Holstein Kiel wahrt seine kleine Chance

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16. April 2012, 09:05 Uhr

Holstein Kiel hat sich seine letzte Chance im Kampf um den Aufstieg in die 3. Liga erhalten. Eine Woche vor dem wichtigen Verfolgerduell gegen RB Leipzig gewannen die "Störche" beim ZFC Meuselwitz insgesamt verdient mit 3:1 (2:1) und scheinen ihr Tief der vergangenen Woche mit dem nunmehr dritten Sieg in Folge endgültig überwunden zu haben.

Holsteins Trainer Thorsten Gutzeit nahm nach dem 4:0-Sieg gegen St. Pauli II zwei Änderungen in der Startformation vor. Patrick Herrmann kehrte nach abgelaufener Gelbsperre in die Mannschaft zurück, für ihn musste Kevin Schulz zurück auf die Bank. Diesmal fehlte Deran Toksöz wegen einer Gelbsperre. Für ihn kehrte Steve Müller in die Anfangsformation zurück, die ansonsten taktisch genauso aussah wie am Mittwoch (siehe Seite 9). Bei den Meuselwitzern fehlte im Vergleich zum sensationellen 1:0-Sieg in Leipzig vier Tage zuvor der Innenverteidiger Frank Müller. Für ihn kam Manuel Starke in die Mannschaft, Andreas Luck übernahm die Position in der Abwehrkette. Trainer Holm Pinder setzte auf zwei Spitzen in einer 4-4-2-Formation.

Die Kieler zeigten von Beginn an, dass sie das Spiel gewinnen wollten und suchten den Weg nach vorn. Allerdings fehlte den Sturmaktionen der KSV in der Anfangsphase noch die rechte Präzision. So klärte ZFC-Keeper Norman Teichmann vor Marc Heider (6.), Jaroslaw Lindner stand nach einer guten Kombination frei, allerdings im Abseits (14.). So fiel der Führungstreffer wieder einmal aus einer Standardsituation. Einen Freistoß aus 20 Metern legte Florian Meyer nur kurz ab, Heider zog flach ab und traf unter der Abwehrmauer hindurch zum 0:1 (19.). Die Freude über diesen Treffer währte allerdings nicht allzu lange. Fünf Minuten später machte ein Ausrutscher von Fabian Wetter eine harmlose, längst bereinigte Situation zu einer Großchance für den ZFC. Rene Weinert brachte den Ball in den Strafraum, wo Sebastian Gasch zwar verpasste, doch Sebastian Latowski stand hinter ihm goldrichtig und schoss zum 1:1 ein (24.). Zehn Minuten lang mussten sich die Gäste von diesem Schock erholen, ehe es kurz vor der Pause wieder überwiegend in Richtung des Meuselwitzer Gehäuses ging. Fiete Sykora und Heider hatte nach einer Flanke von Wetter die erneute Führung schon auf dem Fuß, verpassten aber jeweils knapp. 30 Sekunden später war es nach der anschließenden Ecke aber passiert. Zwar wurde Meyers Eckball von der ZFC-Abwehr aus dem Strafraum befördert - doch nicht weit genug. Herrmann nahm aus 20 Metern Maß, Christian Jürgensen lenkte unhaltbar ab - 1:2 (41.). Heider hatte kurz vor der Pause sogar noch die Chance, auf 1:3 zu erhöhen (45., knapp vorbei).

Im zweiten Abschnitt war zunächst eine Schrecksekunde zu überstehen, als Latowski frei vor Daniel Strähle stand, der KSV-Keeper aber mit einem guten Reflex parierte (51.). Ansonsten wirkte die Kieler Defensive aber stabil. Nach vorne fehlte den Kombinationen zwar oft die letzte Präzision. Doch die eine entscheidende Aktion gelang noch. Sykora spielte einen herrlichen Pass in die Gasse, wo Meyer der ZFC-Abwehr enteilte und überlegt zum 1:3 abschloss (61.). Im Anschluss verwalteten die Kieler die sichere Führung dann. Die Kieler hatten durch Schüsse von Lindner (74.) und Sykora (76.) noch Möglichkeiten, das Resultat zu erhöhen. Für die Meuselwitzer ließ erneut Latowski zwei Minuten vor dem Ende die letzte Möglichkeit zum Anschlusstor aus. Am Ende war es ein verdienter, wenn auch nicht glänzend erspielter Sieg der Kieler, die damit zurück in der Erfolgsspur sind. Auch noch rechtzeitig?

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