Neues vom HSV : Fan-Geschenk für Jann-Fiete Arp, Kühne meckert, Sturzversuch gegen Bruchhagen

Der Spieler Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV. /Archiv
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Der Spieler Jann-Fiete Arp vom Hamburger SV. /Archiv

Ein HSV-Fan wünscht sich nichts sehnlicher, als dass Jann-Fiete Arp dem Verein erhalten bleibt. Dafür würde er eine besondere Eintrittskarte abgeben.

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02. Februar 2018, 16:53 Uhr

Hamburg | Dieser HSV-Fan rührt andere HSV-Fans zu Tränen: Klaus Körner. Sein größter Wunsch: Jann-Fiete Arp an der Elbe halten. Dafür ist Körner bereit, einiges zu geben.

Der „Hamburger Morgenpost“ schickte der treue Anhänger einen offenen Brief. Darin beweist er seine Liebe für den Verein und für Youngster Arp, dem er ein echtes Sammlerstück schenken würde, sofern der 18-Jährige seinen Vertrag bei den Hanseaten verlängert. In dem Brief schreibt Körner: „Lieber Fiete, als kleinen Anreiz für Deine Unterschrift würde ich Dir meine Original-Eintrittskarte von Athen 1983 schenken.“ In der griechischen Hauptstadt feierte der HSV seinen bisher größten Erfolg in der Klubhistorie: den Gewinn des Europapokals der Landesmeister durch ein 1:0 gegen Juventus Turin, Torschütze war Felix Magath.

„Ich bin überzeugt, dass nach einem positiven Signal wie Deiner Vertragsverlängerung der Klassenerhalt erreicht und unser Dino ewig leben wird. 2023 bist Du erst 23 Jahre alt und könntest immer noch den nächsten Schritt gehen“, schreibt Körner weiter an Arp.

Kühne meckert

Investor Klaus-Michael Kühne hingegen sieht den HSV auch mit Jungstürmer Arp im Abstiegskampf alles andere als gut aufgestellt. „Der HSV befindet sich in einer prekären Lage, was durch die jüngsten Vorgänge noch verstärkt wurde“, sagte der Milliardär im Interview der „Hamburger Morgenpost“. Er vermisst Transfers in der Winterpause, auf die der Tabellen-17. ganz verzichtet hat. „Selbstverständlich habe ich mir solche Verstärkungen gewünscht und mehrfach an Aufsichtsrat und Vorstand appelliert zu handeln“, behauptete der 80-Jährige. „Ich wurde nicht angefragt, und man hat öffentlich erklärt, dass man meine Hilfe nicht in Anspruch nehmen wolle“.

Der Logistikunternehmer hält als Minderheitsaktionär etwas mehr als 20 Prozent der Anteile an der Fußball-AG der Norddeutschen und hat in der Vergangenheit immer wieder Millionen Euro für Verpflichtungen in den abstiegsbedrohten Traditionsverein gesteckt. Der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen hatte zuletzt aber betont, der HSV dürfe nicht nur von Kühne abhängig sein.

Aufsichtratsmitglied fordert Bruchhagens Absetzung

Heribert Bruchhagen, Vorstand des Hamburger SV. /Archiv
Foto: Roland Weihrauch
Heribert Bruchhagen, Vorstand des Hamburger SV. /Archiv
 

Für Unruhe im Verein sorgt derzeit auch ein Sturzversuch gegen Bruchhagen. Aus dem Aufsichtsrat soll es Bestrebungen gegeben haben, den Vorstandsvorsitzenden und Sportchef Jens Todt zu stürzen. Ein Mitglied des Aufsichtsrates soll seine fünf Kollegen in einer E-Mail dazu aufgefordert haben. Das sei aber mehrheitlich abgelehnt worden. Bruchhagen sagte am Freitag: „Es ist doch normal, dass sich angesichts unserer prekären sportlichen Situation im Aufsichtsrat eine Diskussion entwickelt, die über die Position des Trainers hinausgeht. Diese Diskussion hat offensichtlich stattgefunden, mit dem bekannten Ergebnis. Weiteres gibt es nicht zu sagen“.

Zusätzlich zu den Querelen im Vorstand streiten die Mitglieder auch um den Umgang mit Rechtspopulisten. Auslöser dafür ist ein Antrag von HSV-Mitglied Peter Gottschalk auf der Versammlung am 18. Februar, der den Ausschluss von AfD-Mitgliedern aus dem Traditionsclub fordert.

Was sagt Trainer Bernd Hollerbach?

Von den Unruhen im Verein möchte HSV-Coach Bernd Hollerbach am liebsten gar nichts hören, sondern sich nur auf den nächsten Gegner konzentrieren: Hannover 96. „Sie sind sehr gut organisiert, haben als Aufsteiger 27 Punkte geholt. 15 Tore aus Standards, da müssen wir auf der Hut sein. Wir müssen mutig nach vorne spielen, aber dürfen uns nicht auskontern lassen. Es ist eine schwere Aufgabe, die wir aber lösen können“, sagte Hollerbach am Freitag.

Bangen muss der HSV vor dem Heimspiel am Sonntag (18 Uhr) um den Einsatz von Gideon Jung. Der 23 Jahre alte Defensivspieler leidet an einem Hexenschuss. Es werde zwar täglich besser, „aber wir müssen abwarten“, sagte Hollerbach und ergänzte: „Albin Ekdal ist eine Alternative. Er hat einen sehr guten Eindruck gemacht.“ Der Schwede Ekdal hat wegen einer Sprunggelenkverletzung in diesem Jahr noch kein Spiel bestritten.

Jann-Fiete Arp ist nach mehrtägiger Pause wieder fit. „Ich habe ihn für zwei Tage aus dem Training genommen. Ich denke, das hat ihm gutgetan. Jetzt ist er wieder der Alte“, sagte Hollerbach. Nach dem 1:1 gegen RB Leipzig in seinem ersten Spiel als HSV-Trainer meinte Hollerbach: „In Leipzig hat die Mannschaft ihr wahres Gesicht gezeigt. Ich hoffe, dass sie da gegen Hannover weitermacht.“

Mit Material der dpa

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