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Bundesliga-Kolumne : Heim-Pleiten, Wagen-Burg, Fußball-Woche

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sportchef Jürgen Muhl blickt auf den 29. Spieltag zurück – und auf spannende Spiele während der Woche voraus.

Spannungsfeld: Wer im Abstiegskampf im eigenen Stadion versagt, verliert die Punkte doppelt, lautet eine alte Fußball-Weisheit. Worin eine Menge Wahrheit steckt. Besonders dann, wenn auf eigenem Platz Spiele gegen direkte Mitkonkurrenten verloren werden. So wie bei Werder Bremens Niederlage gegen Augsburg oder bei Frankfurts Pleite gegen Hoffenheim.

Bremen und Frankfurt zittern. Und der Spielplan führt Werder und die Eintracht final zusammen, am letzten Spieltag dieser Saison. Welch eine dramatische Zuspitzung im Abstiegskampf, der den HSV wohl nicht mehr einbeziehen wird.

Die desolate Leistung der Elf von Trainer Bruno Labbadia vor vollem Haus gegen die Billigtruppe von Darmstadt 98 kommt derweil auch Werder teuer zu stehen. Wollte der Hamburger SV dem Rivalen aus der benachbarten Hansestadt keine Schützenhilfe gewähren? War doch die Freude bei den HSV-Fans riesengroß, als mit dem Augsburger Siegtor in Bremen eine neue Konstellation in der Abstiegszone hergestellt wurde. Der HSV und Werder – Rivalität könnte kaum größer sein.

Sollte Bremen neben Hannover 96 den Weg in die 2. Liga antreten müssen, wäre dies für den norddeutschen Fußball ein Tiefschlag. Die Bundesliga würde im Norden erheblich an Attraktivität verlieren, allein das Fehlen der Derbys hätte in beiden Städten gravierende wirtschaftliche Defizite zur Folge. HSV gegen Werder, Werder gegen HSV – das soll es nicht mehr geben? Welch ein großer Verlust an Fußballkultur. Nicht nur den befreundeten Altmeistern beider Vereine, Uwe Seeler und Max Lorenz, würde etwas fehlen.

Skripnik wackelt

 

Bei Werder Bremen weiß man nicht so recht, wie es weitergehen soll. Während Manager Thomas Eichin („Wir praktizieren eine Art Wagenburg-Mentalität“) einmal so und das andere Mal so – eben anders – spricht, braut sich um ihn herum eine Anti-Skripnik-Stimmung zusammen. Dazu sollen auch Teile des Aufsichtsrats, der in der Vergangenheit stets eng zusammengearbeitet hat, gehören. Viel Zeit hat Werder nicht mehr, um das Ruder herumzureißen. Die Erklärungen von Trainer Viktor Skripnik sind dürftig, hilflos – auch seine Spielanalysen haben kaum Erstliga-Format. Die Mannschaft wirkt fahrig, ohne Selbstvertrauen. Werders Gremien tagten am Sonntag bis Mitternacht, eine Entscheidung in der Trainerfrage könnte am heutigen Montag folgen.

Beste Abendunterhaltung

 

Was für eine Fußballwoche, was für Duelle, die allesamt entschieden werden müssen. Die Rückspiele in der Champions und Europa League. Es beginnt am Dienstag mit dem Auftritt des VfL Wolfsburg im Hexenkessel Bernabeu in Madrid. Real muss einen Zwei-Tore-Vorsprung der Wolfsburger aufholen. Am Mittwoch hat der FC Bayern bei Benfica in Lissabon ein hauchdünnes 1:0 aus dem Hinspiel über die Runden zu bringen. Und am Donnerstag kommt es zur erneuten Klopp-Show beim Duell Liverpool gegen Dortmund an der legendären Anfield Road. Thomas Tuchel schonte am Sonntag im Revierderby auf Schalke einige seiner Stars. Was zeigt, welchen Stellenwert dieser Klassiker hat. Zum Abschluss einer großen Fußballwoche.

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erstellt am 11.Apr.2016 | 08:01 Uhr

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