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Donner-Wetter, Weser-Bogen, Verletzungs-Theater

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

shz.de von
erstellt am 09.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Was für ein Spieltag: Der HSV vergeigt gegen Augsburg und fällt in alte Fink-Zeiten zurück. Werder Bremen kassiert mit dem 0:7 gegen den FC Bayern die höchste Heimniederlage in der Vereinsgeschichte. Hannover bleibt nach der Pleite in Stuttgart auswärts weiter ohne Punktgewinn. Drei Niederlagen haben wenige Tage nach dem Sturmtief „Xaver“ zu einem heftigen Donnerwetter im Fußball-Norden geführt.

Welch ein peinlicher Auftritt des HSV gegen Augsburg. Der glückliche Pokalerfolg gegen Zweitligist Köln hatte die Hamburger bereits träumen lassen vom Finale in Berlin. Ja, vor dem Anpfiff gegen Augsburg gab es dieses Glücksgefühl im Volkspark: Ein Sieg und man sei dran an den Europa-League-Rängen, hieß es. Wie immer, wenn es mal kurzzeitig etwas besser läuft beim Bundesliga-Dino, der am kommenden Wochenende eine erneute Packung einkalkulieren muss, reist man doch zum FC Bayern. Zu Ostern dieses Jahres klingelte es dort neun Mal im Adler-Kasten.

Buh-Rufe hallten am Sonnabend durch die Arena, als die HSV-Profis in die Katakomben stapften. Ein derart lang anhaltendes Pfeifkonzert hat es lange nicht mehr gegeben in Hamburg. Trainer Bert van Marwijk wirkte ratlos – wie ein Holländer, der mit seinem Fahrzeug vor einem Mittelgebirge steht und nicht weiß, welchen Gang er einlegen soll. Nichts ging in einer einfallslos und mutlos agierenden Mannschaft, die an diesem Tag kein Erstligaformat hatte.

Vor einer Woche war an dieser Stelle von Mittelmaß die Rede. Davon war der HSV am Sonnabend weit entfernt. Wie hatte doch Sportchef Oliver Kreuzer von drei Wochen gesagt: „Wir verlieren in diesem Jahr kein Heimspiel mehr.“

Frühaufsteher: Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer stand am Freitagmorgen um 4.30 Uhr am Ufer der Weser, als sich das Wasser 30 Zentimeter vor der Deichkrone wieder auf den Rückmarsch machte. Aufatmen. Die gefährdete Partie gegen die Bayern konnte stattfinden. Dort, wo die Weser einen Bogen macht, kehrte Ruhe ein. Bis die Bayern kamen, und bei Werder alle Dämme brachen. Einst waren diese beiden Vereine gleichauf, lieferten sich unvergessene Schlachten um die Meisterschaft. Das ist Vergangenheit. Eine Konstellation, die es so schnell nicht wieder geben wird. Für Werder geht es nur um den Klassenerhalt.

Der Abstiegskampf ist eh spannender als das Titelrennen. Das gibt es in dieser Saison nicht, erst recht nicht nach der Dortmunder Heimniederlage gegen Leverkusen. Der BVB ist von der Rolle, und die Pillendreher sind nicht in der Lage, die Bayern zu stoppen. Es wird sehr langweilig an der Spitze der deutschen Eliteliga.

Leidiges Gejammer: Beim FC Bayern sucht man nach anderen Themen, um während der Woche den Gesprächsstoff nicht ausgehen zu lassen. Wie nach dem Pokalsieg in Augsburg, als sich Arjen Robben bei einem Zusammenprall mit Torhüter Marwin Hitz eine schwere Verletzung zugezogen hatte. Wieder einmal holte Sportchef Sammer die Keule raus und warf den Augsburgern eine überharte Gangart vor. Sammer lag daneben mit seiner Schelte. Es handelte sich schlichtweg um eine unglückliche Aktion des jungen Torhüters, der keiner Fliege etwas zu Leide tun kann.

Sammer, Hoeneß, Rummenigge – sie werden auch weiterhin dafür sorgen, dass es nicht langweilig wird zwischen den Spielen. Auf dem Rasen ist ja die Messe gelesen.

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