11. Spieltag : Hoffenheims Siegesserie hält: 2:1 gegen den FC Augsburg

Er kam, sah und traf: Hoffenheims Reiss Nelson (r).
Er kam, sah und traf: Hoffenheims Reiss Nelson (r).

Im Europapokal verpasste es 1899 Hoffenheim zu oft, sich für die guten Leistungen zu belohnen - in der Bundesliga aber ist die Mannschaft von Trainer Julian Nagelsmann inzwischen voll auf Kurs.

shz.de von
10. November 2018, 18:54 Uhr

Das drohende Aus in der Champions League hat auf den Siegeszug von 1899 Hoffenheim in der Fußball-Bundesliga keine Auswirkungen.

«Es gibt ja so einen Spruch: Wenn man solche Spiele gewinnt, ist man erfolgreich. Das sind wir gerade. Vierter Sieg in Folge», bilanzierte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 2:1 (0:0) gegen den FC Augsburg und seinem glücklichen Händchen mit der späten Einwechslung von Reiss Nelson. Zwei Minuten danach traf der Brite in der 84. Minute zum umjubelten Siegtor vor 27.009 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena. «Er hat eine außergewöhnlich gute Quote», sagte Nagelsmann. Genauer: Der 18-Jährige kommt auf sechs Tore und eine Vorlage in sieben Spielen.

Drei Tage nach dem in Unterzahl erkämpften 2:2 gegen Olympique Lyon in der Königsklasse war der Erfolg im Liga-Alltag ebenfalls ein schweres Stück Arbeit für die Gastgeber. «Wir haben wieder eine top Moral auf den Platz gelegt», lobte Torwart Oliver Baumann. Denn als Alfred Finnbogason (69. Minute) die Führung von Andrej Kramaric (65.) ausgeglichen hatte, spielte Hoffenheim weiter nach vorne und wurde am Ende belohnt. In der Tabelle kletterte die TSG damit zumindest bis Sonntag auf Rang fünf, Augsburg steht weiter auf einem Mittelfeldrang und haderte wie beim 2:2 gegen Nürnberg vor einer Woche mit den fehlenden Punkten.

«Ich bin richtig angefressen nach dem Spiel. Wir hätten da durchaus einen Punkt oder vielleicht auch etwas mehr mitnehmen können», sagte Trainer Manuel Baum. «Mit einer Niederlage nach Hause zu fahren, ist katastrophal gerade für uns.» Auch Manager Stefan Reuter sagte vor der Abreise nach Augsburg: «Heute wäre was drin gewesen.» Oder, wie es Jeffrey Gouweleeuw formulierte: «Wir haben unsere Chancen gehabt, sie nicht gemacht und am Ende haben wir null Punkte.»

Dass Nagelsmann seine Mannschaft ohne den am Zeh verletzten Florian Grillitsch in einem 4-3-3 antreten ließ, überraschte Baums Männer. Dennoch gab es, bedingt durch Ballverluste der Hoffenheimer Defensive, zahlreiche im Ansatz sehr gefährliche Konter - die aber spielte Augsburg schlecht aus. «Das sind Situationen, die dürfen uns nicht passieren», monierte Baum. «Da müssen wir uns in der Offensive und der Defensive an die Nase fassen.»

Bezeichnend, dass die Hoffenheimer Führung unmittelbar nach einer vergebenen Gelegenheit der Augsburger fiel. Nach Finnbogasons Pfostentreffer gelangte der Ball wenige Sekunden später zu Kramaric, der den Ball nach starker Vorarbeit des sehr engagierten Joelinton aus kurzer Distanz nur noch über die Linie drücken musste. Der Jubel war noch nicht ganz vorbei, da glich Finnbogason allerdings schon aus. Das Zuspiel von Marco Richter kam im perfekten Moment und der Nationalspieler Islands hob den Ball überlegt über Oliver Baumann ins Tor der Gastgeber.

Doch Hoffenheim, schon in Frankreich nicht kleinzukriegen, arbeitete weiter nach vorne und belohnte sich. Adam Szalai drehte sich gut um seinen Gegenspieler, steckte den Ball auf Nelson und der Leihspieler vom FC Arsenal sorgte für großen Jubel vor der Länderspielpause. «Wer in Unterzahl in der Champions League zwei Tore macht, kann auch in der Bundesliga mit Gleichzahl noch eins machen», meinte Nationalspieler Nico Schulz.

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