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Aufstieg in die 2. Bundesliga : Holstein Kiel: Kein Umbruch vor dem großen Abenteuer

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Holstein Kiel wird auch in der 2. Liga auf seinen aktuellen Kader und sein gutes Kollektiv setzen und nur wenige Personal-Veränderungen vornehmen.

shz.de von
erstellt am 20.Mai.2017 | 11:02 Uhr

Kiel | Das Spiel Holstein Kiel gegen den Halleschen FC im Liveticker.

So ein Aufstieg weckt Begehrlichkeiten. Der künftige Fußball-Zweitligist Holstein Kiel erfährt das gerade. Kaum eine Woche sind die „Störche“ aufgestiegen, da ranken sich um den einen oder anderen Protagonisten schon Gerüchte. So soll Holstein-Sportchef Ralf Becker auf der Wunschliste des künftigen Zweitliga-Konkurrenten FC St. Pauli ganz oben stehen, der einen neuen sportlich Verantwortlichen sucht, nachdem Andreas Rettig sich dort auf den Geschäftsführer-Posten zurückzieht. Spekulationen dieser Art will Becker „nicht kommentieren“, gab aber auf der Jahreshauptversammlung in dieser Woche immerhin ein Bekenntnis zugunsten der KSV ab. Eine Ausstiegsklausel im bis 2019 laufenden Vertrag des Managers gibt es nicht.

Aufstiegstrainer Markus Anfang wird derweil in einigen Medien immer wieder bei seinem Ex-Verein Bayer Leverkusen für die Nachfolge von Tayfun Korkut ins Gespräch gebracht. „Dass Leverkusen einen Trainer sucht, das stimmt – und dass wir hier Vertrag haben, stimmt auch.“ Er habe mit Bayer-Manager Jonas Boldt telefoniert, schiebt er nach. Aber nur, um einander zu gratulieren: der eine zum Aufstieg, der andere zum Klassenverbleib.

Auch Holsteins Spieler sind längst im Fokus der Profivereine gelandet. Verteidiger Dominik Schmidt bekannte schon vor einigen Wochen, als er seinen Vertrag verlängerte, „auch Anfragen aus der 2. Liga“ abgelehnt zu haben. Um Kingsley Schindler sollen Darmstadt 98, der 1. FC Kaiserslautern und Fortuna Düsseldorf buhlen. Dominick Drexler steht in Düsseldorf und bei Bundesliga-Absteiger FC Ingolstadt 04 hoch im Kurs.

Der überragende Offensiv-Allrounder Drexler geht offen mit dem Interesse um. „Es freut einen natürlich, dass die eigene Leistung auch wahrgenommen wird“, sagt der 26-Jährige. „Aber ich fühle mich in Kiel und in der Mannschaft wohl und habe nicht das Bedürfnis, jetzt den Verein wechseln zu müssen.“ Angesichts der Verträge – Drexler wie auch Schindler sind ohne Klauseln bis 2019 in Kiel gebunden – müsste ein Angebot eines anderen Clubs finanziell sehr gut sein. „Wir denken überhaupt nicht darüber nach, Leistungsträger abzugeben“, stellt Becker klar.

Denn das große Ziel bei den „Störchen“ bleibt, die 2. Bundesliga auch „ohne großen Umbruch“ anzugehen, wie Becker betonte. Von den 19 Spielern, die in der Rückserie zum Einsatz kamen, haben nur Verteidiger Eidur Sigurbjörnsson, der zu Valur Reykjavik wechselt, und die Leihspieler Christopher Lenz (Union Berlin) und Marvin Ducksch (St. Pauli) keine Verträge für die kommende Saison. Außerdem ist der Verbleib von Ersatzkeeper Robin Zentner (von Mainz 05 ausgeliehen) und des lange verletzten Patrick Kohlmann fraglich. Zum Team stoßen der zuletzt nach Flensburg verliehene Rene Guder sowie die Jugendstürmer Utku Sen (18) und Noah Awuku (17).

„Wir haben ein gutes Kollektiv“, stellte auch Gerhard Lütje, als Sponsor, Aufsichtsrat und starker Mann im Hintergrund Baumeister des Erfolgs, deutlich klar. „Wir werden jetzt nicht den Fehler machen und zehn Spieler rausschmeißen und zehn neue holen. Aber wir werden natürlich drei, vier gute Spieler dazuholen.“ Mit denen soll der Kader vor allem in der Breite nochmals verstärkt werden. Bedarf könnte – je nach Verbleib der Leihspieler – in allen Mannschaftsteilen bestehen. Am Ende sollen etwa 24 gestandene Profis dem Kader angehören. Allerdings stellt Becker auch klar: „Wir sind von der Mannschaft überzeugt. Die Spieler, die in den vergangenen Monaten gespielt haben, sollen die Chance haben, sich auch in der 2. Liga zu beweisen.“

Spannend wird nicht nur die Kader-Entwicklung in Kiel zu beobachten sein. Auch im Umfeld müssen sich die „Störche“ auf neue Verhältnisse einstellen. So wurde Holstein in der vergangenen Woche nicht nur mit Glückwünschen, sondern auch mit Dauerkartenanfragen bombardiert. Diesen wurde jedoch eine Absage erteilt. Zum einen weil noch nicht einmal die Kapazität für die ersten Spiele im umzubauenden Stadion feststeht. Zum anderen, weil bisherige Karteninhaber und Vereinsmitglieder Vorrang genießen. Zumindest diese Begehrlichkeiten haben die Kieler schon mal – so gut es eben geht – in den Griff bekommen.

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