Heimniederlage zum Auftakt : Schlimmer Fehlstart für Holstein Kiel gegen Mainz

Nur selten obenauf: Hier setzt sich Kiels Denis-Danso Weidlich (li.) gegen den dreifachen Mainzer Torschützen Lucas Höler durch.
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Nur selten obenauf: Hier setzt sich Kiels Denis-Danso Weidlich (li.) gegen den dreifachen Mainzer Torschützen Lucas Höler durch.

Das war heftig: Mit 0:4 (0:3) unterlag Fußball-Drittligist Holstein Kiel gestern zum Saisonstart im eigenen Stadion gegen Mainz 05 II. Schon vor der Pause war das Spiel entschieden.

shz.de von
26. Juli 2015, 10:25 Uhr

Kiel | Beim auch in der Höhe verdienten 0:4 (0:3) gegen die als Abstiegskandidat gehandelte U23 des 1. FSV Mainz 05 stimmten beim Vorjahresdritten vor 5397 Zuschauern im Holstein-Stadion auch einfachste Abläufe nicht. Die in der Vorsaison als geschlossene Einheit glänzenden Kieler präsentierten sich als eine Ansammlung nicht aufeinander abgestimmter Einzelspieler, die zudem eine exorbitant hohe Fehlerquote offenbarten. „Wir müssen die richtigen Schlüsse daraus ziehen“, sagte ein ernüchterter Trainer Karsten Neitzel: „Die gesamte Mannschaft hat heute nicht so funktioniert.“

Dass vier Neuzugänge in der Startelf standen, mag ein Teil, aber nicht die ganze Erklärung sein. Das neue Innenverteidigerduo aus Dominik Schmidt und Denis-Danso Weidlich jedenfalls präsentierte sich in unterirdischer Verfassung. Zahlreiche Ballverluste im Vorwärtsgang, keine Zuordnung zu den Gegenspielern – den flinken Mainzern wurde es leicht gemacht. Ein Ballverlust von Schmidt leitete auch das 0:1 ein, das Lucas Höler per Kopf nach Flanke von Tom Wachs erzielte (16.). Acht Minuten später marschierte 05-Innenverteidiger Fabian Kalig ungestört durchs ganze Mittelfeld, Kiels Keeper Niklas Jakusch parierte zwar noch gegen Höler, der aber den zweiten Versuch zum 0:2 nutzte (24.).

Als Holstein zumindest ein wenig besser im Spiel zu sein schien, erzielte Julian Derstroff aus spitzem Winkel die Vorentscheidung (45.). „Der darf da nicht durch, da kann er so hart schießen wie er will“, gestand Jakusch eine Mitschuld an diesem Gegentor ein. Nach der Pause sah das bis dahin völlig harmlose Kieler Offensivspiel zwar in Ansätzen besser aus. Doch die Mainzer hatten beste Konterchancen durch Höler (56.), Derstroff (58.) und Devante Parker (68., 75.), während für Holstein nur Distanzschüsse von Rafael Czichos (69., drüber) und Fabian Schnellhardt (71., Latte) wirklich gefährlich waren. Höler setzte mit einem 35-Meter-Heber den Schlusspunkt, nachdem der erst am Vortag verpflichtete Steven Lewerenz einen Ball leichtfertig hergeschenkt hatte (82.).

„Vielleicht war das ein Hallo-Wach-Effekt“, meinte Tim Siedschlag. „Wir müssen das aufarbeiten.“ Verteidiger Schmidt redete nicht um den heißen Brei herum: „Heute hat einfach alles nicht funktioniert. Wir haben viel zu viele einfache Fehler gemacht.“

In dieser Form haben die Kieler nicht nur mit dem Aufstieg nichts zu tun. Mit Leistungen wie am Sonnabend steigt man ab. Die Qualität, diesen Eindruck in den kommenden 37 Spielen wieder umzukehren, hat die Mannschaft aber zweifellos auch.

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