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1. Bundesliga : HSV glaubt nicht an gnädige Bayern

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bundesliga-Abstiegskampf: Die Hanseaten benötigen laut Trainer Slomka heute einen Glanztag, um für eine Sensation zu sorgen.

shz.de von
erstellt am 03.Mai.2014 | 12:06 Uhr

Hamburg | Ein verunsicherter, womöglich sogar lustloser Rekordmeister, der dem Hamburger SV Schützenhilfe im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga leistet? So weit wird es aus Sicht der Hanseaten (leider) nicht kommen. „Das hat keine Auswirkungen auf unser Duell“, sagte HSV-Trainer Mirko Slomka mit Blick auf den schmerzlichen K.o. der Münchner im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid. Vielmehr ist dem Fußballlehrer klar, dass seine Schützlinge heute (15.30 Uhr) in der heimischen Arena im Volkspark gegen den längst feststehenden Deutschen Meister einen Glanztag erwischen müssen, um bestehen zu können: „Wenn wir gegen die Bayern eine Sensation schaffen wollen, müssen wir über uns hinauswachsen.“

Die flapsige Aussage von „Kaiser“ Franz Beckenbauer nimmt Slomka derweil nicht ernst. Der Ehrenpräsident des Rekordmeisters hatte erklärt: „Wenn der HSV die Chance nicht nutzt, gegen eine so angeschlagene Mannschaft wie den FC Bayern zu gewinnen, dann gehört er in die 2. Liga.“ Das, so Slomka, habe Beckenbauer nach dem Halbfinal-Aus lediglich aus einer großen Enttäuschung heraus gesagt.

Die Hamburger nehmen zwei Spieltage vor dem Saisonende den Relegationsplatz in der deutschen Eliteliga ein und wollen diesen unbedingt verteidigen. Allerdings sitzen dem HSV der Tabellenvorletzte Nürnberg (26 Punkte) und der Letzte Braunschweig (25) im Nacken. Das schlimmste anzunehmende Szenario aus Hamburger Sicht: Verliert der HSV heute gegen die Bayern, und gewinnen Nürnberg und Braunschweig zeitgleich ihre Heimspiele, fallen die Slomka-Schützlinge auf den letzten Platz zurück.

Seine Taktik gegen den übermächtigen Rivalen, der den HSV in der vergangenen Saison mit 9:2 demontiert hatte, wollte der HSV-Coach unterdessen nicht preisgeben. Nur so viel: Real Madrid sei beim 4:0 in München „körperlich sehr präsent“ gewesen, das sei ein Vorbild für das eigene Spiel. „Wenngleich wir das nicht 1:1 umsetzen können“, meinte Slomka.

Der Trainer muss heute auf Angreifer Jacques Zoua verzichten. Der 22-Jährige zog sich im Training eine Muskelverletzung im Oberschenkel zu. „Das ist ein taktischer Einschnitt“, sagte Slomka, der die vielen Blessuren der vergangenen Wochen auch als Ausdruck der extremen Anspannung im Abstiegskampf wertet. Torjäger Pierre-Michel Lasogga steht frühestens am letzten Spieltag gegen den FSV Mainz 05 zur Verfügung.

„Wir werden alles dafür tun, dass die Uhr weiterläuft“, sagte Mittelfeldspieler Hakan Calhanoglu mit Bezug auf den legendären Zeitmesser im heimischen Stadion, der die Tage der noch nie abgestiegenen Hamburger im Oberhaus zählt. Der wiedergenesene Kapitän Rafael van der Vaart wählte noch deutlichere Worte: „Wir müssen jetzt Eier zeigen.“

Die voraussichtliche HSV-Aufstellung: Adler – Diekmeier, Westermann, Mancienne, Jansen – Badelj, Rincon – Jiracek, van der Vaart, Ilicevic – Calhanoglu

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