger SV einzustellen. Sollte der HSV in die 2. Fußball-Bundesliga absteigen, könne er keine Zusage für weitere Mittel geben, sagte er am Dienstag auf einer Veranstaltung der „Welt“ und „Bild“-Zeitung.

Kühne ist größter Einzelinvestor der HSV-Fußball-AG. Er hält 20,57 Prozent der Anteile. Der HSV ist vier Spieltage vor Schluss Tabellenvorletzter mit acht Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz. Bereits am kommenden Sonntag könnte der Abstieg aus der Bundesliga feststehen.

„Gezahlt wird erst, wenn die Rechnung stimmt, und im Augenblick stimmt sie noch nicht“, sagte Kühne. „Ich sehe viele andere in der Pflicht.“ Er wünsche sich, dass etwa der Senat der Stadt dem HSV mehr Gunst und Förderung zukommen lässt. „Ich glaube, dass würde mich wieder motivieren, auch weiter mitzumachen“, ergänzte er.

Hamburgs neuer Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) warf daraufhin ein, dass die Stadt nicht untätig gewesen sei: „Die Leute beim HSV wissen auch, dass wir als Stadt nicht unengagiert sind. Aber die Tore schießen können wir halt nicht.“

„Dass Herr Kühne dem HSV keinen Freibrief erteilt, ist aufgrund der sportlichen Leistungen nicht nur wenig überraschend, sondern komplett nachvollziehbar“, sagte HSV-Vorstand Frank Wettstein am Mittwoch. „Herr Kühne ist ein wichtiger und verlässlicher Partner, für den viele den Club beneiden“, fügte der Finanzvorstand hinzu, der derzeit auch HSV-Vorstandsvorsitzender ist.

Kühne beteuerte, dass er große Sympathien für den Verein habe und großer Fan sei. Doch da er so lange habe leiden müssen, müsse er überlegen, ob er weitermache. „Ich beobachte das genau“, sagte Kühne. Es bestehe zudem noch sehr viel Bedarf, das Management zu verstärken, um zu neuen Ufern aufzubrechen.

Kühne hatte in der Vergangenheit dem Traditionsverein immer wieder mit Krediten und Zuwendungen geholfen. Etwa bei der Verpflichtung von André Hahn, der vor der Saison von Borussia Mönchengladbach zum HSV gewechselt war. In der vergangenen Winterpause hatte der Club aber auf weitere Finanzspritzen des größten Einzelinvestors der HSV-AG verzichtet.

HSV-Aufsichtsratschef Bernd Hoffmann ist optimistisch, eine Lizenz für die kommende Saison in der Bundesliga oder 2. Liga zu bekommen. Dafür braucht er Kühne, mit dem er bereits vor Wochen Kontakt aufgenommen hat. „Es gibt ein Signal, dass Herr Kühne uns weiter positiv begleitet“, sagte er damals. Eine andere Sicht ist bislang nicht bekannt.

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