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Hamburg : HSV-Trainer van Marwijk zwischen Hoffnung und Grübeln

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1:3 bei Bayern München klingt besser als 2:9. Der HSV beklagt sogar eine verpasste Chance auf den Gewinn eines Punktes. Nationalspieler Jansen regt zum Hinterfragen an, und der Trainer fordert einen Sieg zum Jahresende.

shz.de von
erstellt am 15.Dez.2013 | 14:23 Uhr

Hamburg | Oliver Kreuzers Prognose von zwölf drohenden Gegentoren und Trainer Bert van Marwijks Weckruf hatten den Profis vom Hamburger SV Beine gemacht. Die 1:3-Niederlage gegen Fußball-Rekordmeister Bayern München am Samstag fiel deutlich moderater aus, als der HSV-Sportchef eine Woche zuvor nach der Bundesliga-Heimniederlage gegen Augsburg befürchtet hatte. Die Hamburger präsentierten sich keineswegs als Kaninchen vor der Schlange. „Es wäre mehr drin gewesen“, kritisierte Trainer Bert van Marwijk. „Wir hatten die Chance, einen Punkt zu holen. Dann muss man das auch tun.“ 

Die engagierte Leistung der Norddeutschen, die sich nach drei deftigen Klatschen in den Vorjahren (2:9, 0:6, 0:5) nicht erneut eine ordentliche Tracht Prügel in München abholen wollten, ließ van Marwijk aber grübeln. „Wenn wir vorige Woche so gespielt hätten, hätten wir drei Punkte mehr auf dem Konto“, meinte der Niederländer verärgert. Das 0:1 in der Vorwoche gegen den FC Augsburg war der Tiefpunkt in seiner Amtszeit.

Rätselhaft bleibt die Sprunghaftigkeit des HSV. „Wenn man gegen Bayern dreimal so viele Torchancen hat wie gegen Augsburg, dann sollte man sich hinterfragen“, empfahl der starke Marcell Jansen.

„Wir haben auf die Kritik der letzten Woche reagiert“, betonte dagegen Pierre-Michel Lasogga, der bereits sein neuntes Saisontor erzielte. Van Marwijk hatte zwei Tage vor der Partie die Selbstzufriedenheit in seiner Mannschaft angeprangert. Einige seien eingeschlafen, man müsse sie wachrütteln, meinte er.

Die Hamburger hätten gern länger als 90 Minuten gespielt. Mit zunehmender Dauer wurden sie kecker und hatten Tormöglichkeiten. Das schlug der Bayern-Führungsriege aufs Gemüt. „Es kann doch nicht sein, dass wir zum Schluss nach dem 2:1 noch halb anfangen zu zittern“, grollte Sportchef Matthias Sammer.

Der Unterschied lag vor dem gegnerischen Tor. „Wir haben unsere Chancen nicht so eiskalt genutzt wie die Bayern“, beklagte Lasogga.

Dass Xherdan Shaqiri das dritte Gegentor in der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte, ist bitter. „Es ist doch scheißegal, ob ich das 1:3 noch kriege. Da mache ich doch hinten auf“, entschuldigte Jansen den späten Gegentreffer. „Wir müssen uns ankreiden, dass wir in der zweiten Halbzeit nicht frecher waren.“ 

Die Bayern hatten zum Glück für den HSV nicht volle Kraft voraus gespielt. Körperlich und mental müssen sie „dem Ende des Jahres Tribut zollen“, erklärte Sammer. In der Bundesliga hat der Titelverteidiger sein „Soll für 2013 erledigt“, wie Karl-Heinz Rummenigge nach der vorzeitig gesicherten 19. Herbstmeisterschaft mit dem Rekordergebnis von 44 Punkten nach 16 Spieltagen bemerkte. Jetzt wollen sie als krönenden Jahresabschluss beim Turnier im marokkanischen Agadir den WM-Titel für Vereinsmannschaften.

Deutlich bescheidener geht es in Hamburg zu. Am letzten Spieltag vor der Winterpause am nächsten Samstag gastiert der 1. FSV Mainz in der Hansestadt. „Wir müssen wirklich alles tun, um das letzte Spiel gegen Mainz zu gewinnen“, forderte van Marwijk. Seine Mannschaft nimmt mit 16 Punkten den 13. Tabellenplatz ein. Jansen kann seinen Coach beruhigen. Auf die kämpferische Leistung in München könne man aufbauen, um „einen positiven Hinrunden-Abschluss hinzulegen“, meinte er.

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