Bundesliga-Rückrunde : HSV reist ohne Walace ins Trainingslager nach Spanien

HSV-Profi Walace erschien nicht zum Abflug ins Trainingslager.
Das Fehlverhalten des wechselwilligen Brasilianers will Jens Todt ahnden.

Der 22-Jährige verlängert eigenmächtig seinen Urlaub und sorgt für neue Unruhe. Der Fehltritt soll Konsequenzen haben.

shz.de von
01. Januar 2018, 14:58 Uhr

Der HSV ist ins Trainingslager nach Spanien gestartet. Die Spieler jetteten per Charter ins andalusische Jerez de la Frontera. Allen voran Markus Gisdol und seine Kicker sind ab sofort gefordert. Nur einer gönnt sich eine Auszeit. HSV-Profi Walace Souza Silva verlängerte seinen Urlaub ohne Erlaubnis des HSV und erschien am Neujahrstag nicht wie geplant zum Abflug nach Spanien. Und so startet das neue Jahr für die Hamburger bereits mit Ärger.

 

„Wir freuen uns, dass alle in guter Verfassung zurückgekehrt sind. Was Walace betrifft, so hat er seinen Urlaub eigenmächtig verlängert. Wir erwarten ihn in den nächsten Tagen in Spanien und werden sein Fehlverhalten angemessen ahnden.“, so Sportdirektor Jens Todt auf Twitter.

Walace habe den Verein im Vorfeld über seine Entscheidung wegen eines privaten Problems kontaktiert. Dies habe man nicht akzeptiert. Man sei mit ihm und seinem Berater in Kontakt, hieß es.

Brisant: Der 22 Jahre alte defensive Mittelfeldakteur postete erst wenige Stunden zuvor ein Foto von sich unter Palmen.

Der brasilianische Olympiasieger von 2016, den der HSV vor knapp einem Jahr für gut neun Millionen Euro Ablöse von Gremio Porto Alegre verpflichtet hatte, wurde erst im Januar 2017 bis Sommer 2021 vertraglich an den Hamburger SV gebunden. An Walace, der beim HSV zuletzt nicht über die Rolle eines Edelreservisten hinausgekommen war, sollen zwei Clubs aus dessen Heimat interessiert sein. Todt besteht dagegen auf Vertragserfüllung.

Für den HSV kommen solche Nachrichten zur Unzeit. Zwar startete der Bundesliga-Dino mit zwei Siegen in die Spielzeit, überwintert aber noch hinter dem punktgleichen Erzrivalen aus Bremen (je 15) auf dem direkten Abstiegsplatz 17. „Leider gab es einen Einbruch, der uns wieder in die untere Tabellenregion geführt hat, wo wir uns im zähen Existenzkampf befinden und meiner Meinung nach bis zum Saisonende aufreiben und behaupten müssen“, schrieb Vorstandschef Heribert Bruchhagen in seiner Neujahrsbotschaft an die leidenden HSV-Fans.

Es sei zwingend erforderlich, erneut als „Einheit“ aufzutreten. „Ich habe Vertrauen in die Arbeit unseres Sportdirektors Jens Todt, in das Wirken unseres Cheftrainers Markus Gisdol und in unsere Mannschaft“ betonte Bruchhagen. Gisdol hatte schon vor Weihnachten „grundlegende Gedanken über Veränderungen“ angekündigt. Dennoch verbreitete auch der 48-Jährige, der in ähnlich misslicher Position in der vorigen Spielzeit zum gefeierten HSV-Retter wurde, wie gewohnt Optimismus.

„Auch wenn es eine brutal schwere Rückrunde wird: Wir können mit dieser Mannschaft durchaus bestehen“, sagte Gisdol der Tageszeitung „Die Welt“ kürzlich. Die Basis will er in Jerez legen, wo auch Tests gegen den FC Malaga und den SC Freiburg (4./7. Januar) anstehen. Zum Liga-Neustart muss der HSV am 13. Januar beim FC Augsburg antreten.

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