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Nach SHFV-Spiel gegen Lübeck : „Derby-Versager“: Unbekannte beschmieren Stadion von Holstein Kiel

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Die Pleite gegen den Rivalen aus Lübeck war schon hart. Doch am nächsten Morgen gab es die nächste böse Überraschung.

shz.de von
erstellt am 16.Nov.2015 | 10:11 Uhr

Kiel | Schmerzhafter Nackenschlag für die „Störche“: Als hätte die bittere Pleite gegen den VfB Lübeck im SHFV-Pokal nicht gereicht, mussten Holstein Kiels Verantwortliche am Morgen nach dem Landesderby den nächsten Ärger schlucken. Am Sonntag stellten die Kieler Sachbeschädigungen und Schmierereien rund um Geschäftsstelle und Trainingszentrum in Projensdorf fest. An Wänden, Fenstern und Fahrzeugen hatten vermutlich frustierte Fans den Schriftzug „Derby-Versager“ gesprüht. Mittlerweile hat Holstein Kiel Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Die Führung des Drittligisten ist entsetzt. „Das ist die Tat von einigen wenigen Chaoten, die Fußball als Vorwand für aggressive Handlungen nutzen“, sagte Holstein Kiels Präsident Roland Reime am Montag. „Auf Glaswänden und Scheiben konnten wir die Schmierereien entfernen. Auf Mauern muss das aber eine Spezialfirma erledigen.“ Reime schätzt den Schaden auf 10.000 bis 15.000 Euro. Der Präsident betonte: „Eine Grenzlinie ist überschritten. Es ist das erste Mal, dass Unmut in dieser aggressiven Form geäußert wird. Ich hätte es lieber verbal. Die Enttäuschung der Fans über unser Pokal-Aus ist durchaus verständlich, aber bitte anders.“ In Fan-Projekten soll Einfluss auf die Fußball-Anhänger genommen werden. „Ich schließe aus, dass der Normal-Fan von Holstein dahintersteckt. Die Fans wissen, mit welcher Liebe und welchem Engagement unsere Anlagen gepflegt werden“, sagte Reime.

Die Vorgeschichte: Am Samstag hatte nicht der favorisierte Fußball-Drittligist Holstein Kiel, sondern der VfB Lübeck das Endspiel um den SHFV-Pokal erreicht. Im Halbfinale siegte der Regionalligist überraschend mit 1:0 (1:0) vor 2557 Zuschauern auf der Lohmühle.

Das 123. Derby der beiden ewigen Rivalen war vorwiegend vom Kampf geprägt. Und da hatten die Gastgeber Vorteile. Das Tor des Tages fiel auf etwas kuriose Weise. Aleksandar Nogovic kam nach einer Ecke zum Schuss, der von Rafael Czichos geblockt wurde, allerdings genau Patrick Herrmann an den Körper sprang und von dort ins Tor prallte (26.).

„Das ist schon sehr enttäuschend“, gestand Holsteins Geschäftsführer Wolfgang Schwenke. „Wir haben es nicht geschafft, Druck zu entwickeln.“ Präsident Roland Reime hatte „einen verdienten Sieg“ der Lübecker gesehen. „Das ist sportlich ein Rückschlag und auch wirtschaftlich ein Problem“, sagte er in Anbetracht der nun fehlenden mindestens 150.000 Euro für das Erreichen der 1. Runde im DFB-Pokal.

Von der Hauptrunde dürfen stattdessen die Lübecker träumen. Sie spielen am 28. Mai 2016 daheim gegen den Sieger der Partie SV Eichede – ETSV Weiche (geplant für den 6. Februar) um ein DFB-Pokal-Ticket.

 

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