Entscheidung gefallen : Bernd Hoffmann wird neuer Präsident des HSV

Bernd Hoffmann spricht auf der Mitgliederversammlung des Hamburger SV.  
Bernd Hoffmann spricht auf der Mitgliederversammlung des Hamburger SV.  

Denkbar knappes Votum: Bernd Hoffmann gewinnt mit 585 zu 560 Stimmen gegen Jens Meier.

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18. Februar 2018, 18:23 Uhr

Bernd Hoffmann ist neuer Präsident des Hamburger SV e.V. und bereitet einen Umbruch in den Führungsgremien des Vereins vor. Bei der Wahl am Sonntag setzte sich der frühere Vereinsvorsitzende mit 585:560 Stimmen gegen den bisherigen Amtsinhaber Jens Meier durch. Mit Beifall, aber auch Pfiffen und „Hoffmann raus!“-Rufen wurde das Wahlergebnis von den Mitgliedern quittiert.

Lediglich 1252 der rund 78.000 Mitglieder waren dem Ruf des Vereins in das Veranstaltungscenter Kuppel an der Trabrennbahn Bahrenfeld gefolgt. Gerechnet worden war mit rund 2000 Mitgliedern. Einen Tag nach dem zehnten sieglosen Spiel der Profi-Mannschaft in Serie war die Stimmung der Mitglieder nicht die beste. Das stark abstiegsbedrohte Team von Trainer Bernd Hollerbach hatte einen Besuch der Veranstaltung erwogen, wegen der Wutausbrüche einiger Fans nach der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen aber darauf verzichtet.

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Meier hatte sich selbst und sein Präsidium vor allem für die Arbeit im e.V. mit seinen 30 Sportarten gelobt. Seit vier Jahren schreibt der Universalsportverein schwarze Zahlen, zuletzt wies er einen Gewinn von rund 166.000 Euro aus. Dagegen hat die Fußball-AG in der Saison 2016/17 Verbindlichkeiten von mehr als 105 Millionen Euro bei einem Verlust von 13,4 Millionen Euro verkündet.

Meier attackierte Hoffmann, er habe in seiner Zeit als Vereinschef von 2003 bis 2011 nicht besser gewirtschaftet und in seiner letzten Bilanz „auch 100 Millionen Euro Schulden“ geschrieben. Meier sieht einen gesunden e.V. als Basis für eine erfolgreiche AG.

Hoffmann sieht es genau anders herum und warb für eine Neuausrichtung. „Ein Weiter so kann es nicht geben. Wir brauchen eine Umkehr“, forderte der 55-Jährige. „Die Herzkammer des e.V. schlägt in der Fußball-AG.“ Er könne nicht erkennen, dass die Kontinuität der vergangenen Jahre den Verein „irgendwie nach vorne oder nach oben“ gebracht habe. „Der Erfolg eines Bundesligisten hängt von sieben bis acht Personalien ab“, betonte Hoffmann und deutete damit den Austausch von Verantwortungsträgern für den Fall eines Wahlsieges an.

Vereinsmitglied Konstantin Rogalla warf Meier eine „völlige Verkennung der Realität“ vor. „Über 100 Millionen Euro an Liquidität ist seit 2014 verbrannt worden“, sagte Rogalla und forderte: „Wir dürfen diese Art des Wirtschaftens nicht einen Tag länger zulassen.“ Mehrere Mitglieder verschafften sich Luft über die unzureichende Entwicklung der Fußball-Abteilung, die 2014 in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert worden war. Der HSV e.V. ist mit 76,19 Prozent Mehrheitsgesellschafter der AG. Der Präsident des e.V. nimmt als ständiges Mitglied im Aufsichtsrat Einfluss auf die Entscheidungen der AG.

Im Bericht des AG-Vorstandes gab der Vorsitzende Heribert Bruchhagen wegen des drohenden HSV-Abstiegs zu: „Es hat eine Eigendynamik des Misserfolges eingesetzt, die ich nicht erwartet habe. Ich trage die Verantwortung.“ Der 69-Jährige ergänzte: „Ich bitte Sie um die Unterstützung in diesem schweren Kampf.“ Dazu gehöre auch das Worst-Case-Szenario des Abstiegs. „Wer Fan des Vereins ist, steht bis zur letzten Aktion hinter dem HSV“, sagte Bruchhagen.

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