Fußball-Weltmeisterschaft 2018 : WM in Russland: BKA sieht hohe Gefährdung durch Islamisten und Hooligans

<p>Gewaltbereite Fußballfans in Russland.</p>

Gewaltbereite Fußballfans in Russland.

Neben der Hooligan-Problematik hat das BKA offenbar Hinweise auf geplante IS-Attentate auf besonders populäre Spieler.

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06. März 2018, 12:00 Uhr

Terroristen und Hooligans könnten die am 14. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft in Russland zu einem Ort der Gewalt machen. Ein von der „Bild“ zitiertes, vertrauliches „Gefährdungslagebild“ des Bundeskriminalamts (BKA) warnt vor einer hohen Gefährdung vor allem durch radikale Islamisten des Islamischen Staates (IS). Die Terrororganisation habe seit Oktober das Thema WM aktiviert, heißt es. So wurden zum Beispiel Collagen verbreitet, die eine Hinrichtung von Weltstars wie Neymar, Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo abbildeten.

Wegen der Beteiligung an den Kriegen im Irak und in Syrien stehe Russland besonders im Fadenkreuz der Terroristen, heißt es. Bedingt durch die Konflikte mit den islamisch geprägten Teilrepubliken hat Russland auch im Inland mit islamistischen Strukturen zu kämpfen, die im Sommer Eskalationen herbeiführen könnten. Das BKA wollte den Bericht am Dienstag nicht kommentieren. Dies geschehe bei internen Papieren grundsätzlich nicht, teilte eine Sprecherin mit.

Russe Lebedew will Hooligankämpfe als neue Sportart

Auch die russischen Hooligans könnten laut BKA zum Problem für Spieler und Zuschauer werden. Schon vor einem Jahr hatte die zum Teil rassistische Szene ein „Festival der Gewalt“ verlauten lassen. Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich hatten russische Hooligans ihre Gewaltbereitschaft in erschreckender Form demonstriert. Bei Straßenschlachten in Marseille wurden seinerzeit 35 Menschen verletzt.

<p>Russlands Parlaments-Vizepräsident Igor Lebedev will aus der Hooligan-Gewalt ein Geschäft machen.</p>
imago/ITAR-TASS

Russlands Parlaments-Vizepräsident Igor Lebedev will aus der Hooligan-Gewalt ein Geschäft machen.

Die Worte des russischen Duma-Vizepräsidenten Igor Lebedew zu den Szenen sorgten seinerzeit für weitere Irritationen und für viele Fragen über die Gewaltverherrlichung im russischen Fußball: „Ich kann nichts Schlimmes an kämpfenden Fans finden. Im Gegenteil, gut gemacht, Jungs. Weiter so!“, twitterte Lebedew, Vorstandsmitglied des russischen Fußball-Verbandes, damals.

Für das Turnier 2018 forderte er vor einem Jahr legale unbewaffnete Kämpfe mit „festem Regelsatz“ für Hooligans in den Stadien. Das solle helfen, „Fan-Aggressionen in eine friedliche Richtung zu lenken“, schrieb Lebedew laut einem Bericht von „Eurosport“ vor genau einem Jahr auf der Website der Liberal-Demokratischen Partei Russlands, dessen Vorsitzender Wladimir Schirinowski sein Vater ist.

Bei dieser neuen „Sportart“ sollten laut Lebedew Hooligan-Gruppen von je 20 Mann im Stadion gegeneinander antreten. „Russland wäre der Pionier eines neuen Sports“, schrieb Lebedew, der einen Doktortitel in Sozialwissenschaften besitzt. Und er hofft dann auf Tausende Fans, die sich die Schlacht ansehen, vor allem aus England.

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