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Fussball-Bundesliga : HSV gegen FC Bayern München: Das shz.de-Fanduell

vom
Aus der Onlineredaktion

Alles spricht für einen Ramba-Zamba-Sieg der Bayern, sagt der München-Fan. Erstmal abwarten, sagt der HSV-Fan.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 09:13 Uhr

Hamburg | Bayern-Fan:

9:2, 5:0, 8:0 – Wenn der FC Bayern München in den letzten Jahren gegen den HSV antrat, setzte es meist eine deftige Packung für die Rothosen. Die Ergebnisse veranschaulichen, wie extrem es um das Süd-Nord-Gefälle im den deutschen Fußball bestellt ist. Weil zudem die Innenverteidigung der Hamburger pünktlich zum verblüffenderweise als „brisant“ angekündigten Derby ausfällt, wäre ein Ramba-Zamba-Sieg des Rekordmeisters in zweistelliger Höhe keine Sensation mehr. Trotz Heimrechts der Hamburger halten auch die großen Wettbüros die Wahrscheinlichkeit eines Bayern-Erfolges für mehr als zehn (!) Mal höher als einen Coup der Labbadia-Elf.

Außenverteidiger wie Dennis Diekmeier und Matthias Ostrzolek werden dem filigranen Konzert der postmodernen Münchner Passmaschine nur Laufarbeit und Kampf entgegenzusetzen haben. Selbst wenn die Hamburger mit vereinten Kräften den „Bus vor dem Tor parken“ und geschickte Konter einfädeln: Mit Douglas Costa und Arjen Robben sind zwei lange vermisste Feuerwerksdribbler wieder mit dabei, gegen die es beileibe kein Mittel in der Hamburger Preisklasse gibt. Wie in den letzten Duellen wird der HSV vorne kein Tor schießen und hinten die Hucke voll bekommen.

Die mögliche Aufstellung der Bayern ist zum Zunge schnalzen und eines Champions-League-Siegers würdig.

Neuer - Lahm, Boateng, Martínez, Alaba - Alonso - Thiago - Robben, Douglas Costa – Müller, Lewandowski

Sollten die Hamburger allzu kämpferisch gegen die bayerische Balldominanz im Mittelfeld zu Werke gehen, kann Trainer Pep Guardiola jederzeit mit dem gemeinsten Kettenhund der Liga reagieren: Arturo Vidal. Egal was Bruno Labbadia dann noch taktisch vorhat: Ein Thomas Müller wird das Geschenk dankend annehmen. Der FC Bayern hat ein Weltorchester, der HSV eine Dauerbaustelle für ein solches, aber weit weit weg von der Vollendung.

Dieses Gefühl eines quasi abgeschlossenen Plans hat den Dirigenten Pep Guardiola dazu bewogen, eine neue Herausforderung zu suchen. Am Freitag beginnt das große Schaulaufen für den glamourösen Kosmopoliten. 15 Siege holte seine Mannschaft aus den 17 Spielen in der Hinrunde. Dass der HSV ihm im letzten Jahr ein 0:0 abtrotzte und im DFB-Pokal sogar gegen seine Truppe ein Tor schoss – daraus hat er seine Lehren gezogen.

Der Katalane gilt als unbeirrbarer Perfektionist und wird nicht zulassen, dass noch ein zweites Spiel bis zum Ende seiner Ägide verloren geht. Wenn überhaupt gestauchelt wird – so das Selbstverständnis der Bayern der letzten Jahre – dann höchstens nach harten Schlachten in der Königsklasse. Aber in der eigentlichen Liga der Bayern ruht der Ball ja noch einen Monat.

HSV-Fan:

Packung, ich hör hier immer Packung. Genauso wie die unzähligen, alten ausgelutschen HSV-Loser Witze. Hahaha ... wie witzig Ihr seid. Der Verein hat in den letzten Jahren tatsächlich viel dafür getan, als Loser abgestempelt zu werden. In den letzten beiden Saisons war es ja vielleicht noch verständlich, aber in dieser Saison läuft es ganz ordentlich. Und es wäre mal an der Zeit, das anzuerkennen, anstatt die immer gleichen und nicht mehr witzigen Witze zu bemühen.

Stabiler zehnter Tabellenplatz, 22 Punkte, die Leistung manchmal noch ein Auf und Ab, aber es zeichnet sich ein Team ab, das auch tatsächlich immer öfter als Team agiert. Keiner hat, wie manchmal in den Jahren zuvor, von hohen Zielen für diese Saison gesprochen. Die Bayern sind in der Champions-League, das freut mich doch für die Bayern-Fans. Der HSV will da im Moment gar nicht hin. Konstanter Aufbau, lieber langsamer als zu schnell, wird zum Erfolg führen. Damit kann ich super leben. Hauptsache nicht noch einmal während der Relegationspiele um zehn Jahre altern.

Die Abgänge in der Winterpause mit Diaz, Stieber und Marcos sind zu verschmerzen. Die Verletzung von Emir Spahic (Einriss in der Bauchmuskulatur) und der unsichere Einsatz von Johan Djourou (Kniebeschwerden) nicht so sehr.  Man darf gespannt sein, wie Bruno Labbadia das lösen wird. Kacar wieder in die Abwehr? Oder einen Bundesliga-Einstand für Newcomer Kerim Carolus?

Genauso spannend ist die Frage nach dem Sturm. Hat der HSV überhaupt einen, fragen sich jetzt wohl so manche. Bei 19 geschossenen eine berechtigte Frage. Spielt Lasogga oder nicht, fragt man sich. Aber die Frage stellt sich eigentlich vor jedem Spiel. Pierre-Michel freut sich jedenfalls schon.

Genauso wie Dino Hermann, der sich auf seine ganz spezielle Art auf das Spiel vorbereitet.

Dino Hermann zieht den Bayern die Lederhosen aus

Zieht den Bayern die Lederhosen aus     Dino Hermann nimmt die Liedzeilen wörtlich und bereitet sich auf das Spiel gegen den Rekordmeister auf seine Art vor...  

Posted by HSV on Donnerstag, 21. Januar 2016

Es wird jedenfalls Zeit für den ersten Sieg seit 12 Bundsliga-Partien. 2009 schoss Mladen Petric das Tor. Ihn könnten wir jetzt ganz gut gebrauchen. Die Bayern können doch gar nicht verlieren, meint man. Doch, und wie sie das können. Das einzige Testspiel der Saisonvorbereitung ging gegen den KSC mit 1:2 verloren. Die Mannschaft hinterließ keinen souveränen Eindruck. Das Team funktionierte nicht. Ehemals langzeitverletzte Rückkehrer wie Arjen Robben oder Douglas Costa schnell in die Mannschaft zu integrieren wird nicht gelingen.

Den Rückrunden-Auftakt im Vorjahr haben die Bayern ebenfalls gründlich versemmelt. Das „Mia san mia“-Team ging mit 1:4 beim VfL Wolfsburg unter. Sieben von Peps acht Bundesliga-Niederlagen gab es nach der Winterpause. Und die erste in dieser Saison wird es am Freitag geben. Wir reden hier nicht von einem 5:0 oder gar einem 8:0. Wir reden hier von einem dreckigen 2:1 Arbeitssieg. Nur der HSV! 

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