Neues vom HSV : Ärger um Hollerbachs Vertrag, Leipzig-Spiel und Kapitänsfrage

Bernd Hollerbach ist neuer Trainer beim Hamburger SV.
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Bernd Hollerbach ist neuer Trainer beim Hamburger SV.

Bernd Hollerbach hat derzeit wohl zwei Kontrakte: beim HSV und den Würzburger Kickers.

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26. Januar 2018, 15:52 Uhr

Hamburg | Die Verpflichtung von Trainer Bernd Hollerbach könnte für den Fußball-Bundesligisten Hamburger SV nach einem Bericht des „Mannheimer Morgen“ noch Ärger mit sich bringen. Nach Angaben der Zeitung soll der 48-jährige Hollerbach beim ehemaligen Zweitligisten Würzburger Kickers ebenfalls noch unter Vertrag stehen. „Wir befinden uns in Gesprächen mit dem HSV über die Modalitäten der Vertragsauflösung“, sagte Würzburgs Aufsichtsratsmitglied Sebastian Herkert dem „Mannheimer Morgen“. Der HSV äußerte sich auf Anfrage nicht und verwies darauf, dass man zu „Vertragsinhalten und -modalitäten grundsätzlich keinerlei Angaben mache“.

Hollerbach hatte die Würzburger Kickers 2016 in die 2. Bundesliga geführt, war aber im vergangenen Jahr gleich wieder abgestiegen. Im Mai 2017 trat er von seinem Amt zurück. Er war am Montag beim abstiegsbedrohten HSV als Nachfolger von Markus Gisdol vorgestellt worden. Der gebürtige Würzburger erhielt einen Kontrakt bis Juni 2019. Am Samstag (15.30 Uhr) gibt er sein Debüt als Cheftrainer im Spiel bei RB Leipzig.

Bernd Hollerbachs schwierige Rettungsmission beginnt bei seinem Kumpel

„Ralph und ich haben freundschaftliche Beziehungen. Er macht einen Riesenjob“, sagte er vor seinem Einstand als neuer HSV-Trainer bei Ralph Hasenhüttls RB Leipzig. „Wir haben ein sehr, sehr gutes Auskommen. Ich finde ihn einen Supertypen“, schickte der Österreicher in Diensten der Sachsen Komplimente zurück.

Der 48-jährige Hollerbach und der zwei Jahre ältere Hasenhüttl kennen sich vom Trainer-Lehrgang 2005 und sind seitdem gut befreundet. Im Sommer-Trainingslager der Leipziger in Seefeld schaute Hollerbach quasi als Weiterbildungsmaßnahme vorbei. Doch mit den Nettigkeiten zwischen den Kumpels und Kollegen dürfte es am Samstag zumindest für zwei Stunden vorbei sein.

Leipzig soll für Hollerbach die erste Etappe auf dem Weg zur Rettung des Bundesliga-Gründungsmitglieds sein. Es ist sein erster Cheftrainer-Posten in der Bundesliga, nachdem er jahrelang als Assistent für den als Schleifer berüchtigten Felix Magath arbeitete.

Was nach seiner Präsentation folgte, waren Tage voller harter Arbeit für die HSV-Spieler, in denen Hollerbach seinen Ruf als Magath-light-Ausgabe gerecht wurde. „Grundvoraussetzung ist eine gewisse körperliche Fitness“, sagte er zu den Tempoläufen am Dienstag, bei den einige Profi wie Kyriakos Papadopoulos und Vasilije Janjicic abreißen lassen mussten. Er will künftig einmal pro Woche Konditionstraining ansetzen.

Doch neben viel Laufen war auch viel Reden angesetzt. Nach sechs Spielen ohne Sieg, davon zuletzt vier Niederlagen, den Sturz auf Platz 17 mit gerade einmal 15 Punkten ist die Verunsicherung groß. „Wir haben viel gesprochen“, sagte der gelernte Metzger Hollerbach. „Die Jungs sind bereit. Ich habe einen sehr, sehr positiven Eindruck. Ich habe nicht das Gefühl, dass sich jemand versteckt.“

Erstes Ergebnis: Problem-Profi Walace bleibt nun doch beim HSV

Bleibt nun doch beim HSV: Der Brasilianer Walace.
Foto: Arne Dedert
Bleibt nun doch beim HSV: Der Brasilianer Walace.
 

Wochenlang hatte der Olympiasieger aus Brasilien mit seinem Wechselwunsch inklusive Streik für Unruhe gesorgt und sich bei Gisdol ins Abseits manövriert. Jetzt sieht der 22-Jährige unter Hollerbach seine Chance. „Er hat gesagt, dass er sich für den den Verein zerreißen wird. Was ich von ihm gesehen habe, war positiv“, sagte Hollerbach.

Vor der Reise nach Sachsen verriet er kaum etwas über seine mögliche Mannschafts-Aufstellung und die taktische Ausrichtung gegen den derzeit von Verletzungen geplagten Tabellenvierten. „Ich habe ein paar Sachen im Kopf“, sagte er. Seine Forderung an seine Spieler: als Einheit auftreten. „Dann sind wir schwer zu schlagen.“

Offene Kapitänsfrage

Noch ist nicht klar, ob Mannschaftskapitän Sakai auch weiterhin die Binde trägt. „Ich habe mir einen ersten Eindruck verschafft und gesagt, dass es für alle wieder von vorne losgeht“, sagte Hollerbach. Laut „Hamburger Morgenpost“ könnte er erst kurz vor dem Spiel gegen Leipzig verkünden, wer den Platz als Nummer eins im Tor ergattert und wer das Team künftig als Kapitän auf den Platz führt.

Hollerbach hat in dieser Woche versucht, einen Stimmungsumschwung bei den Hanseaten einzuleiten. Vor etwas mehr als einem Jahr war das Spiel in Leipzig für den HSV und dem damaligen Trainer Gisdol der Wendepunkt der Saison: Damals gewannen die Hanseaten ebenfalls am 20. Spieltag 3:0 dank Papadopoulos, Walace und Aaron Hunt – ein wichtiger Schritt zur damaligen Rettung des HSV. Kurioserweise endeten die drei bisherigen Begegnungen zwischen Hamburg und RB immer mit Gästesiegen – und den Gastgebern gelang jedes Mal dabei nicht mal ein Tor.

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