Sieg gegen den KSC : Der HSV bleibt in der Bundesliga - Ein Platz für die Ewigkeit

Kein Halten mehr: Die HSV-Fans sind überglücklich über den Klassenerhalt.
Kein Halten mehr: Die HSV-Fans sind überglücklich über den Klassenerhalt.

Der deutsche Fußball ist gerettet. Ein Kommentar von Jürgen Muhl.

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01. Juni 2015, 22:40 Uhr

Gerettet. Der HSV ist gerettet. Ganz Hamburg ist gerettet. Hundertausende Fans des Hamburger Sportvereins sind gerettet. Ja, der deutsche Fußball ist auch gerettet. Mithilfe eines Berliner Schiedsrichters, der sich offenbar gern an dieser Rettungsaktion beteiligen wollte.

Irgendwie sind wir wohl alle gerettet, denkt man an die Appelle in der Hansestadt. Politik, Wirtschaft, Handel und Gewerbe bis hin zu kirchlichen Vertretern. Sie alle hatten hochgerechnet. Bis an die 100 Millionen Euro Umsatz im Jahr wären Hamburg im Falle eines Abstiegs verloren gegangen. Schiedsrichter Gräfe mag davon Kenntnis gehabt haben, als er Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit dem HSV zu einem fragwürdigen Freistoß verhalf. So sei nun einmal Fußball, wird es schon heute bei all jenen heißen, die es gut mit dem HSV meinen. Ja, das ist so. So ist Fußball. Und so ist der HSV, der mit dem Fußballgott, wenn es denn einen gibt, offenbar einen Pakt geschlossen hat.

Der großen HSV-Familie mag dies gleichgültig sein. Zu Recht. Sie lieben einen HSV, der in der Bundesliga einen Platz für die Ewigkeit zu haben scheint. 51 Jahre und 281 Tage sind nicht genug. Weiter geht es im Volksparkstadion, wie die Arena ab der kommenden Saison wieder heißen wird. Milliardär Kühne hat die Namensrechte gekauft. Ein schöner Akt für den Fußball, dessen Stadien in der Mehrzahl nach Unternehmen benannt werden. Wie Allianz Arena oder Signal Iduna Park. Wogegen der HSV zur Normalität zurückkehrt. Von der Imtech Arena zum Volksparkstadion.

Eine gute Grundlage für eine bessere Vereinspolitik. Rund 53 Millionen Euro zahlt der HSV bislang seinem spielenden Personal. Was beileibe nicht dem Preis-Leistungsverhältnis entspricht. Dazu haben Beiersdorfer, Knäbel und Co. im Laufe dieser Saison noch einmal 30 Millionen Euro für Neuverpflichtungen ausgegeben. Geldmaschine HSV.

So richtig Grund zum Feiern hat der HSV nicht. Bei allem Glück dieser Erde nicht. Die tollen Fans haben besseren Fußball im Volkspark verdient. Ganz Hamburg hat einen besseren HSV verdient.

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