zur Navigation springen

Nach Krawallen : Hansa Rostock macht Südtribüne gegen Dynamo Dresden dicht

vom

Nach den schweren Ausschreitungen beim Spiel gegen den 1. FC Magdeburg sperrt Hansa 3000 Karten beim Spiel gegen Dresden.

shz.de von
erstellt am 24.Sep.2015 | 17:48 Uhr

Rostock | Als Reaktion auf die Randale beim Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg schließt der FC Hansa Rostock beim nächsten Heimspiel in der 3. Fußball-Liga am 3. Oktober gegen Dynamo Dresden die Südtribüne. Damit sind knapp 3000 der teilweise zur Ultraszene zählenden Fans von dem Ost-Duell ausgeschlossen. Karten, die bereits verkauft sind, werden nicht ersetzt, sagte Clubchef Michael Dahlmann am Donnerstag in Rostock. Es sei ihm kein vergleichbarer Fall in der deutschen Fußballgeschichte bekannt. Mögliche juristische Folgen seien ihm derzeit nicht wichtig. Es sei jedoch eine Grenze erreicht, der Vertrauensvorschuss aufgebraucht. Der Vorverkauf für das Dresden-Spiel laufe weiter, von den 21.000 zur Verfügung stehenden Karten seien bislang 14.000 verkauft.

Hansa Rostock muss nach den schweren Ausschreitungen beim Drittliga-Spiel gegen den 1. FC Magdeburg erneut mit Strafen des Deutschen Fußball-Bundes rechnen. „Das war ein Rückfall in die Steinzeit. Der Vorstand arbeitet an allen Ecken und Enden, um das Thema aufzuarbeiten“, sagte Hansa-Sportdirektor Uwe Klein am Donnerstag.

Fans beider Vereine hatten sich bei der Partie am Mittwochabend mit Feuerwerkskörpern beschossen. Chaoten zündeten Böller und Rauchbomben, die das Spielfeld total einnebelten. Schiedsrichter Sven Jablonski musste die Partie zweimal für insgesamt rund 17 Minuten unterbrechen. Das Spiel stand vor dem Abbruch. Hansa ist in der Vergangenheit wegen Verfehlungen seiner Anhänger wiederholt zur Kasse gebeten worden. Das letzte „Geisterspiel“ vor leeren Rängen gab es am 18. Dezember 2011 gegen Dynamo Dresden, es verursachte ein Finanzloch in sechsstelliger Höhe.

Alle Sicherheitsmaßnahmen konnten die Krawalle nicht verhindern. So waren die Einlasskontrollen verschärft, Sprengstoff-Spürhunde eingesetzt und Karten nur an Anhänger aus Mecklenburg-Vorpommern verkauft worden. „Wir werden die Geschehnisse intern und mit den Sicherheitsbehörden bewerten. Und dann kommt ja noch ein Verfahren seitens des Deutschen Fußball-Bundes auf uns zu“, sagte Vorstandschef Michael Dahlmann.

Nach dem Abpfiff der Partie am Mittwochabend gingen die Randale in der Rostocker Innenstadt weiter. Der Polizei zufolge bewarfen etwa 100 vermummte Rostock-Anhänger das neue Polizeizentrum mit Steinen und beschädigten Fensterscheiben. Vor dem Spiel hatten Unbekannte den Fan-Zug der Magdeburger mit Gegenständen beworfen und mit Farbe besprüht. Im Stadion kam es zu weiteren Streitereien. Die Polizei setzte 85 Beteiligte fest.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen