von Heesen folgt auf Todt : Christian Titz ist neuer HSV-Coach: Bernd Hollerbachs Trainer-Team beurlaubt

Bernd Hollerbach blieb als HSV-Cheftrainer in sieben Spielen sieglos.

Bernd Hollerbach blieb als HSV-Cheftrainer in sieben Spielen sieglos.

Beim HSV beginnt die Woche ähnlich wie die vergangene: Mit einem personellen Rundumschlag.

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12. März 2018, 16:03 Uhr

Hamburg | Der Hamburger SV hat die Trennung von Trainer Bernd Hollerbach bestätigt. Hollerbach hatte erst im Januar Markus Gisdol beerbt, blieb in sieben Spielen als Cheftrainer aber sieglos und holte ganze drei Punkte. Der zuständige Vorstandsvorsitzende Frank Wettstein will nach der Freistellung von Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt einen letzten Impuls setzen. Rechnerisch und mit einer Portion Optimismus wäre der Klassenerhalt schließlich noch möglich.

„Wir haben die sportliche Gesamtlage nach der 0:6-Niederlage in München intensiv analysiert und diskutiert“, zitiert die HSV-Homepage Vorstand Frank Wettstein. „Am Ende sind wir zur Überzeugung gelangt, dass wir im Hinblick auf unsere Chancen im Kampf um den Klassenerhalt handeln mussten.“ Co-Trainer Rodolfo Cardoso, Steffen Rau, Torwart-Trainer Stefan Wächter und Teammanagerin Maria Wallenborn wurden ebenfalls von den bisherigen Aufgaben entbunden.

Christian Titz soll dem HSV einen sonnigen Frühling bescheren.
imago/Manngold

Christian Titz soll dem HSV einen sonnigen Frühling bescheren.

 

Den Hebel umlegen soll Christian Titz, der erstmals am Dienstag das Training leiten soll. Als Trainer des zweiten Mannschaft des HSV ist in der Regionalliga Nord unangefochtener Tabellenführer, in dieser Saison wurde erst ein Spiel verloren. Im Falle eines Abstiegs und eines darüber hinaus nicht unwahrscheinlichen Lizenzentzugs müsste der HSV finanziell deutlich kürzer treten. Möglich wäre ein geplanter Neuaufbau der Mannschaft aus dem Gerüst der Reservemannschaft, weshalb die Wahl wohl auf Titz fiel. Das Spiel der zweiten Mannschaft am Montagabend beim VfB Lübeck (20.15 Uhr) wurde abgesagt.

Wer ist Christian Titz?

Nach Hamburg kam Christian Titz im Jahr 2015, um dort die B-Jugend des HSV zu übernehmen. In Mannheim geboren – das hat Titz mit Werder Bremens „Urgestein“ Thomas Schaaf gemeinsam – schaffte er es als Spieler mit dem SC 07 Idar-Oberstein bis in die Regionalliga. Unter Fußball-Lehrern ist er vor allem durch sein umfassendes Schriftwerk bekannt. Zusammen mit dem früheren Bundesliga-Spieler Thomas Dooley verfasste er vor seiner Hamburger Zeit zwischen 2010 und 2015 sieben Standardwerke zur Fußballtaktik, darunter Titel wie „Perfekte Schusstechniken“, „Dribbeln und Finten“ und „Das 4-4-2-System“. 2002 gründete er mit Dooley die Dooley Soccer University.

Danach trainierte der heute 46-Jährige den 1. FC Passau (2005/06), Viktoria Köln (2009) und den FC Homburg (2011-2014).Anfang der laufenden Saison übernahm hatte er die zweite Mannschaft, mit der er gleich Herbstmeister in der Regionalliga Nord wurde. Sein Vertrag als Jugendtrainer läuft noch bis 2019.

 

Unterstützen soll die Mission Klassenerhalt der frühere HSV-Leistungsträger Thomas von Heesen als sportlicher Berater des Vorstandes. Der Deutsche Meister von 1982 hatte bei seinen Trainer-Stationen in den letzten zehn Jahren selten ein glückliches Händchen. Als Funktionär beim HSV übernimmt er auch Jens Todts Aufgaben. Die Trainerposten im U21-Team werden intern neu besetzt.

„Er hat nie gejammert und sich tadellos verhalten. Unter dem Strich war aber keine wesentliche Verbesserung erkennbar, zudem haben ihm positive Ergebnisse gefehlt“, sagte Wettstein über Hollerbach. Allerdings muss der Ex-Trainer für die Fehler anderer im Verein büßen. Mit einer wild zusammengewürfelten Mannschaft ohne echten Torjäger und Spielmacher konnte er die Wende nicht erzwingen. Gewünschte Verstärkungen in der Winterpause wurden ihm vorenthalten. „Die Mannschaft hat keine Hilfe bekommen“, klagte Abwehrchef Kyriakos Papadopoulos.

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Zunächst ist Titz' Engagement als Cheftrainer nur bis zum Saisonende eingeplant. Der 46-Jährige muss nun versuchen, die schwache Offensive zu beleben. Mit lediglich 18 Toren sind die Hamburger das mit Abstand harmloseste Team der Bundesliga. Mit seinem Co-Trainer Soner Uysal, der von 1998 bis 2001 für den HSV spielte, führt er am Samstag sein neues Team gegen Hertha BSC auf den Rasen des Volksparkstadions. Gespannt darf erwartet werden, wie viele Akteure aus der zweiten Mannschaft in den Kader berufen werden.

Christian Titz (l.) soll Bernd Hollerbach (r.) beerben. Er wäre der dritte Cheftrainer des HSV in dieser Saison.
imago/Michael Schwarz

Christian Titz (l.) soll Bernd Hollerbach (r.) beerben. Er wäre der dritte Cheftrainer des HSV in dieser Saison.

Die Hamburger sind nach 26 Spielen mit lediglich 18 Punkten Tabellenvorletzter und haben schon sieben Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. Seit 13 Spielen haben sie nicht mehr gewonnen. Der erstmalige Abstieg des Bundesliga-Gründungsmitgliedes scheint kaum noch zu verhindern zu sein.

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