Aufstieg in die 2. Liga? : Holstein Kiel ist bereit für die Relegation: Wer wird der Gegner?

Der Stuttgarter Fabian Gerster (li.) klärt vor den Kielern Rafael Kazior und Finn Wirlmann.
Der Stuttgarter Fabian Gerster (li.) klärt vor den Kielern Rafael Kazior und Finn Wirlmann.

Mit einer Niederlage verabschiedete sich Fußball-Drittligist Holstein Kiel aus der regulären Saison – doch beim Tabellendritten richteten sich bereits alle Blicke auf den nächsten Gegner.

shz.de von
24. Mai 2015, 12:26 Uhr

Kiel | Es war eine Niederlage, die nur kurz wehtat. „Das ist heute sicher leichter zu verkraften als in anderen Spielen“, sagte Holsteins Stürmer Marc Heider nach dem insgesamt verdienten 0:2 (0:1) gegen den Tabellenvierten. 9167 Zuschauer im Holstein-Stadion empfanden das ähnlich. Die meisten von ihnen feierten die „Störche“ auch in den Schlussminuten, als schon klar war, dass die zweite Niederlage hintereinander nicht mehr abzuwenden war. „Wir haben eine Riesensaison gespielt, die niemand von uns erwartet hat“, sagte Verteidiger Patrick Kohlmann, „und jetzt kommen noch zwei Bonusspiele, auf die wir uns einfach nur freuen können.“

Damit diese dann auch erfolgreich verlaufen, müssen die Spieler aber mit etwas mehr Konzentration zu Werke gehen. Am Einsatz mangelte es nicht, und in der Anfangsphase stimmte auch das Kombinationsspiel noch. „In der Zone 20 Meter vor dem Tor hat uns heute aber einfach die Präzision gefehlt“, erklärte Trainer Karsten Neitzel. So blieben Schüsse von Kohlmann (6.) und Heider (20.) die besten Kieler Torszenen der ersten Hälfte, auch weil Kapitän Rafael Kazior völlig freistehend zu überrascht war, um Gäste-Keeper Korbinian Müller aus 30 Metern zu überwinden (34.).

„Wir haben gesehen, dass wir nicht nur mit Pech hinter Kiel gelandet sind, weil die eine richtig gute Mannschaft haben“, lobte Gäste-Trainer Horst Steffen. „Wir haben erst nach 25 Minuten besser in die Partie gefunden.“ Nach und nach eroberten die Stuttgarter ein Übergewicht im Mittelfeld, hatten durch Besar Halimi (29.) und Randy Edwini-Bonsu (30.) erste Chancen. Edwini-Bonsu war es dann auch, der mit einer starken Einzelaktion das 0:1 erzielte. Er setzte sich gegen Hauke Wahl durch, scheiterte zwar an Keeper Kenneth Kronholm, stocherte den Abpraller aber vor Wahl über die Linie (40.).

Schon direkt nach der Pause fiel das 0:2. Daniel Engelbrecht war aus abseitsverdächtiger Position auf Kronholm zugelaufen und an diesem gescheitert – doch Bentley Baxter Bahn verwertete den Abpraller (49.). „Auch hinten war heute der eine oder andere Wackler dabei", gestand Neitzel. Holstein fehlte anschließend der letzte Funke Konzentration. Zwar waren noch Möglichkeiten zum Anschlusstor durch Kazior (55., 88.), Tim Siedschlag (69.) und den eingewechselten Finn Wirlmann (87.) vorhanden. Doch die Konter der Gäste waren mindestens ebenso gefährlich. So ging der Gäste-Sieg am Ende völlig in Ordnung.

Konzentration auf die Relegation

Die Blicke richteten sich jedoch schnell nach vorn. „Alle Konzentration gilt jetzt dem Freitag“, machte Heider sogleich klar. Derzeit ist der FSV Frankfurt als Zweitliga-16. Gegner der Kieler – am heutigen Sonntag können aber noch insgesamt sechs Teams als Kontrahent der Kieler in Betracht kommen. Einen Wunschgegner für die beiden Relegationsspiele (am Freitag in Kiel, am darauffolgenden Dienstag auswärts) mochte kein Kieler benennen. „Egal wer es wird – es wird schwer“, betonte Trainer Neitzel. „Jeder der sechs Kandidaten spielt in der 2. Liga. Und in der 2. Liga haben die Mannschaften eben meist eine höhere Qualität als in der 3. Liga.“

Gleichzeitig sind sich auch alle der Chance bewusst. „Es werden zwei enge Spiele“, glaubt Kapitän Kazior. „Und wer es wird, ist egal. Wer aufsteigen will, muss gegen jeden, der da kommt, bestehen.“ Die Niederlage vom Sonnabend hat dabei vielleicht auch ihr Gutes, so hoffen die Kieler. „Wenn die Generalprobe schief geht, weiß man doch, dass es bei der Premiere dann klappt“, schmunzelte Außenverteidiger Patrick Herrmann.

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