Partie gegen Aufsteiger Karlsruhe : HSV zurück an der Tabellenspitze – KSC-Pfiffe gegen Jatta

Tom Mickel (v.l.), Sonny Kittel und Jan Gyamerah freuen sich über die eigene Leistung.

Tom Mickel (v.l.), Sonny Kittel und Jan Gyamerah freuen sich über die eigene Leistung.

Die Hamburger ließen ihre Fans am Ende noch mal zittern. Weil Jatta für den HSV auflief, erwägt der KSC Einspruch.

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25. August 2019, 16:40 Uhr

Der Hamburger SV beißt sich an der Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga fest. Die Norddeutschen haben am Sonntag ihr Spiel bei Aufsteiger Karlsruher SC mit 4:2 (2:0) gewonnen. Lukas Hinterseer brachte die Norddeutschen auf der Baustelle Wildparkstadion vom Elfmeterpunkt in Führung (16. Minute), Sonny Kittel erhöhte mit zwei Toren (34., 67.) zwischenzeitlich auf 3:0. Danach kamen die Karlsruher durch Abwehrspieler Daniel Gordon (76.) und Philipp Hofmann (88.) noch auf 2:3 heran, ehe Jairo Samperio in der Nachspielzeit für die Erlösung der Hamburger sorgte (90.+1).

Der HSV hat nach vier Spielen zehn Punkte auf dem Konto und zwei Zähler Vorsprung auf die Verfolger Arminia Bielefeld und VfB Stuttgart. Für Frust bei den Norddeutschen sorgte jedoch, dass Bakery Jatta bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde. Als der Gambier, dessen Identität in einem Bericht der „Sport Bild“ angezweifelt wurde, nach einem Foul am Boden liegen blieb, skandierten KSC-Fans: „Steh auf, du Sau!“

KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer entschuldigte sich für das Verhalten einiger Fans:

Das war nicht gut von unseren Fans. Da möchte ich mich auch hier dafür entschuldigen. Oliver Kreuzer

Einseitiges Spiel wird noch zur Zitterpartie

Vier Jahre nach dem Relegations-Krimi gegen den KSC, den die Hamburger in der Verlängerung äußerst glücklich gewonnen hatten, schien es diesmal eine einseitige Partie zu werden. Was souverän begann, wurde für die Hamburger jedoch zur Zitterpartie. Der HSV hatte Spiel und Gegner in der ersten Halbzeit im Griff, leistete sich nach dem Seitenwechsel aber Unkonzentriertheiten in der Abwehr und brachte sich damit unnötig in Bedrängnis. „Wir sind nach dem 3:0 in ein Fahrwasser geraten, in das wir nicht kommen dürfen. Da waren wir zu fahrig in unseren Aktionen. Heute ist es zum Glück gut gegangen“, sagte Abwehrspieler Tim Leibold.

HSV-Trainer Dieter Hecking hatte für eine Überraschung gesorgt, weil er den zuletzt starken Mittelfeldspieler Jeremy Dudziak zunächst auf der Bank ließ und stattdessen Khaled Narey aufbot. Auch in dieser Besetzung diktierte das Team das Geschehen und ging verdient in Führung. Hinterseer verwandelte einen Foulelfmeter sicher zum 1:0. Leibold war von KSC-Profi Lukas Fröde im Strafraum gelegt worden.

Die Hamburger drängten auf weitere Tore. Leibold hatte zunächst mit einem Distanzschuss an die Latte Pech (26.). Kittel nahm wenig später genauer Maß und schoss zum 2:0 ein. Nach dem Seitenwechsel kamen die Karlsruher engagiert aus der Kabine und setzen den Favoriten unter Druck. In dieser Phase wackelte die Hamburger Abwehr. „Wir sind froh, am Ende die drei Punkte geholt zu haben“, meinte Jan Gyamerah erleichtert. Auch das 3:0 durch Kittel, sein viertes Pflichtspieltor für den HSV, brachte nicht die Vorentscheidung.

Es folgten zwei Tore der unermüdlichen Karlsruher, die danach alle Bremsen lösten und zumindest das Remis wollten. Erst das Tor von Jairo sicherte den Hamburger Erfolg. „Ich habe 65 Minuten ein überragendes Spiel meiner Mannschaft gesehen, danach haben wir es nicht seriös zu Ende gespielt“, sagte Hecking. „Aber wir haben die Hürde genommen und nehmen das gerne so mit.“

Der Hamburger SV hat die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga zurückerobert. Das Team von Trainer Dieter Hecking setzte sich am Sonntag mit 4:2 (2:0) bei Aufsteiger Karlsruher SC durch und holte damit den dritten Sieg in Serie.

KSC erwägt Einspruch gegen Spielwertung

Der Karlsruher SC hat sich nach dem 2:4 gegen den Hamburger SV einen Protest gegen die Spielwertung offen gelassen. Hintergrund ist der erneute Einsatz des HSV-Profis Bakery Jatta, an dessen Identität es Zweifel geben soll. „Wir setzen uns die Tage mal zusammen und überlegen, was wir tun“, sagte KSC-Sportdirektor Oliver Kreuzer nach dem Spiel am Sonntagnachmittag.

Schon der 1. FC Nürnberg (0:4) und der VfL Bochum (0:1) hatten nach Niederlagen gegen den HSV Protest gegen die Spielwertung eingelegt. Der FC St. Pauli plant hingegen keinen Einspruch gegen die Derby-Wertung. Das Stadtduell steigt in drei Wochen.

Kreuzer wünschte zwar dem HSV und dem Gambier, „dass das im Sand verläuft“. Der KSC wolle aber auch nicht der Dumme sein, falls sich die Zweifel an Jattas Identität bestätigen sollten.

HSV-Trainer Dieter Hecking verteidigte seinen Spieler nach der Partie erneut und forderte die Behörden auf, die Sache schnell zu klären.

Bakka hat alle Dokumente vorgelegt, und sie sind rechtsgültig. Wenn wir dem Staat und den deutschen Behörden nicht mehr vertrauen können, dann können wir nach Hause gehen. Dieter Hecking
 
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