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HSV-Pressekonferenz : Heribert Bruchhagen: Keine Signale von Dietmar Beiersdorfer zum Verbleib beim HSV

vom

Der neue Vorstandsvorsitzende wurde offiziell vorgestellt. Gerüchte um Beiersdorfers und Hort Heldt wischte er weg.

shz.de von
erstellt am 14.Dez.2016 | 10:22 Uhr

Hamburg | Beim Hamburger SV ist Heribert Bruchhagen am Mittwoch als neuer Vorstandsvorsitzender vorgestellt worden. Der 68-Jährige löst Dietmar Beiersdorfer ab, der vom Aufsichtsrat entmachtet worden war. Bei seinem Amtsantritt räumte Bruchhagen Gerüchte aus dem Weg, wonach Beiersdorfer noch länger als über 2016 hinaus beim HSV bleiben könnte. Bruchhagen vertraute seinem Vorgänger noch die kommende Winter-Transferperiode an.

„Dietmar Beiersdorfer bleibt wie vereinbart Sportchef bis Ende Dezember", sagte Bruchhagen. Es gebe keine Signale von Beiersdorfer, dass er darüber hinaus für den HSV tätig sein wolle. Die Frage, ob er Beiersdorfer gern als Sportchef halten würde, ließ Bruchhagen offen. „Mein Ziel ist es, einen kompetenten Sportmanager zum HSV zu holen, weil es nötig ist“, sagte er.

Beiersdorfer hatte zuletzt das Amt des Vorstandsvorsitzenden und Sportchefs in Doppelfunktion besetzt. Eine der ersten Aufgaben des ehemaligen Frankfurter Vorstandschefs Bruchhagen beim HSV wird es sein, einen neuen Sportdirektor zu verpflichten. HSV-Investor Klaus Michael-Kühne soll sich angeblich für eine Weiterbeschäftigung Beiersdorfers als Sportdirektor stark gemacht haben.

Als möglicher Kandidat galt unter der neuen Führung zuletzt auch wieder Horst Heldt. Bruchhagen aber nannte die Suche nach einem neuen Sportdirektor „eine Blackbox“ und sagte weiter: „Wenn ich auch nur zu einem Kontakt aufgenommen hätte, bevor ich heute mein Amt antrete, wäre das eine Katastrophe.“ Auch zu Kühne habe es bisher noch keinen Kontakt gegeben. Er werde ihm aber beim ersten Kennenlernen erzählen, wie er den Verein führen wolle.

Zu seiner Rückkehr sagte Bruchhagen, der bereits von 1992 bis 1994 HSV-Manager war, er freue sich wieder in Hamburg zu sein.

 

Die Hamburger befinden sich in einer sportlich schwierigen Situation, auch wenn durch zuletzt zwei Siege und ein Unentschieden Aufwind unter dem neuen Trainer Markus Gisdol zu spüren ist. Bruchhagen sagte: „Unser kurzfristiges Ziel ist die volle Konzentration auf die Mannschaft. Es müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, damit das Team den Kampf um den Klassenerhalt besteht.“ In erster Linie würde er sich deshalb um die Umsetzung der Trainerwünsche von Markus Gisdol kümmern.

Im neuen Jahr will Bruchhagen sich offiziell den HSV-Profis vorstellen. Er peile dies für den Trainingsauftakt Anfang Januar an, sagte er. Vor der Winterpause wolle er seine Präsenz minimieren. „Weil wir es als die beste Lösung angesehen haben, dass Didi dran bleibt an der Mannschaft, dass es ablenkt, dass ich als neuer Vorstandsvorsitzender da präsent bin“, begründete er die Maßnahme.

Auf Bruchhagen kommt nach dem Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Karl Gernandt auch eine Menge Führungsarbeit zu. Gernandt war am Dienstag zurückgetreten und hatte die Indiskretionen in dem Gremium angeprangert. Die Entscheidung für Bruchhagen war viel zu früh durchgesickert und hatte erneut für Unruhe am Volkspark gesorgt.

Bei der Presskonfernez sagte Jens Meier aus dem HSV-Aufsichtsrat, dass es allen Beteiligten aus dem Gremium gut täte, wenn sich das Gremium nun etwas zurückhalte, „es wurde genug geredet“.

Bruchhagen muss nun versuchen, die unterschiedlichen Interessen im Verein auf eine Linie zu bringen und vor allem die Turbulenzen hinter den Kulissen von der Mannschaft fernzuhalten. Mit acht Punkten aus zuletzt vier Spielen hat Trainer Markus Gisdol sich mit dem Team von der Schlussposition auf den 16. Platz der Bundesliga-Tabelle vorgearbeitet.

(mit dpa)

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