Start der Rückrunde in der Fußball-Bundesliga : Der HSV im Abstiegskampf – ab Platz 12 ist alles offen

HSV-Trainer Markus Gisdol (l.) und Sportchef Jens Todt: „Brandgefährliche Situation“. /Archiv
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HSV-Trainer Markus Gisdol (l.) und Sportchef Jens Todt: „Brandgefährliche Situation“. /Archiv

Schaffen die Hamburger in der Rückrunde die Wende? Die Wettanbieter glauben nicht mehr daran.

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09. Januar 2018, 15:06 Uhr

Hamburg | Was der Fußball-Bundesliga im Titelrennen fehlt, gibt es im Abstiegskampf reichlich: Spannung. Gleich sieben Teams sind vom Absturz aus der Eliteliga bedroht, wenn am Freitag die Rückrunde beginnt. Der Hamburger SV ist wieder mal mittendrin. Vom Schlusslicht 1. FC Köln (6 Punkte) über die Hamburger, Werder Bremen (je 15), den FSV Mainz 05, den VfB Stuttgart (je 17) und den SC Freiburg (19) bis zum VfL Wolfsburg (19) auf Rang zwölf reicht die Zone der Angst.

Platz Verein Punkte Torverhältnis
12. VfL Wolfsburg 19 21:21
13. SC Freiburg 19 17:31
14. VfB Stuttgart 17 13:21
15. 1. FSV Mainz 05 17 19:28
16. Werder Bremen 15 13:20
17. Hamburger SV 15 15:25
18. 1. FC Köln 6 10:32

„Ich gehe davon aus, dass wir in dieser Saison einen sehr spannenden Abstiegskampf erleben werden, der erst am letzten Spieltag entschieden wird“, sagte Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl. „Die Bundesliga ist eine extrem ausgeglichene Liga. An guten Tagen kann so gut wie jeder jeden schlagen. Von Platz zwölf an ist aktuell alles offen und wird meines Erachtens auch bis zum Schluss spannend bleiben“, sagt Rouven Schröder, Sportvorstand des FSV Mainz 05.

Minimalziel verfehlt

Geht es um Abstiegskampf, hält es der HSV schon im fünften Jahr mit dem Kölner Karnevals-Motto: Da simmer dabei! Dürftige 15 Punkte hat sich der Vorletzte bis zur Winterpause zugelegt, das Minimalziel 18 Zähler wurde verfehlt. Aber: In der vergangenen Saison waren es nur 13 Punkte zur Halbzeit. Am Ende wurde es Platz 14 mit 38 Punkten.

Zweimal – in den Relegationsjahren 2014 und 2015 – konnte der einstige Europacupsieger dem Absturz in die Zweitklassigkeit gerade noch entkommen. Noch lebt der Rautenclub von der Mär, unabsteigbar zu sein. Die Situation, so Jens Todt, „ist brandgefährlich“. Der HSV-Sportchef meint jedoch: „Wir fühlen uns gerüstet im Abstiegskampf.“

 

Großes Manko in der Chancenverwertung

Trainer Markus Gisdol hat im spanischen Trainingslager eine veränderte Einstellung seiner Profis ausgemacht. „Die Jungs sind deutlich aggressiver und konzentrierter in den Tagen gewesen“, bilanzierte er zum Abschluss der Vorbereitung in Jerez de la Frontera. „Insgesamt habe ich gesehen, wie willig die Jungs in der kurzen Vorbereitung waren.“

Gisdol hat bei der Analyse der Hinrunde ein großes Manko in der Chancenverwertung ausgemacht. Seine Mannschaft erzielte an 17 Spieltagen lediglich 15 Tore. Deshalb, so der Coach, habe er sein Team das Umschalten üben lassen. „Hier hatten wir in der Hinrunde viel Luft nach oben und haben zu viele Bälle quer oder nach hinten gespielt. In der letzten Saison haben wir in der Rückrunde aus diesen Szenen mehr Tore gemacht, und da müssen wir wieder hinkommen.“

Nahezu abgeschrieben ist der 1. FC Köln. Doch aufgegeben hat sich die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck keineswegs. Bis zum Relegationsplatz klafft ein Loch von neun Punkten. Was viel klingt, ist durch die Drei-Punkte-Regel aber durchaus noch aufholbar.

Wettanbieter sagen HSV-Abstieg voraus

Für die Wettanbieter ist die Sache allerdings klar: Köln geht runter, der HSV geht mit. Auf dem Relegationsplatz landet Mainz. Eine Befragung des Fachmagazins „Kicker“, an der 219 Bundesliga-Profis teilnahmen, brachte ein ähnliches Ergebnis: Köln (42,9 Prozent) und Hamburg (16,0) steigen ab. Der HSV wird aber ebenso als erster Anwärter auf den Relegationsplatz gehandelt (31,5 Prozent) vor Freiburg (16,0) und Mainz (12,8).

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