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HSV gegen Werder Bremen : Aufgeheizte Stimmung vor dem Bundesliga-Derby

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Beide Fußball-Bundesligisten stecken im nervenzehrenden Abstiegskampf: Der HSV baut auf den Heimvorteil, Werder freut sich auf einen „Feiertag“.

shz.de von
erstellt am 22.Nov.2014 | 13:06 Uhr

Hamburg | Volles Haus, volle Leidenschaft, volle Pulle: Vor dem ewig jungen Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen haben beide Seiten die Stimmung pünktlich zum 101. Treffen in der Fußball-Bundesliga kräftig angeheizt. „Wir stehen vielleicht vor dem emotionalsten Spiel der Saison. Ein Sieg im Derby würde mit Sicherheit große Kräfte freisetzen. Daher muss hier gegen Bremen der Rasen brennen“, sagte HSV-Coach Josef Zinnbauer über das ausverkaufte Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr). Für Werder-Coach Viktor Skripnik ist der Klassiker „wie ein Feiertag“. Obwohl dem Verlierer des Duells zwischen dem 17. und dem 16. der Absturz auf den letzten Tabellenrang droht, geizen Skripniks Profis nicht mit lautstarken Ankündigungen. „Wir wissen, wie wir dem HSV wehtun können“, tönte Felix Kroos: „Wenn wir unseren Plan durchziehen, dann sind wir das bessere Team.“

Da hatte Kroos aber noch nicht damit gerechnet, dass Werders wichtigster Spieler fehlen wird. Wegen einer Außenbandverletzung im rechten Knie fällt Torjäger Franco Di Santo aus. „Das ist natürlich ein Rückschlag für uns. Er ist momentan unsere Versicherung“, sagte Skripnik. Eine Alternative könnte der zuletzt kaum berücksichtigte Nils Petersen sein, der beim letzten Nordderby in Hamburg (2:0) vor rund einem Jahr beide Tore schoss.

„Klar, dass die Bremer nach drei Siegen Oberwasser bekommen haben“, meinte HSV-Sportchef Peter Knäbel, konterte aber im selben Atemzug, dass er wegen der bedrohlichen sportlichen Lage „eigentlich nur mit einem Sieg leben“ könne. Die Message ist bei den Profis offenbar angekommen. „Unser Stadion muss wieder eine Festung werden. Und wir müssen so kämpferisch auftreten wie zuletzt gegen Leverkusen“, erklärte Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier. In jedem Fall wird es für die 22 Akteure auf dem Platz ein reizvolles Aufeinandertreffen. „Die Derbys gegen Bremen sind die geilsten Spiele überhaupt“, sagte Diekmeier. Torjäger Pierre-Michel Lasogga befand: „Ein Heimsieg im Nordderby könnte der Dosenöffner für die gesamte Saison werden.“

Auch HSV-Clubchef Dietmar Beiersdorfer verspricht dem Erzrivalen einen heißen Tanz. „Es geht um viel. Wir müssen zeigen, dass wir Herr in unserem Haus sind. Wir werden nicht mit Samthandschuhen auflaufen“, sagte er: „Das heißt aber nicht, dass es eine Treterei wird.“ Werders Aufsichtsratsvorsitzender Marco Bode erwartet ebenfalls ein hitziges Duell. „Das entscheidende Wort ist Einstellung“, sagte er und sprach von einer „begeisternden Partie“ für die ganze Liga: „Es wäre schade, wenn es das nicht mehr geben würde.“

Zinnbauer nutzte die Länderspielpause, um seinen in Hamburg gebliebenen Kickern die Lust am Toreschießen einzuimpfen. In vier Testspielen gegen unterklassige Gegner schossen die Profis ein Torverhältnis von 17:1 heraus. Am Dienstag ließ Zinnbauer seine Spieler sogar 30 Minuten lang auf ein leeres Tor zielen. Kein Wunder bei mageren vier Toren in elf Partien – schlechter war in 52 Liga-Jahren noch keiner.

Hamburger SV: Drobny – Diekmeier, Djourou, Westermann, Ostrzolek – Behrami, Arslan – Müller, van der Vaart, Holtby – Lasogga

Werder Bremen: Wolf – Gebre Selassie, Prödl, Galvez, Garcia – Kroos – Fritz, Junuzovic – Bartels – Petersen, Hajrovic

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