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Bundesliga-Saison 14/15 : HSV: 16 Jubler gegen die Torkrise

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Der Bundesliga-Dino schleppt in der laufenden Saison eine der schwersten Torkrisen der Bundesliga-Geschichte mit sich herum. Wir versuchen, die Ladehemmung mit etwas Fußball-Psychologie zu lösen.

Die ernüchternde Bilanz des HSV in dieser Saison: 28 Spiele, 16 Tore, Überlebenskampf und spielerische Magerkost. In den ersten fünf Spielen der Saison war den neu aufgestellten Rothosen sogar kein einziger Torerfolg gelungen. Statistisch gesehen geht der Bundesliga-Dino in mehr als jedem zweiten Spiel komplett leer aus, was das Toreschießen angeht. Schwere Zeiten für die Fans.

Am Ende der Saison müsste der HSV hochgerechnet auf etwa 21 Tore kommen: So sehr geizte seit den 1960ern keine Mannschaft mehr - auch kein Absteiger - mit Erfolgserlebnissen. Wir fassen die Jubler zusammen – als Einstimmung auf einen hoffentlich torreichen Frühling mit mehr als fünf Treffern.

1. Nicolai Müller gegen Eintracht Frankfurt

Foto: dpa
 

Die ersten fünf Spiele der Saison geht der HSV komplett leer aus. Die Spieler erarbeiten sich 500 Minuten lang kaum Torchancen, und lassen jede Idee vermissen, wie man den Ball im Tor des Gegners unterbringen könnte. Nach dem zwei Wochen vorher veranlassten Trainerwechsel (Zinnbauer für Slomka) gibtes gegen das defensivschwache Eintracht Frankfurt am 6. Spieltag in der 58. Minute dann die Erlösung: Neuzugang Lewis Holtby serviert den Ball nach einem Querschläger in den Strafraum und der frei stehende Nicolai Müller - ebenfalls ein neues Gesicht - tunnelt Wiedwald zum 1:1-Ausgleich. Punktmäßig springt aber nichts dabei heraus. Ein direkter Freistoßtreffer des Frankfurters Piazon besiegelt die bittere Niederlage in der Schlussminute. Doch die Mannschaft schöpft Energie aus dem Torerfolg.

2. Pierre-Michel Lasoggas Siegtreffer gegen Borussia Dortmund

Foto: dpa

Gegen den Lieblingsgegner Borussia Dortmund gibt es am Folgespieltag den ersten Sieg. Mit einer kämpferisch und taktisch starken Leistung setzt man die kriselnde Klopp-Elf geschickt unter Druck. Nach Fehlpass von Ramos schaltet Jansen schnell, spielt auf Müller, der sich gegen Weltmeister Durm durchsetzt und Lasogga so freispielt, dass diesmal ein Einschuss ins leere Dortmunder Tor kaum mehr misslingen kann. Der Auswärtssieg bei Vizemeister beschert Zinnbauers Mannen die ersten drei Punkte.

3. Lasogga netzt erneut gegen Hoffenheim

Foto: dpa

Nach der Länderspielpause kommt es am 8. Spieltag trotz Chancenplus zwar nur zu einem 1:1 Unentschieden gegen 1899 Hoffenheim. Doch der dritte Treffer am Stück macht Mut. Pierre-Michel Lasogga - treffsicherster Hamburger im vergangenen Jahr - krönte seine gute Leistung mit dem Ausgleichstreffer in der 34. Minute. Nach Ballgewinn durch Müller hatte Arslan dem Goalgetter aufgelegt.

4. Van der Vaart schickt Leno ins Eck

Foto: dpa
 

10. Spieltag: Nach Foul des Leverkusener Keepers Leno an Marcel Jansen zeigt der Schiedsrichter auf den Punkt. Kapitän van der Vaart wittert die Gelegenheit für sein erstes Tor nach zehn Monaten und schiebt das Leder vom Punkt in die Tormitte. Leno riecht den Braten nicht und fliegt mit seinen Handschuhen ins Eck. Der Niederländer wird zum Matchwinner. Der Erste Heimsieg der Saison wird souverän eingetütet - und das gegen einen Champions-League-Teilnehmer!

5+6. Zwei „Tore“ gegen Bremen

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Beim Sieg gegen den Erzrivalen Werder Bremen gelingt den Seeler-Enkeln am 12. Spieltag der erste „Doppelpack“ der Saison. Beim zweiten Treffer hilft der Bremer Schlussmann Raphael Wolf mit einem kurios verunglückten Rettungsversuch in der Nachspielzeit allerdings nach. Über Eigentore jubelt man nicht. Wenige Sekunden später steht aber der Derbysieg fest, dann fliegen die Emotionen durch die Imtech-Arena. Mittelstürmer Rudnevs hatte zuvor nach einem verlängerten Einwurf spät das 1:0 (83.) markiert.

7. Van der Vaart in Augsburg

Foto: Imago

Einen Treffer aus dem Spiel heraus bejubeln die mitgereisten HSV-Fans am 13. Spieltag in Augsburg: Müller bringt den Ball in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit zu Rudnevs, der perfekt für van der Vaart auflegt. Der Kapitän macht es wie in seine besten Tagen, legt sich die Pille auf den rechten Vollspann und zieht zur Führung stramm ab. Damit ist er gemeinsam mit Lasogga der Top-Torschütze (jeweils zwei Treffer) der Hamburger. Das Spiel geht 3:1 verloren.

8.+9. Cleber mit der rechten Klebe

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Beim dritten Heimsieg in Folge gibt es gegen planlose Mainzer am 14. Spieltag erstmals zwei selbst erzielte Tor zu feiern. Den Anfang macht Abwehrmann Cleber, der den unglücklichen Rettungsversuch des Mainzers Noveski in der 32. Minute mit Schmackes zu seinem ersten Bundesligator ummünzt.

Foto: dpa

Um beim nächsten Abwehrversuch nicht das Nachsehen zu haben, nimmt Noveski vorsichtshalber die Hand zur Hilfe. Den fälligen Elfmeter nutzt van der Vaart für sein drittes Saisontor. Beim Torjubel gibt es Herzchen zu verteilen. Nach dem 2:1-Erfolg verlässt der HSV vorerst die Abstiegszone.

10.+11.+12. Dreierpack nach erneuter Torkrise

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Die latente Ladehemmung ist nur scheinbar überwunden, wie die Wintermonate zeigen werden. Vier Spiele am Stück warten die Hamburger auf einen Torerfolg, als es Anfang Februar (19. Spieltag) beim Abstiegskandidaten Paderborn gleich drei Mal klingelt. Den Anfang macht van der Vaart gleich in der 2. Minute per Elfmeter. Das gibt Rückenwind und besänftigt die graue Statistik.

Foto: dpa
 

Wegbereiter für den Elfmeter und Schütze des zweiten Hamburger Tores ist der überragende Marcel Jansen, der sich fortan wieder für eine Vertragsverlängerung ins Gespräch bringt. Aus dem Getümmel trifft der Ex-Bayer nach einer Ecke: Wieder verhilft eine Standardsituation den Rothosen zum Torerfolg.

Foto: imago

Für den den sehenswerten Endstand sorgt Zoltán Stieber in der Schlussminute per Direktschuss nach einer von Rudnevs abgelegten Flanke von Jansen.

13.+14.  Ein ganzes Eigentor und ein halbes

Foto: Imago

Beflügelt vom „Torfestival“ an der Pader wollen die Zinnbauer-Schützen gegen Hannover 96 nachlegen: Anfangs hilft der Hannoveraner Marcelo mit einem Eigentor. Den zweiten Treffer der Hamburger durch den Distanzschuss von Marcel Jansen fälscht der doppelte Unglücksrabe unhaltbar ins Tor ab. Am Ende gewinnt der HSV das kleine Derby mit 2:1.

15. Zur Wiederauferstehung ein Törchen gegen Gladbach

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Das 0:8 gegen Bayern München soll vergessen gemacht werden. Eine Woche später gibt es ein 1:1 gegen Borussia Mönchengladbach, bei dem Zoltán Stieber in einer Szene Torjägerqualitäten zeigt. Für einen Sieg reicht es trotz weiterer hochkarätiger Chancen nicht: Gladbach gleicht in der Schlussminute aus. Die alte, nicht tot zu kriegende Fußballphrase bestätigt sich mal wieder: „Wenn du vorne nicht triffst, kriegst du hinten einen rein“.

16. Stieber gleicht gegen Frankfurt  aus

Foto: dpa

Das Schreckgespenst Tasmania 1900 Berlin - in der Bundesligageschichte der Inbegriff für Pein und Chancenlosigkeit - wird verjagt. Der HSV netzt am 23. Spieltag bei Eintracht Frankfurt durch Stieber zum 16. Mal – der Rekordabsteiger aus der Hauptstadt hatte 1965/66 insgesamt nur 15 Tore erzielt. Der 2:1-Niederlage in Frankfurt folgt ein Punktgewinn in Dortmund, Endstand 0:0.

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erstellt am 16.Mär.2015 | 09:29 Uhr

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