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Terror-Angst : HSV erhöht Sicherheitsmaßnahmen vor Borussia Dortmund-Spiel

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„Das wird den Fußball verändern“: Die Absage des Länderspiels in Hannover zwingt auch die Bundesliga zum Nachdenken über ihre Sicherheitskonzepte.

Hannover | Der Hamburger SV erhöht vor dem Auftaktspiel zum 13.Spieltag der Fußball-Bundesliga gegen Borussia Dortmund die Sicherheitsmaßnahmen. Die Partie werde wie geplant am Freitag (20.30 Uhr) im Volksparkstadion stattfinden, teilten die Norddeutschen am Mittwoch via Twitter mit.

Die Begegnung ist mit 57.000 Zuschauern ausverkauft. Der HSV arbeitet eng mit den Behörden in der Hansestadt zusammen. Parallel findet am Abend ein Konzert der deutschen Band Unheilig in der benachbarten Arena statt.

Nach der Länderspiel-Absage von Hannover hat im deutschen Fußball eine Debatte um die Sicherheit begonnen. „Das wird den Fußball verändern und stellt uns vor eine neue Herausforderung“, sagte Präsident Martin Kind von Hannover 96. Ligapräsident Reinhard Rauball versicherte trotz der kurzfristigen Absetzung der Testpartie zwischen der deutschen Nationalmannschaft und den Niederlanden wegen einer Terrorwarnung am Dienstagabend, die Bundesliga werde am Wochenende spielen. „Der Spieltag wird stattfinden“, sagte Rauball.

Die nächsten Spiele in den Fußball-Profiligen sind für Freitag angesetzt. In der Bundesliga treffen dann der Hamburger SV und Borussia Dortmund aufeinander. Anpfiff ist um 20.30 Uhr im Volksparkstadion.

Beim HSV heißt es: „Gerade jetzt in diesen schweren Zeiten werden wir ungebrochen unserer Bestimmung folgen. Mit jedem neuen Spiel bringen wir Tausende von Menschen zusammen, die ihre Begeisterung, Freude und Leidenschaft für den Fußball teilen. Das ist unser Beitrag für eine friedliche Welt, auch am Freitagabend im Heimspiel gegen Borussia Dortmund.“

Rainer Koch, der derzeit gemeinsam mit Rauball den Deutschen Fußball-Bund (DFB) führt, warnte vor übereilten Reaktionen. „Wir müssen jetzt entsprechend besonnen damit umgehen und einfach wachsam sein und auch die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend für zukünftige Veranstaltungen kritisch überprüfen und gegebenenfalls auch erhöhen, wo notwendig“, sagte Koch.

Für die deutschen Fußball-Weltmeister war der Schock von Hannover das zweite Alptraum-Erlebnis nach den Attacken von Paris vier Tage zuvor. Nachdem Selbstmordattentäter während der Partie gegen Frankreich vor dem Stade de France Bomben gezündet hatten, verbrachte das Team von Bundestrainer Joachim Löw eine Nacht voller Angst im Stadion. Die Absage am Dienstag erreichte das Team auf dem Weg in die Arena. Der Mannschaftsbus wurde von der Polizei gestoppt, die Spieler wurden in Sicherheit gebracht.

„Mein Eindruck ist, dass der Fußball in Deutschland mit dem heutigen Tage in allen Facetten eine andere Wendung genommen hat“, sagte DFB-Interimschef Rauball. Auf die Frage nach zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen für die bevorstehenden Bundesliga-Partien sagte der Präsident von Borussia Dortmund: „Darüber denken wir natürlich auch nach.“ Hannovers Vereinschef Kind forderte ein einheitliches Konzept für alle Vereine unter Federführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Auch der DFB sieht zunächst den Ligaverband in der Verantwortung, wie Übergangspräsident Koch sagte. „Für den Fußball in Deutschland gilt das gleiche wie für alle anderen Großveranstaltungen in Deutschland auch. Wir müssen uns unter diesem Aspekt entsprechend aufstellen, wir müssen uns bewusst sein, dass Gefährdungslagen bestehen“, sagte Koch.

Für die deutsche Nationalelf ist das Länderspiel-Jahr nach dem traurigen Abend von Hannover beendet. Erst Ende März stehen die Klassiker gegen England in Berlin und gegen Italien in München an. „Was dann zu beachten sein wird, muss mit den Sicherheitsbehörden zu klären sein“, sagte Rauball. 

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erstellt am 18.Nov.2015 | 10:05 Uhr

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