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Am Steuer beim Bundesliga-Dino : Beiersdorfer und der HSV: Ohne Kühne geht's nicht

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Dietmar Beiersdorfer hat im Sommer die Arbeit als neuer Steuermann beim HSV aufgenommen. Der bei den Fans beliebte ehemalige Abwehrspieler gab ordentlich Geld aus, für Spieler und auch für die neue Führungsetage.

Hamburg | Dietmar Beiersdorfer wundert sich manchmal selbst, was er sich für ein Mammutprojekt zutraut. „Naivität“, nannte der Vorstandsvorsitzende der neuen Fußball AG des Hamburger SV angesichts des Berges an Arbeit als Beweggrund, den beinahe abgestiegenen Bundesligisten wieder auf Kurs zu bringen. Bisher war der 50-Jährige stets als Sportdirektor tätig, nun trägt er zum ersten Mal die Gesamtverantwortung bei einem Profi-Verein. In seiner ersten Amtszeit am Volkspark erwarb er sich in sieben Jahren den Ruf des exzellenten Einkäufers. Fehlgriffe waren schnell vergessen, der Erfolg sprach für sich.

Zudem hatte er den starken Präsidenten Bernd Hoffmann an seiner Seite, der für manch unliebsame Entscheidung in der Öffentlichkeit gerade stand. Schnell hatte Beiersdorfer den liebevollen Spitznamen „Dukaten-Didi“ weg. Beim Unternehmen Red Bull und dem russischen Erstligisten Zenit St. Petersburg sammelte er zuletzt wichtige Erfahrungen, unter anderem, wie man sich mit autoritären Geldgebern arrangiert.

So kann ihn der schwierige Umgang mit HSV-Investor Klaus-Michael Kühne nicht aus der Bahn werfen. In seiner ruhigen Art verkraftet es Beiersdorfer sogar, wenn der Telefonhörer manches Mal aufgelegt wird. Kühne sei mitunter sehr schwarz-weiß in seinen Gedanken: „Er geht durch die Hölle, wenn der HSV verliert. Es braucht eben Zeit, bis auch er die Mechanismen der Branche gelernt hat.“ Er weiß, dass es ohne Kühne nicht geht. Der Bundesliga-„Dino“ ist immer noch mit 100 Millionen Euro verschuldet, der Profi-Etat ist statt zu schrumpfen, auf 50 Millionen Euro angestiegen. Dazu wurde Peter Knäbel als Direktor Profifußball und Bernhard Peters als Direktor Sport geholt. Zum 15. November fängt noch Finanzexperte Frank Wettstein an.

Der Wert der Fußball AG wurde von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG kürzlich auf 330 Millionen Euro taxiert. Kühne muss sich nun bis Ende des Jahres entscheiden, ob er die 25 Millionen Euro Darlehen in 7,6 Prozent Anteile umgewandelt haben will. Das Verhandeln mit neuen Geldgebern ist nun die Aufgabe von Beiersdorfer. Doch dringend benötigte weitere Investoren sind nicht in Sicht. Der Vorstand entwickelte einen Dreijahresplan zur Entschuldung. „Wir wollen den Tanker HSV wenden“, beteuert der Franke und weiß, „dass wir Ergebnisse erzielen müssen, aber wir wollen uns nicht hetzen lassen“, ließ er auch vor dem DFB-Pokalhit am Mittwoch (20.30 Uhr/ARD live) gegen den FC Bayern München wissen.

Bisher hat Beiersdorfer beim HSV vor allem im Profi-Bereich Trainer und Sportdirektor ausgewechselt und auf der Geschäftsstelle für eine positive Atmosphäre gesorgt. Privat ist er wieder dauerhaft bei seiner Familie - auch, wenn er selten früh nach Hause kommt. Da er neben seinem „Baby“ HSV eigentlich keine Hobbys pflegt, legte er sich ein Klavier zu. Bei einem Talkabend in der Hansestadt bekam er gerade ein Notenheft geschenkt: Mit Songs wie „Wunder gibt es immer wieder“.

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erstellt am 29.Okt.2014 | 10:19 Uhr

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