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Clubs in der Krise : HSV und St. Pauli: Fußball-Hamburg bröckelt dahin

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Hamburg will Sportstadt und Olympia-Gastgeber sein. Doch der Fußball in der Hansestadt steht unter keinem guten Stern. Der HSV und der FC St. Pauli leisten sich einen erschreckend schwachen Start in die Saison.

Hamburg | „Lewis hier“, „Lewis zu mir“: Ankerpunkt im dauerkriselnden HSV-Team ist schon im ersten Training der quirlige Mittelfeldabräumer Lewis Holtby. Der England-Rückkehrer gibt kaum einen Zweikampf verloren, wird von den Mitspielern gesucht und lenkt von der Sechserposition das Aufbauspiel. „Ich habe einfach richtig Bock auf diese Aufgabe“, sagt höfliche der Ex-Schalker mit einem strahlenden Lächeln. „Ich bin dankbar, dass ich die Chance bekommen habe, meinen Traum zu erfüllen. Es ist nicht wichtig, welche Fakten in der Vita stehen, sondern dass man Spaß hat.“

Manager Beiersdorfer hat den 23-Jährigen überzeugt vom Projekt HSV, das trotz diverser neuer Spieler noch stagniert. Der England-Rückkehrer soll Baustein einer neuen Mannschaft werden, die die Orientierungslosigkeit der letzten Jahr in die Geschichtsbücher verbannt. „Wir haben langfristige Pläne mit Lewis“, so der HSV-Boss. Und wieder lastet die HSV-Hoffnung nach einem sportlichen Niederschlag auf den Schultern eines einzigen externen Mannes. Der Spaß könnte Holtby schnell vergehen.

Schon im nächsten Auswärtsspiel bei Hannover 96 sollen mit dem prominenten Neuzugang die Erinnerungen an das 0:3 gegen Paderborn gelöscht werden. Sollte das nicht klappen, liegen wieder die Nerven blank – der schlechteste Fehlstart seit 1972 droht. Schon eine Woche später gastiert Rekordmeister FC Bayern in der Hansestadt. Gegen die Bayern fingen sich die Hamburger zuletzt immer wieder peinliche Niederlagen ein. Trainer Mirko Slomka würde wohl wieder wackeln, Dietmar Beiersdorfer wäre zum Handeln gezwungen.

Ähnlich sieht die Lage beim sonst so ungleichen Stadtrivalen vom FC St. Pauli aus. Die Unruhe bei Fußball-Zweitligisten ist groß. Nach einem desolaten 0:3 im Spitzenspiel gegen den Aufstiegs-Mitkonkurrenten SpvGG Greuther Fürth müssen die Saisonziele möglicherweise schon früh in der Saison neu gesteckt werden. Die Hamburger rutschten durch die Niederlage auf den 14. Tabellenplatz ab.

Trotz der eklatanten Abwehrschwächen, die sich bei der empfindlichen Niederlage vor allem bei den ersten beiden Gegentoren offenbarten, sieht der unter Druck stehende Trainer Roland Vrabec seine Mannschaft auf dem richtigen Weg. „Wir haben eine bessere Spielanlage gezeigt als in den Spielen zuvor“. „Wir haben weiterhin Vertrauen in Roland, müssen jetzt aber analysieren: Wo ist der Hebel, damit man aus dem Kreis ausbrechen kann“, sagte Manager Rachid Azzouzi bei „Sky“ über die derzeitige Situation. Vrabec steht seit Wochen in der Kritik und könnte laut Medienberichten noch in dieser Woche beurlaubt werden.

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erstellt am 02.Sep.2014 | 15:52 Uhr

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