Markus Anfang zum 1. FC Köln? : Holstein Kiel dementiert Wechsel-Gerüchte um seinen Trainer

Markus Anfang wird als Kandidat für den Cheftrainer-Posten beim 1. FC Köln gehandelt.
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Markus Anfang wird als Kandidat für den Cheftrainer-Posten beim 1. FC Köln gehandelt.

Anfang soll schon ein Dreijahresvertrag in Köln zur Unterschrift vorliegen. In Kiel will man davon aber nichts hören.

shz.de von
16. April 2018, 14:37 Uhr

Kiel | Der 1. FC Köln will seine Planungen im Eiltempo vorantreiben. Am Donnerstag kam die Bekanntgabe, dass Trainer Stefan Ruthenbeck die Profis des Bundesliga-Tabellenletzten nur bis zum Saisonende betreuen wird. Nur vier Tage später scheint dessen Nachfolge geklärt: Fußball-Lehrer Markus Anfang soll den Neuaufbau übernehmen und die Grundlagen für neue, positive Perspektiven am Geißbockheim schaffen.

„Es wird nicht so lange dauern“ – mit diesen Worten hatte Kölns Sport-Geschäftsführer Armin Veh nach dem 1:2 am Samstag bei Hertha BSC eine Lösung der Chefcoach-Causa angekündigt. Dabei läuft alles auf den beim Zweitliga-Dritten Holstein Kiel tätigen Anfang hinaus. Dem Vernehmen nach soll eine Ablösesumme für den 43 Jahre alten gebürtigen Kölner fällig werden, die zwischen 1,0 und 1,5 Millionen Euro liegen soll.

Geradezu gebetsmühlenartig legte Veh am Montag nach: „Wir werden die Entscheidung in dieser Personalie zeitnah bekanntgeben.“ Das ist sinnvoll, weil ja auch die Verhandlungen mit den derzeitigen Kölner Spielern und möglichen Neuen vorangetrieben werden müssen – und das schon im Wissen, wer verantwortlicher Coach sein wird.

Aber es gibt auch das Gebot der Fairness: Der FC wird wohl kaum einen Kandidaten persönlich präsentieren, so lange dieser bei einem anderen Club in der Pflicht steht. Ergo dürfte es so kommen, dass der Ruthenbeck-Nachfolger erst nach dem Zweitliga-Saisonfinale am 13. Mai am Geißbockheim auftreten wird, sollte es sich um Anfang handeln.

Nach Medien-Spekulationen, Anfang werde in Köln binnen Kurzem in persona präsentiert, kam rasch ein Dementi aus Kiel. „Da ist nichts dran“, sagte Sport-Geschäftsführer Ralf Becker der Deutschen Presse-Agentur. „Wir sehen keinen Grund, uns zu irgendwelchen Spekulationen zu äußern.“ Mit der Trainerdiskussion müsse der Verein leben, meinte Becker. Auch die mögliche Verpflichtung von Christian Titz als Anfang-Nachfolger in Kiel will Becker nicht bestätigen.

Titz habe hat eine wahnsinnig schwere Situation mit seinem Team beim Hamburger SV zu bestehen. „Da hat er anderes zu tun, als mögliche Vereinswechsel zu diskutieren“, sagte Becker. Er gab aber zu, sich mit Titz vor längerer Zeit unterhalten zu haben. „Das hatte aber nichts mit der gegenwärtigen Situation zu tun.“

Nach Informationen des Kölner „Express“ soll der 1. FC Köln mit Anfang bereits einen Dreijahresvertrag ausgehandelt haben. Aus dem FC-Umfeld war allerdings zu vernehmen, ein Kontrakt sei noch nicht unterzeichnet. Anfang hat bei Holstein Kiel einen Vertrag bis 2019.

Der gilt allerdings nur für die 2. Liga. Der einstige Erstliga-Fußballer Anfang steht bereits seit dem vergangenen Herbst im Fokus der Kölner und galt schon vor Peter Stögers Aus und Ruthenbecks Amtsübernahme Anfang Dezember als Wunschkandidat.

Anfangs erfolgreiche Arbeit in Kiel machte ihn beim FC zum begehrten Mann: Er führte Holstein in die 2. Liga. Und nach dem 30. Spieltag ist gar der Durchmarsch möglich: Als Dritte haben die Kieler vier Zähler Rückstand auf Tabellenführer Fortuna Düsseldorf. Mit einem Sieg über den 1. FC Nürnberg am nächsten Montag (20.30 Uhr) kann Kiel die Franken überholen und auf einen direkten Aufstiegsplatz rücken.

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