Neues vom HSV : Erstes Training unter Christian Titz: „Echte Chance“ auf Klassenerhalt

<p>Der neue Trainer Christian Titz soll den HSV vor dem Abstieg retten.</p>

Der neue Trainer Christian Titz soll den HSV vor dem Abstieg retten.

„Moin, Trainer!“ – so begrüßt der HSV den neuen Chef-Coach bei Twitter. Das erste Training läuft.

shz.de von
13. März 2018, 14:59 Uhr

Hamburg | Gut gelaunt hat Christian Titz am Dienstag seine Arbeit als Trainer des stark abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten Hamburger SV aufgenommen. „Was war, interessiert mich nicht. Es zählt nur noch das Hier und Jetzt. Der volle Fokus liegt auf dem Heimspiel gegen Hertha BSC“, sagte der 46-Jährige an seinem ersten Arbeitstag. Trotz der überaus prekären sportlichen Lage sieht er eine „echte Chance“, den HSV doch noch in der Liga zu halten.

Der 46 Jahre alte Erfolgscoach der eigenen U21, die er an die Tabellenspitze der Regionalliga Nord geführt hat, ließ am Dienstag sechs Spieler aus seiner „alten“ Mannschaft mittrainieren.

„Die Spieler haben zuletzt ordentlich einstecken müssen. Heute haben sie aber gesehen, dass hier noch eine Aufbruchstimmung möglich ist“, sagte er nach dem freundlichen Empfang für Profis und Coach bei dessen erster Einheit als Chef. „Wir haben gegen Hertha die Chance, die Situation positiv zu beeinflussen. Das müssen wir nutzen.“

Zuvor hatte der bisherige U21-Erfolgscoach die auf Abstiegsplatz 17 stehenden Profis 110 Minuten über den Platz gescheucht, Spielformen trainiert, unterbrochen, lautstark korrigiert und immer wieder Offensivaktionen üben lassen. Daran mangelt es beim HSV: Magere 18 Punkte und nur 18 Törchen zeigen die große Problematik auf. Kein Wunder, dass Ex-HSV-Torjäger Seeler nur noch vage Hoffnungen hat: „Eigentlich ist es doch egal, wer auf der Bank sitzt. Die Mannschaft muss aus den Socken kommen“, sagte der 81 Jahre alte Ehrenspielführer der DFB-Auswahl sowie ehemalige HSV-Spieler und -Präsident am Dienstag: „Ich kann ja nichts machen, als ganz fest die Daumen zu drücken. Das werde ich tun und dabei aufpassen, dass sie nicht platt werden“.

„Sie schaffen das, Herr Titz“, riefen dessen ungeachtet einige der 150 Anhänger, als der Hollerbach-Nachfolger zur Auftakt-Einheit am Vormittag erschien. Titz ließ bei der von diversen Kamera-Teams und Medienvertretern beobachteten Einheit auch sechs HSV-Nachwuchskräfte mittrainieren, die in der Regionalliga Nord Spitzenreiter sind.

 

Titz soll neue Impulse freisetzen und die richtige Ansprache finden bei den total verunsicherten HSV-Profis, die am Samstag mit 0:6 beim FC Bayern München unter die Räder gekommen waren. Vor allem der kraftlose Auftritt der Mannschaft beunruhigte die Verantwortlichen, die durch Titz auf die rasche Wende hoffen. „Wir haben die Idee, am Samstag eine andere Mannschaft mit einer ganz anderen Einstellung auf dem Platz zu sehen“, erklärte Peters.

Insgesamt standen 29 Feldspieler und vier Torhüter auf dem Platz. „Jeder hat eine Chance“, betonte Titz, der den Kader auf etwa 22 Mann reduzieren will. Er deutete damit an, dass er auch vor großen Namen keinen Halt machen würde. Vorstandschef Frank Wettstein hat dem als Entwickler anerkannten, aber als Profi-Trainer unerfahrenen Aufsteiger freie Hand gegeben. „Sollte das Trainerteam Spieler identifizieren, die sich nicht mit ausreichendem Engagement den gemeinsamen Zielen widmen, kann er rigoros durchgreifen.“

Zudem hat Titz erfahrene Leute an seiner Seite. Für den gefeuerten Sportdirektor Jens Todt springen der frühere Hockey-Bundestrainer Bernhard Peters als starker Mann für den Bereich Sport und Ex-Profi Thomas von Heesen als Berater auf Zeit in die Bresche. Beide sollen dem Neuen bis zum erhofften Happy End einer überaus steinigen Saison den Rücken frei halten. Insgesamt bleiben Titz & Co. aber nur acht Spiele, um den ersten Abstieg der HSV-Vereinsgeschichte abzuwenden.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen