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HSV gegen Leverkusen : Calhanoglu: Rückkehr in eine kochende Arena

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem Transfer-Theater im Sommer wird die heutige Partie beim Hamburger SV für Leverkusens Hakan Calhanoglu zum Spießrutenlauf.

shz.de von
erstellt am 01.Nov.2014 | 09:38 Uhr

Hamburg | Hakan Calhanoglu steht laut Hamburger Zeitungen vor der „heißesten Rückkehr aller Zeiten“, sein neuer Arbeitgeber Bayer Leverkusen ist vor dem brisanten Duell beim Hamburger SV aber um Normalität bemüht. „Hakan ist in der Lage, mit schwierigen Situationen umzugehen. Er wird ein gutes Spiel machen“, sagte Bayer-Trainer Roger Schmidt vor dem emotionalen Wiedersehen am 10. Spieltag der Fußball-Bundesliga (heute, 15.30 Uhr). Fest steht: Calhanoglu erwartet bei seiner Rückkehr in die Arena im Volkspark ein ohrenbetäubendes Pfeifkonzert.

Eine im DFB-Pokal erlittene Fersenblessur soll den Mittelfeldstar indes nicht aufhalten. „Ich will unbedingt spielen und werde alles dafür tun, um in Hamburg aufzulaufen“, erklärte der 20-Jährige. Selbst schmerzstillende Tabletten und Spritzen würde er für einen Einsatz in seinem einstigen „Wohnzimmer“ in Kauf nehmen.

Heimisch wird sich Calhanoglu heute allerdings wohl kaum fühlen. Denn nach dem Wechseltheater im Sommer – samt gebrochenem Treueschwur und umstrittener Krankschreibung – kocht die norddeutsche Volksseele noch immer. Den erzwungenen Wechsel an den Rhein haben die HSV-Fans ihrem einstigen Liebling nicht verziehen. „Es wird ohnehin ein brisantes Spiel, mit ihm aber noch viel mehr. Das Stadion wird kochen“, sagte sein früherer HSV-Teamkollege Tolgay Arslan. Aktionen unterhalb der Gürtellinie will Vereinspräsident Carl-Edgar Jarchow jedoch verhindern: „Spruchbänder der Fans müssen vorher bei uns angemeldet werden. Respektlose Kommentare, die den Menschen Calhanoglu verletzen, werden wir aus dem Verkehr ziehen.“

Die Ouvertüre des Theaters um den letztlich für 14,5 Millionen Euro zu Bayer gewechselten Jungstar begann schon im Februar. Der HSV befand sich im Abstiegskampf, als Calhanoglu die Fans jubeln ließ. „Ich möchte ein Zeichen setzen“, sagte er und verlängerte bis 2018. Calhanoglus damaliges Versprechen: „Ich möchte noch lange für den HSV in der Bundesliga spielen.“

Doch diese Meinung änderte sich schnell. Nachdem er mit elf Toren maßgeblich zum Klassenerhalt beigetragen hatte, wollte er schnellstmöglich weg. „Meine Perspektive für die kommende Saison sehe ich in Leverkusen“, sagte der gebürtige Mannheimer im Mai. Spätestens als Calhanoglu der Saisonvorbereitung der Hamburger mit einem Attest einer Heidelberger Psychologin fernblieb, sorgte er für einen Sturm der Entrüstung bei den HSV-Fans.

Unterstützung erhält der umstrittene Profi derweil von Bayer-Sportchef Rudi Völler. „Es wird zu wenig gewürdigt, dass Hakan alles für den Ligaverbleib des HSV getan hat“, sagte der 54-Jährige. „Er hat sich in der Relegation keine Zerrung genommen, sondern alles gegeben. Das zeigt seinen Charakter.“

Völler wird heute auf viele Menschen treffen, die in diesem Punkt ganz sicher anderer Meinung sind.

Die HSV-Aufstellung: Drobny – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Behrami, Arslan – Müller, Holtby, Jansen – Lasogga

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