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Testspiel gegen Antalyaspor : „Entwickler“ Gisdol will HSV-typische Spielidee und Top-Talente

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Aus der Onlineredaktion

Gegen den Ball funktionierte das HSV-Spiel in der Rückrunde, mit Ball lief es eher holprig. Trainer Gisdol fordert Zeit.

Hamburg | Aus dem Hintergrund müsste Hahn schießen, Hahn schießt, Tor! So einfach wird es auch nach der Verpflichtung des Gladbachers mit Vornamen André nicht gehen mit der spielerischen Neuerfindung des HSV. Seit Jahren lassen die Kicker wahren Fußballzauber vermissen. Mit dem heutigen Testspiel gegen Antalyaspor will Trainer Markus Gisdol diesbezüglich eine neue Phase seiner Trainertätigkeit beginnen sehen.

 

„Ich sehe mich als einen Fußball-Entwickler, der ein Team formieren, schulen, antreiben und gewissermaßen auch etablieren möchte“, sagte der Coach des norddeutschen Fußball-Bundesligisten dem Fachmagazin „Kicker“ im Interview. Nunmehr will er die Mannschaft „auch im Spiel mit dem Ball entwickeln und taktisch variabler“ einstellen. Der Coach spricht von „einer Spielidee, die einen Wiedererkennungswert hat“.

In der vergangenen Saison hatte er die Rolle des Retters ausgefüllt, der die Mannschaft nach lediglich zwei Punkten aus den ersten zehn Spielen noch zum Klassenverbleib führte. Dabei habe er einen Spagat ausführen müssen, sagte Gisdol. „Wir waren durch den großen Rückstand permanent unter hohem Ergebnisdruck, mussten Abstriche machen.“ Dennoch habe sich sein Team „zu einer der besten Pressingmannschaften entwickelt“, meinte der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer.

Gisdol fordert vom Umfeld des Vereins realistisches Denken. Es soll nicht mehr „über das riesige Potenzial, den großen Club und die tolle Stadt“ geredet werden. „Andere Clubs haben in den zurückliegenden Jahren vieles richtig gemacht, wir müssen Schritt für Schritt wieder aufholen und nicht davon träumen, fünf Schritte auf einmal zu machen“, warnte der Trainer. „Wir müssen akzeptieren, dass es kein einfacher Weg ist. Eine nachhaltige Entwicklung braucht Zeit. Das mag nicht jedem gefallen, aber es ist eine Tatsache“, sagte Gisdol. Der Schlüssel sei die Investion in junge Talente: „Natürlich müssen wir uns für die Zukunft überlegen, ob es nicht sinnvoll ist, vermehrt in Jugendtalente zu investieren, um noch mehr Qualität in den Nachwuchsbereich zu bekommen.“

In der laufenden Transferperiode hat der HSV für Neuzugänge 16 Millionen Euro ausgegeben, unter anderem wurden Innenverteidiger Kyriakos Papadopoulos, Torhüter Julian Pollersbeck, und Stürmer André Hahn verpflichtet. Die Gesamtmarktwerte der 18 Erstligamannschaften verglichen liegen die Hamburger mit insgesamt 70,95 Millionen Euro (transfermarkt.de) auf Platz 13.

Nachdem Rechtsaußen Nicolai Müller die Verhandlungen über einer Vertragsverlängerung abgebrochen hat, gehen die Gerüchte über einen Wechsel nach Wolfsburg wieder los. Stand der Dinge ist, dass der Leistungsträger 2018 den Verein verlassen wird, in diesem Sommer ist er allerdings nicht auf dem Markt. Das hat auch der VfL Wolfsburg erkannt, der seine Bemühungen um den 29-Jährigen beendet hat. Jens Todt hatten den Spieler im Trainingslager in Längenfeld erneut für unverkäuflich erklärt. Im kommenden Sommer ist der Topscorer ablösefrei.

Vor dem Testspiel am Abend ging Gisdol auf Nummer sicher bei den angeschlagenen Spielern.

 
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erstellt am 31.Jul.2017 | 17:33 Uhr

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