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0:2 gegen Werder Bremen : Fans sauer: HSV verliert Nordderby

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Ausschreitungen vor dem Spiel - und dann auch noch verloren. Im Nordderby gegen Werder Bremen kassierte der HSV im heimischen Stadion zwei Tore - und schoss kein einziges. Tomas Rincon brach sich bei einem Zusammenstoß den Kiefer.

Hamburg | Nach der vierten Saisonniederlage will der Hamburger SV noch schneller einen Nachfolger für den beurlaubten Thorsten Fink präsentieren. Das 0:2 (0:1) im Nordderby heute gegen Werder Bremen hat das Team auf den Relegationsplatz stürzen lassen und die Defizite schonungslos aufgedeckt. Es reicht momentan nicht für die Eliteliga. Auch Interimstrainer Rodolfo Cardoso war nicht in der Lage, den Hamburgern neue Motivation zu geben. „Die Mannschaft ist im Moment einfach nicht in einer guten Verfassung“, meinte der 44 Jahre alte Argentinier.

In der zweiten Halbzeit habe sich sein Team „reingehauen und gekämpft“, versuchte Cardoso die wenigen positiven Aspekte im Spiel seiner Mannschaft zu beschreiben. „Das 2:6 gegen Dortmund ist immer noch in den Köpfen“, mutmaßte HSV-Verteidiger Marcell Jansen und stöhnte: „Das ist sehr, sehr bitter.“ 

Unmittelbar vor dem Spiel hatte der HSV-Aufsichtsrat getagt und sich von Sportchef Oliver Kreuzer den Stand der Dinge verkünden lassen. Abgesagt hat nach Informationen der „Sport Bild“ der frühere Bremer Coach Thomas Schaaf. Heißester Kandidat soll der Niederländer Bert van Marwijk sein. „Es wird immer der Name van Marwijk hervorgehoben. Aber er ist nur einer der Kandidaten, mit denen wir gesprochen haben“, sagte Kreuzer. Mitte nächster Woche soll der neue Coach vorgestellt werden.

Die Bremer verließen erleichtert und beschwingt wie seit Wochen nicht die Spielstätte. „Ich freue mich total für die Jungs“, sagte Bremens Trainer Robin Dutt. Seine Mannen konnte die Misserfolgsserie von drei Niederlagen am Stück stoppen und vollzogen damit einen Sprung ins Mittelfeld der Tabelle. Dennoch: Das 99. Nordderby zweier schwacher Mannschaften hatte nur wenige Höhepunkte.

Vor 53.290 Zuschauern erzielte Nils Petersen (32.,90+4. Minute) die Tore in einem Prestigeduell, das die schlechteste Ausgangslage seit mehr als 40 Jahren hatte: Fünfzehnter gegen Vierzehnter, Krisen-Derby statt Nord-Schlager. Cardosos Absicht, der Mannschaft mehr Stabilität durch einige Umstellungen in der Abwehr zu verleihen, ging nur bedingt auf. Cardoso brachte mit Artjoms Rudnevs und Pierre-Michel Lasogga im zweiten Abschnitt zwei weitere Stürmer, aber es nützte nichts.

Beim ersten Gegentor sahen sowohl Jansen als auch Tah nicht gut aus: Werder-Außenverteidiger Clemens Fritz überlief Jansen und flankte vors HSV-Tor, wo Petersen unbedrängt einschob. Danach aber wurde das Spiel der Gastgeber zwingender. Nach dem Seitenwechsel hatten Maximilian Beister (49., 58.) und Tomas Rincon (57.) den Ausgleich auf dem Fuß, scheiterten aber. Beim 0:2 in der Nachspielzeit hatte Petersen keine Mühe, weil der HSV-Torhüter beim letzten Angriff der Hamburger vors gegnerische Tor gestürmt war, um das Unmögliche noch möglich zu machen. Verzichten müssen die Hamburger längere Zeit auf Rincon: Der venezolanische Mittelfeldspieler erlitt einen Kieferbruch und musste zur Operation ins Krankenhaus. In der 64. Spielminute waren er und Bremens Innenverteidiger Luca Caldirola bei einem Luftkampf mit den Köpfen zusammengestoßen.

„Wir hatten nur ein, zwei Torchancen, und das zu Hause. Das ist zu wenig“, befand HSV-Abwehrspieler Jansen. „Wir konnten den Bremern nicht wehtun.“ Für Werder, das ohne den rotgesperrten Franco di Santo auskommen mussten und erstmals Martin Kobylanski sowie Santiago Garcia aufbot, war der Erfolg doppelt wichtig: Zum einen, weil die stets brisante Partie laut Sportchef Thomas Eichin „zu den Klassikern in Europa“ gehört, zum anderen, weil die neben den Braunschweigern offensivschwächste Mannschaft der Bundesliga die Kurve gekriegt und ihre Misserfolgsserie beendet hat.

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erstellt am 21.Sep.2013 | 17:34 Uhr

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