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DFB-Pokal : Warum Holstein Kiel auch gegen Mainz 05 siegen wird

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Die Störche haben aktuell eine Siegesserie, sind torgefährlich und haben im Pokal schon einmal die Mainzer geschlagen.

shz.de von
erstellt am 23.Okt.2017 | 15:55 Uhr

Kiel/Mainz | Holstein Kiel hat sich für die zweite Runde im DFB-Pokal in Schwung gebracht. Mit neun Siegen in den jüngsten zehn Punktspielen ist der Aufsteiger auf Platz zwei in der 2. Fußball-Bundesliga und in die zweite Runde des Pokals gestürmt. Damit hat der Verein eine Euphorie in der Handball-Stadt Kiel ausgelöst. Der nächste Streich soll am Dienstag im Pokal folgen. Gegner ist Bundesligist FSV Mainz 05. Die Kieler müssen um 20.45 Uhr in der Mainzer Arena antreten.

In der Auftaktrunde vor zweieinhalb Monaten hatten die Schleswig-Holsteiner Eintracht Braunschweig aus dem Rennen geworfen und dafür 477.500 Euro an Prämie kassiert. Ein Sieg über Mainz brächte den Kielern weitere 637.000 Euro ein.

„Wir haben einen Tag weniger Zeit als Mainz für die Vorbereitung und die Regeneration, das ist ein kleiner Nachteil für uns“, sagte Trainer Markus Anfang. Sein Team spielte am vergangenen Samstag (2:1 gegen Bielefeld), die Mainzer waren schon tags zuvor im Einsatz (0:2 gegen Schalke 04). Die Mainzer seien sehr variabel und pflegten einen aggressiven Fußball, meinte Anfang. Sein 05-Kollege Sandro Schwarz lasse „viele unterschiedliche Systeme spielen“. Dennoch sprechen Statistik, Torgefahr und Motivation für die Störche.

 

Die Störche haben Rückenwind

Die Kieler haben zuletzt vier Siege in Folge eingefahren und sind als Aufsteiger an die Tabellenspitze gestürmt. Die Rheinhessen nahmen dagegen bisher nur zehn Punkte aus neun Spielen in der ersten Bundesliga mit und stehen mit Platz zwölf in der unteren Hälfte der Tabelle. Der Auftritt der Mainzer gegen Schalke war schwach und könnte sich in den Köpfen der Spieler festgesetzt haben. Viele Experten erwarten zudem, dass 05 diese Saison wieder in den Abstiegskampf gerät. Die vergangenen Saison schloss der Erstligist mit dem 16. Tabellenplatz ab.

 

Auswärts sind die Kieler stark

Mainz zeigte sich bisher bei Heimspielen stärker als auswärts. Gegen Bayer Leverkusen (3:1), Hertha BSC (1:0) und den Hamburger SV (3:2)  verzeichneten sie drei Heimsiege. Doch daran anzuknüpfen, könnte gegen die Störche schwierig werden: In der Liga verloren die Kieler erst ein Auswärtsspiel. Sie traten dabei gegen den Tabellenvierten Union Berlin an (3:4).

Sie sind besonders torgefährlich

Mit 28 Treffern (2,55 im Schnitt) stellt Kiel die beste Offensive der 2. Bundesliga. Die Störche blieben nur in einem von zwölf Spielen torlos. Mit Marvin Duksch haben sie den Törjäger schlechthin. Er traf bereits elf Mal in der laufenden Saison.

Rafael Czichos (links) jubelt mit Dreifach-Torschütze Marvin Duksch.
Rafael Czichos (links) jubelt mit Torschütze Marvin Duksch. Foto: Stefan Puchner/dpa
 

Die Mainzer dagegen ließen bereits 15 Gegentreffer zu (1,67 pro Spiel) und gingen nur aus einem von zehn Spielen zu Null raus. Mit insgesamt 187 Torschüssen liegen die Kieler über dem Zweitliga-Durchschnitt (147,5) und dem Wert der 05er mit 109 Toren. Allerdings liegt die Torschussquote der ersten Bundesliga mit 118,9 deutlich unter dem Durchschnittswert der Zweiten.

Die Störche spielen den Gegner mürbe

Im Spiel der Kieler spielt der Ballbesitz eine zentrale Erfolgsrolle. Sie liegen in der zweiten Liga im Schnitt bei knapp 52 Prozent Ballbesitz. Mainz 05 kommt in seiner Klasse auf gut 45 Prozent. Das weiß auch der Rheinhessische Trainer Sandro Schwarz: „Kiel ist eine Mannschaft, die sich über den Ballbesitz definiert. Ich denke, dass wir gegen sie sehr gut anlaufen müssen. Wichtig wird auch sein, dass wir nicht die Geduld verlieren und uns auf ein Kampfspiel einstellen.“

 

Bisher hat der „Pokal-Schreck“ gegen Mainz immer gewonnen

Beide Teams standen sich zwar erst einmal vor sieben Jahren im Achtelfinale des Pokals gegenüber, aber damals war der Klassenunterschied noch deutlich größer. In der Saison 2011/2012 gewann der Regionalligist mit 2:0 gegen den Bundesligisten. „Wir haben noch etwas gutzumachen“, meinte deshalb FSV-Sportdirektor Rouven Schröder in der Pressekonferenz vor dem Spiel .

<p>DFB-Pokal Achtelfinale 2011: Holstein Kiel gewinnt gegen Mainz 05. Die Kieler Rafael Kazior (l.), Steve Müller und ihre Mannschaftskollegen jubeln nach dem 2:0-Sieg.</p>

DFB-Pokal Achtelfinale 2011: Holstein Kiel gewinnt gegen Mainz 05. Die Kieler Rafael Kazior (l.), Steve Müller und ihre Mannschaftskollegen jubeln nach dem 2:0-Sieg.

 

Der damalige Viertligist warf 2011 zuvor den Zweitligisten Energie Cottbus und MSV Duisburg aus dem Turnier. Die Störche galten damals als „Pokal-Schreck“, ein Potenzial, das seit 1941 bis heute in ihnen steckt.

Die Fluch der zweiten Mainzer Runde

In den vergangenen vier Jahren kamen die Mainzer nicht weiter als bis in die zweite Runde des DFB-Pokals. Sie scheiterten gegen 1860 München, Greuther Fürth und den 1. FC Köln. In der Saison 2014/15 war schon nach der 1. Runde gegen den Chemnitzer FC Schluss. Zugegeben – die Kieler kamen in den vier Jahren nicht über die erste Pokal-Runde hinaus, doch das letzte Mal als sie es schafften, erreichten sie das Viertefinale.

(mit dpa)

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