Nur ein Einsatz in Russland : WM-Aus für deutschen Schiedsrichter Brych

Für seine Leistung im Spiel Serbien-Schweiz wurde Felix Brych von serbischer Seite stark kritisiert. Foto: dpa/Sergei Fadeichev/TASS
Für seine Leistung im Spiel Serbien-Schweiz wurde Felix Brych von serbischer Seite stark kritisiert. Foto: dpa/Sergei Fadeichev/TASS

Grund dafür soll Brychs Leistung im Vorrundenspiel Serbien gegen Schweiz sein.

shz.de von
04. Juli 2018, 20:20 Uhr

Moskau | Die Fußball-WM in Russland ist für Schiedsrichter Felix Brych nach nur einem Vorrunden-Einsatz beendet. Der Münchner steht nicht mehr auf der Liste für die weiteren Partien in der K.o.-Runde und wird am Donnerstag nach Hause reisen, wie der Fußball-Weltverband FIFA mitteilte. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Anfeindungen aus Serbien

Brych hatte bei der WM das brisante Duell der Schweiz mit Serbien geleitet und war danach wegen eines nicht gegebenen Elfmeters von serbischer Seite angefeindet worden. Diese Posse und die wüsten Proteste des Verbands Serbiens dürfte ihm nun die Möglichkeit auf weitere Spiele in Russland gekostet haben. Zwar gilt der italienische Ex-Spitzenreferee Pierluigi Collina, Chef der FIFA-Schiedsrichterkommission, als Unterstützer und Förderer von Brych. Doch auch dies konnte dem Weltschiedsrichter des Jahres 2017 offenbar nicht helfen.

"Wenn du in die Kritik gerätst und sogar zu einem Politikum wirst, hast du kaum noch eine große Chance in dem Turnier", hatte der deutsche WM-Rekordreferee Markus Merk zu einer möglichen Entscheidung der FIFA bereits vorab gesagt. "Dann nimmt die Kommission lieber einen Schiedsrichter, der in mehreren Spielen überzeugt hat und schadlos durch das Turnier gekommen ist."

Bislang nur ein Deutscher als Finalschiedsrichter

Bislang ist Rudolf Glöckner der einzige deutsche WM-Finalschiedsrichter, der Markranstädter leitete 1970 das Duell von Brasilien und Italien. Ein Viertelfinale pfiff zuletzt Siegfried Kirschen vor 32 Jahren. Top-Kandidaten auf das Finale sind nun der Senegalese Malang Diedhiou, Alireza Faghani aus Iran, der Niederländer Björn Kuipers und Nestor Pitana aus Argentinien.

Als bislang letzte deutsche Referees hatten Walter Eschweiler und Adolf Prokop 1982 bei einer WM jeweils nur einen Auftritt gehabt. Bei seiner ersten WM in Brasilien vor vier Jahren hatte Brych noch zwei Vorrundenspiele geleitet. Bei der EM 2020 könnte er Spiele in seiner Heimatstadt München leiten. Und auch eine kleine WM-Chance könnte es noch geben: Beim kommenden Weltturnier in Katar wäre er 47 Jahre alt – die FIFA hat ihr Alterslimit für Referee inzwischen abgeschafft.

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