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Aus beim HSV : Dietmar Beiersdorfer sauer über Indiskretion: „Habe es nicht mal meinem Vater erzählt“

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Der Rauswurf von HSV-Chef Dietmar Beiersdorfer sollte noch bis zum 20. Dezember geheim bleiben. Blieb er aber nicht.

Hamburg | Der abberufene HSV-Vorstandschef Dietmar Beidersdorfer hat sich in mehreren Interviews wütend gezeigt, dass sein Rauswurf viel früher an die Öffentlichkeit kam als geplant. „Da muss der Aufsichtsrat sicherstellen, das für sich zu behalten. Ich habe das auch gemacht. Ich habe es nicht mal meinem Vater erzählt, dem Trainer und der Mannschaft auch nicht“, sagte Beiersdorfer der „Mopo“.

Seit Jahren befindet sich der HSV im Dauerkampf gegen den Abstieg. Die sportliche Talfahrt des „Bundesliga-Dinos“ verbinden viele in Hamburg mit dem Namen Dietmar Beiersdorfer. Er ist seit Juli 2014 HSV-Chef und seit Mai 2015 in Personalunion auch Sportdirektor und damit für die oft unglückliche Transferpolitik verantwortlich. Beiersdorfer war bereits einmal Sportdirektor beim HSV: von 2002 bis 2009.

Der frühere Fußball-Manager Reiner Calmund hatte die Personalie beim Fernsehsender Sky ausgeplaudert. Erst nach mehreren Stunden hatte der HSV dann am Sonntagabend den Wechsel zu Heribert Bruchhagen bestätigt. Ursprünglich sollte bis zum letzten Spiel des Jahres am 20. Dezember gegen Schalke geschwiegen werden.

Reiner Calmund hatte und hat keine offizielle Funktion beim HSV. Ihm werden aber enge Verbindungen zum finanziellen Förderer Klaus-Michael Kühne nachgesagt. Aufsichtsratschef beim HSV war bis zum heutigen Dienstagmorgen Karl Gernandt, der im Hauptberuf bei Kühnes Firma Kühne + Nagel in leitender Position arbeitet. Gernandt trat als Aufsichtsratschef zurück, will aber einfaches Mitglied bleiben.

Beiersdorfer beklagt in seinen Abschieds-Interviews außerdem, dass sich sein Abgang negativ auf die sportliche Leistung auswirken könnte. „Trainer und Mannschaft stehen zusammen, die Brust ist wieder breiter, es ist ihnen gegen Augsburg gelungen, 46.000 Zuschauer durch ihren Einsatz und ihre Leidenschaft auf die Bänke zu treiben, endlich ein Hochgefühl auszulösen. Dass jetzt wieder von außen so eine Unruhe hereingetragen wird, kann sich natürlich auswirken.“ Der HSV hatte in den letzen vier Spielen acht Punkte errungen - in den zehn Spielen davor allerdings nur zwei. Inzwischen ist der Verein in der Bundesligatabelle auf dem Relegationsplatz 16.

Dem HSV-Blog „Matz ab“ sagte Beiersdorfer, die Nachricht von seiner Abberufung sei in die laufende Weihnachtsfeier mit der Mannschaft geplatzt. Daraufhin habe es eine Solidaritätsbekundung von Torwart René Adler gegeben: „Das ist eine sehr schöne Rückmeldung von der Mannschaft, die René vorgetragen hat. Sie tut einem in der Situation erst einmal gut. Wir hatten viele Monate schwierige Zeiten, haben sie noch. “

Beiersdorfer geht davon aus, dass er seine Funktionen noch bis zum 20. Januar ausfüllt, obwohl Bruchhagen schon am 14. Dezember vom HSV offiziell vorgestellt wird: „Ich gehe davon aus, dass ich weiter bei der Mannschaft bin. Besprochen war, dass ich bis nach Schalke in meiner Funktion bleibe“, sagte er „Matz ab“. Auf die Nachfrage, ob das praktisch noch umzusetzen sei, meinte er: „Ich bin Kummer gewohnt. “

 

 

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erstellt am 13.Dez.2016 | 10:28 Uhr

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