2. Runde im DFB-Pokal : Hammer-Los mit Haken: Weiche 08 gegen Werder wohl nicht in Flensburg

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Flensburger Jubel.

Die Flensburger Fußballer bekommen es erstmals mit einem Erstligisten zu tun. Nun müsse man „Asyl suchen“, heißt es.

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26. August 2018, 19:24 Uhr

Flensburg | Als ersten Nordclub hat die Leichtathletin Gina Lückenkemper die Flensburger aus dem Lostopf gezogen: Was dann kam, wird die vielen Werder-Bremen-Fans in Schleswig-Holstein in besonderer Weise freuen: Es kommt zum Nord-Derby des Regionalligisten mit dem Bundesligisten in der 2. DFB-Pokalrunde. Die Freude im Weiche Clubhaus war groß.

„Ein Bundesligist ist schon ein Hammer. Das ist ein attraktives Los. Wir freuen uns auf Werder“, sagte Trainer Daniel Jurgeleit. Der Vereinsvorsitzende Hans-Ludwig Suhr hat aber Bedenken. „Ein Weiterkommen ist fast unmöglich. Ich hätte lieber ein kleines Kaliber gehabt.“ Der Vereinschef will sich in den nächsten Tagen nach einer Spielstätte umsehen, weil die heimische aus Sicherheitsgründen nicht geeignet ist. „Wir werden Asyl suchen müssen“, meinte er. Infrage kommen für das Spiel am 30. oder 31. Oktober Lübeck, Kiel und Hamburg. Das Flensburger Stadion ist schon aufgrund fehlender Flutlichter nicht geeignet für das ausstehende Abendspiel. Doch der Verein setzt viel daran, dass das Spiel doch noch in Flensburg stattfinden kann.

 

Ins Gespräch gekommen war zunächst eine mobile Flutlichtanlage aus dem Ausland. Das Weiche-Stadion kann selbst mit Sondergenehmigung allerdings ganze 3500 Zuschauer aufnehmen – viel zu wenig, um den Ansturm gegen einer Pflichtspiel-Paarung mit einem Erstligisten zu bewältigen. Und die Licht-Anlage würde mit 100.000 Euro in etwa so viel kosten wie die Miete eines größeren Stadions. Wirtschaftlicher für den Club wären ein Umzug oder gar eine Veräußerung des Heimrechts allemal. Die endgültige Entscheidung darüber, ob es nicht doch zu Fußball-Romantik in Weiche kommt, steht aber noch aus.

Lesen Sie mehr: Flutlicht, Los und Public Viewing: Die Fragen nach Weiches Pokal-Triumph
 

Erstrundensieg im DFB-Pokal: Flensburg feiert seine Fußball-Sensation

Ins Holsteinstadion nach Kiel können die Flensburger schon mal nicht ausweichen, denn Hausherr Holstein Kiel empfängt in der nächsten Runde des DFB-Pokals seinerseits den SC Freiburg. In der ersten Runde hatten die Störche 1860 München ausgeschaltet. „Wir können mit der Auslosung glücklich sein“, sagte Holstein-Sportdirektor Fabian Wohlgemuth: „Für diese Partie muss niemand besonders motiviert werden. Es ist ja nicht wirklich neu, dass im Pokal die Spielklassenzugehörigkeit nicht immer die erste Geige spielt.“ Kiel wolle „auf Augenhöhe um das Weiterkommen spielen“.

In der Höhle des größten Werder-Rivalen hingegen wäre für die Bahner aus Flensburg theoretisch Platz: Denn der HSV muss sich dem Los beugen und nach Wiesbaden zum SV Wehen reisen. Nachdem die Hessen in der ersten Runde den FC St. Pauli aus dem Rennen geworfen hatten (3:2 nach Verlängerung) soll nun gegen den HSV der zweite Coup gegen einen Club aus der Hansestadt folgen. Auch das Millerntor-Stadion wäre spielfrei.

Ebenfalls auswärts antreten muss Rekord-Pokalsieger Bayern München. Gegner des Letzjahresfinalisten ist der SV Rödinghausen in Ostwestfalen.

Das sind die Begegnungen der 2. Runde

Hansa Rostock - 1. FC Nürnberg
SC Weiche Flensburg (RL Nord) - Werder Bremen
BSG Chemie Leipzig (OL Nordost-Süd) - SC Paderborn
SSV Ulm (RL Südwest) - Fortuna Düsseldorf
Wehen Wiesbaden - Hamburger SV
SV Rödinghausen (RL West) - Bayern München
Holstein Kiel - SC Freiburg
Arminia Bielefeld - MSV Duisburg
1. FC Heidenheim - SV Sandhausen
RB Leipzig - TSG Hoffeinheim
1. FC Köln - Schalke 04
Hannover 96 - VfL Wolfsburg
Darmstadt 98 - Hertha BSC
Borussia Mönchengladbach - Bayer Leverkusen
FC Augsburg - FSV Mainz 05
Borussia Dortmund - Union Berlin

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