Kiel oder Köln? : Holstein-Coach Markus Anfang weicht der K-Frage weiter aus

Kiels Trainer Markus Anfang.
Kiels Trainer Markus Anfang verfolgt das Spiel. /aktuell

Der Zweitligist versucht, sich auf Dresden zu konzentrieren. Währenddessen macht der 1. FC Köln den Trainerstuhl frei.

shz.de von
13. April 2018, 08:11 Uhr

Kiel | Dynamo Dresden vor der Brust, das Trainertheater im Kopf: Der ambitionierte Fußball-Zweitligist Holstein Kiel befindet sich vor den Wochen der Wahrheit nicht gerade in ruhigem Fahrwasser. Während sich die Kieler Verantwortlichen darum bemühen, das Sportliche in den Vordergrund zu rücken, kocht die Gerüchteküche in Sachen Markus Anfang weiter auf größter Flamme. Seit Beginn der Woche berichten vor allem Kölner Medien darüber, dass sich der 43-jährige Holstein-Coach mit dem 1. FC Köln über einen Wechsel zur neuen Saison bereits einig sein soll.

Die Trainerdiskussion für Holstein kommt zur Unzeit. Der Tabellendritte hat schließlich immer noch alle Möglichkeiten, den Durchmarsch in die Bundesliga über die Relegation oder sogar direkt perfekt zu machen. Am Sonnabend (13 Uhr) müssen die „Störche“ bei Dynamo Dresden ran.

Dass die Rheinländer am Donnerstag verkündeten, den Vertrag mit ihrem aktuellen Chefcoach Stefan Ruthenbeck – unabhängig vom Klassenverbleib – am Saisonende nicht zu verlängern, dürfte an der Kieler Förde keine Jubelstürme ausgelöst haben. „Wir wollen für Klarheit sorgen: Stefans Vertrag endet im Sommer“, sagte der Geschäftsführer des 1. FC Köln Armin Veh. Ob Anfang, kurioserweise Ruthenbecks Großcousin, neuer FC-Trainer wird, wollte Veh nicht kommentieren: „Wir werden auch da zeitnah sicher etwas bekannt geben. Ich sage aber keine Namen.“

Anfang selbst wich auch am Donnerstag wieder der K-Frage Kiel oder Köln aus. „Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Kandidat in der berühmten Flirtshow ‚Herzblatt‘. Am Ende fragt Sie eine Stimme: ,Nun musst Du Dich entscheiden, Markus – Kiel oder Köln?’“, versuchte am Donnerstag ein Journalist, Anfang auf die humorvolle Art etwas zu entlocken. Vergeblich. Der Kieler Erfolgstrainer lachte herzlich und meinte viel- beziehungsweise nichtssagend: „Ich würde nie in eine solche Show gehen.“

Holstein-Kapitän Rafael Czichos ist davon überzeugt, dass das Trainertheater vor dem wichtigen Spiel keine Rolle spielt. „Jeder kennt das Geschäft, jeder darf sich seinen Teil dazu denken. Aber in der Mannschaft werden die Spekulationen um den Trainer nicht groß thematisiert“, sagte Czichos, der am Samstag genauso wie Regisseur Dominick Drexler wieder zur Startelf gehören dürfte. Beide fehlten zuletzt beim 0:0 gegen Darmstadt verletzungsbedingt. Linksverteidiger Johannes van den Bergh wird wohl nach verbüßter Gelb-Sperre für Christopher Lenz in die Anfangsformation rücken.

Bleibt noch die zweite K-Frage: Kronholm oder Kruse? Zumindest hier gibt es eine klare Antwort. Im Tor von Holstein Kiel steht weiter Kenneth Kronholm. Markus Anfang, der Kronholm schon während des Darmstadt-Spiels – und auch danach – öffentlich anzählte, hat sich inzwischen mit dem Schlussmann ausgetauscht und setzt weiter auf den Routinier. Für Lukas Kruse bleibt damit wie bisher nur der Platz auf der Reservebank.

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