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Neues vom HSV : Hamburger SV stellt Spielertrio für Vereinssuche vom Trainingslager frei

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Das erste Training fand ohne drei Spieler statt. André Hahn und Bjarne Thoelke gaben sich im HSV-Dress die Ehre.

shz.de von
erstellt am 10.Jul.2017 | 12:04 Uhr

Hamburg | Der Hamburger SV hat drei Profis vorübergehend freigestellt, damit sie sich neue Clubs suchen können. Abwehrspieler Mohamed Gouaida, Mittelfeldakteur Nabil Bahoui und Stürmer Batuhan Altintas gehören deshalb nicht dem 21-köpfigen Kader an, der sich seit Sonntagnachmittag beim Lauftrainingslager in Rotenburg/Wümme auf die neue Saison vorbereitet. Trainer Markus Gisdol plant nicht mit dem Trio, obwohl die drei Spieler über laufende Kontrakte verfügen.

An Bahoui, der noch bis 2018 beim HSV unter Vertrag steht, sind Clubs aus dessen schwedischer Heimat und Grasshopper Zürich interessiert. Der vom FC St. Gallen zurückgekehrte Gouaida hat noch einen gültigen Vertrag bis 2019, könnte aber zum FC St. Pölten nach Österreich wechseln, bei dem er kürzlich ein Probetraining absolviert hat. Bei dem zuletzt an den Erstligisten Kasimpasa Istanbul ausgeliehenen Türken Altintas ist geplant, dass er seinen Vertrag über 2018 hinaus verlängert und dann noch einmal ausgeliehen wird. Zweitligist FC Erzgebirge Aue und türkische Vereine sollen interessiert sein.

Trainingsauftakt mit Hahn und Toelke

Der HSV hatte mit den Neuzugängen André Hahn und Bjarne Thoelke am Sonntag sein erstes öffentliches Training nach der Sommerpause absolviert. Mehrere hundert Fans beobachteten bei strahlendem Sonnenschein die Übungen der Mannschaft von Trainer Markus Gisdol am Volksparkstadion. Im Trainingslager in Rotenburg bestreitet das Team am Mittwoch (18.30 Uhr) das erste Testspiel der Vorbereitung gegen den Rotenburger SV.

Kyriakos Papadopoulos kehrte früher als erwartet in das Teamtraining zurück. Der griechische Abwehrspieler hat seine Wadenprobleme weitgehend auskuriert und nahm beim Lauftrainingslager am Montag an der öffentlichen Vormittags-Einheit teil. Nach gut einer halben Stunde beendete der 25-Jährige jedoch die Übungen vorzeitig. „Das war eine Vorsichtsmaßnahme, wir wollen ihn in weiser Voraussicht vorbereiten“, erklärte HSV-Sportchef Jens Todt.

Todt will im Trainingslager die Personalplanungen des norddeutschen Fußball-Bundesligisten vorantreiben. Gesucht werden noch ein Innen- und ein Linksverteidiger. Darüber hinaus will Todt die Vertragsverlängerung mit dem von anderen Vereinen umworbenen Offensivspieler Nicolai Müller über 2018 hinaus perfekt machen.

Auch wenn noch Akteure abgegeben werden sollen, sieht Rückkehrer André Hahn den HSV personell „gut aufgestellt. Natürlich brauchen wir auch etwas Glück, aber vor allem unsere Fans im Rücken“, sagte der Ex-Gladbacher. Er bestritt von 2008 bis 2010 für die A-Junioren und die Regionalliga-Mannschaft des HSV 38 Spiele.

Damals konnte Hahn sich im Profi-Team nicht durchsetzen, diesmal will er es schaffen. „Ich werde versuchen, meine Stärken in das Team mit einzubringen. Ich möchte ein wichtiger Baustein des Teams werden“, verkündete der 26-Jährige. Sein einziges Länderspiel für Deutschland hat er am 13. Mai 2014 absolviert - im Hamburger Volksparkstadion wurde er gegen Polen zur zweiten Halbzeit eingewechselt.

Kühne-Millionen eine große Stütze

Vorstandschef Heribert Bruchhagen verteidigte in einem Interview der „Welt am Sonntag“ erneut das Engagement von Investor Klaus-Michael Kühne beim finanziell angeschlagenen Club. „Herr Kühne hilft uns in beträchtlichem Umfang und ist für den HSV eine große Stütze.“ Dabei betonte Bruchhagen, dass der Milliardär, der 17 Prozent der Vereinsanteile hält, noch nie in das operative Geschäft eingegriffen habe: „Er schreibt nicht vor, welche Spieler geholt werden müssen oder welche Taktik der Trainer spielen lässt. Er hat das Ziel, dass der HSV sich verbessert. Das eint uns.“

Zugleich vertrat Bruchhagen die Ansicht, dass sein zuletzt auch sportlich in (Abstiegs-)Not geratener Club im öffentlichen Urteil zu schlecht wegkomme. Ihm würden Begriffe wie „Chaos“ oder „Die müssten mal absteigen“ entgegenschlagen. „Ich möchte lieber mal lesen, dass der HSV seit 1963 nicht alles falsch gemacht hat und als einziger Verein durchgehend in der Bundesliga ist“, meinte der 68-Jährige. Das habe nur der HSV geschafft, der „kein Chaos-Club“ sei. „Aber wenn das Schuldenszenario bemüht wird, wird das alles ausgeblendet.“

Zu dem von der Zeitung ins Gespräch gebrachten Schuldenstand von 115 Millionen Euro sagte Bruchhagen: „Ohne dass ich diese Zahl bestätige, weise ich darauf hin, dass man unsere Verbindlichkeiten nicht isoliert betrachten darf.“ Es stünden Werte gegenüber. „Uns gehört das Stadion, wir haben eine hochmoderne Akademie und werden beim Etat in der kommenden Saison etwa auf Platz zehn oder elf liegen.“

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