Gerüchte um Wechsel : Holstein Kiel: Trainer Markus Anfang kostet mindestens zehn Millionen Euro

Holstein Kiels Trainer Markus Anfang. /Archiv
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Holstein Kiels Trainer Markus Anfang. /Archiv

Die Gerüchteküche brodelt: Wird Anfang der neuen Trainer des 1. FC Köln? Die Kieler legen die Hürde dafür sehr hoch.

shz.de von
03. Dezember 2017, 17:25 Uhr

Kiel | Holstein Kiels unvergleichliches Fußballjahr hat die dafür Verantwortlichen begehrlich gemacht. Trainer Markus Anfang wird in Medien als möglicher Kandidat für den Trainerposten beim Bundesliga-Schlusslicht 1. FC Köln diskutiert. Der Club wiegelt ab.

Holsteins Sport-Geschäftsführer Ralf Becker wies die Gerüchte am Sonntag im Fußball-Talk des TV-Senders Sky Sport News umgehend zurück: „An mich ist niemand herangetreten.“ „Wir sind mit dem Trainer super zufrieden. Wir wollen ihn so lange wie möglich behalten“, sagte Becker. Der Vertrag von Anfang, der am Samstag auf Sky-Nachfrage einen möglichen Wechsel weder bejaht noch dementiert hatte, läuft bis Sommer 2019. Die Kieler wollen den Kontrakt, der laut Anfang nur für die 2. Bundesliga gilt, verlängern.

„Störche“ im Höhenflug

Präsident Steffen Schneekloth hat die Hürde für einen möglichen Wechsel des Trainers sehr hoch gelegt. „Und wenn ein Verantwortlicher irgendeines anderen Vereins meint, unseren Trainer Markus Anfang aus seinem bestehenden Vertragsverhältnis vorzeitig auslösen zu wollen, dann wird das nicht für kleines Geld möglich sein. Bei der derzeitigen Marktlage werden wir unseren Trainer unter zehn Millionen Euro nicht abgeben“, sagte Schneekloth dem Portal „Sportbuzzer“.

Das ist nur zu verständlich angesichts des Höhenflugs, den die „Störche“ in der ersten Halbserie hinlegen. Fünf Minuten und ein paar Umdrehungen der Uhr der Nachspielzeit fehlten den „Störchen“ am Samstag beim 2:2 (0:1) gegen Fortuna Düsseldorf, um die Herbstmeisterschaft in der 2. Fußball-Bundesliga einen Spieltag vor Halbzeit perfekt zu machen. Das aber bestenfalls ein klitzekleiner Wermutstropfen in den Becher der Freude. „Es tut mir für die Fans leid, dass wir im letzten Heimspiel durch eine Unachtsamkeit noch den Ausgleich kriegen. Das ist bitter“, sagte Holstein Kiels Kapitän Rafael Czichos.

Wirklich wichtig war dies nicht. Auch nicht für Markus Anfang. „Insgesamt können wir zufrieden sein, weil wir eine gute Leistung gezeigt haben“, sagte der 43-Jährige trotz des verpassten sechsten Heimsieges mit strahlendem Gesicht. Auch die Holstein-Anhänger unter den 11.748 Zuschauern im prall gefüllten Holsteinstadion waren nicht unhzufrieden.

„Wir sind Aufsteiger und stehen immer noch an der Tabellenspitze.“

Anfang brachte die Quintessenz der Hinrunde auf den Punkt: „Wir müssen immer daran denken, wo wir herkommen. Wir sind Aufsteiger und stehen immer noch an der Tabellenspitze.“ Richtig. Das war vor allem einer formidablen zweiten Halbzeit zu verdenken, in der die Kieler so begeisternd aufspielten wie praktisch seit dem ersten Spieltag. „Die zweite Halbzeit von uns war geil, richtig geil. Wie wir nach dem Halbzeitrückstand zurückgekommen sind, das war schon klasse“, sagte Torwart Kenneth Kronholm.

Kingsley Schindler (55. Minute) und Dominick Drexler (70.) schossen die Hausherren nach dem Rückstand durch Benito Raman (43.) auf die Siegerstraße. „Wir hatten so viele Chancen, da hätten wir den Sack zumachen können“, bedauerte Trainer Anfang. Auf den Rängen waren schon die Vorbereitungen für die Feierlichkeiten im vollsten Gange. Da kam Rouwen Hennings und brach sie mit seinem Ausgleichstreffer in der 85. Minute ab.

Aber auch nicht wirklich. Weil es doch so viel zu feiern gibt an der Fußball-Förde. „Insgesamt haben wir 2017 im Holstein-Stadion ein tolles Jahr erlebt“, befand Kapitän Czichos. Keeper Kronholm stimmte zu: „Das ganze Jahr 2017 war einfach eine geile Nummer.“

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