Muhls WM-Ecke : Weltmeisterschaft ohne Deutschland? Es kommt Leben rein

Spannung pur: Benjamin Pavard (l) aus Frankreich bejubelt seinen Treffer zum 2:2 vor der Bank der französischen Mannschaft im Achtelfinalspiel gegen Argentinien.

Spannung pur: Benjamin Pavard (l) aus Frankreich bejubelt seinen Treffer zum 2:2 vor der Bank der französischen Mannschaft im Achtelfinalspiel gegen Argentinien.

Alle bisherigen Achtelfinal-Spiele waren spannend. Eine Art von Anschauungsunterricht, kommentiert Jürgen Muhl.

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02. Juli 2018, 11:17 Uhr

Irgendwie ist es schon eine fremde Weltmeisterschaft. Ein Turnier der Besten – ohne Deutschland. Ja, geht das denn überhaupt – man ist fast geneigt, zu fragen, ob dies denn eine rechtmäßige Weltmeisterschaft ist? Ja, ist es. Es geht auch ohne Deutschland. Was die Veranstalter von Public-Viewing-Events sicher anders sehen.

Denen sind mir nichts dir nichts die Einnahmen verloren gegangen. Weil die Deutschen nicht konnten, nicht wollten – oder was auch immer. Kaum wieder in der Heimat, sitzt der Bundes-Jogi überraschend in seiner Heimat in der Nähe von Freiburg, und eben nicht in seinem Berliner Domizil, schlürft Espresso und denkt über seine Zukunft nach. Mach ich weiter für gutes Geld oder ziehe ich einen Schlussstrich unter insgesamt zwölf gute Jahre als Bundestrainer?

Die DFB-Funktionäre, die aus unerfindlichen Gründen mit Löw einen Monat vor WM-Beginn den Vertrag um vier Jahre verlängert haben, bitten den Bundestrainer mit Engelszungen um Vertragserfüllung. Ein trauriges, ein ohnmächtiges Verhalten der Verbands-Spitze, die einen Riesenfehler begangen hat und dafür nicht büßen möchte. Alle Blicke und Kameras sind auf den Schwarzwald gerichtet. Wann kommt der weiße Rauch aus Löws Kamin?

Die WM indes gewinnt an Fahrt, es kommt Leben in die Bude. Alle bisherigen Achtelfinal-Spiele waren spannend, es wurde größtenteils guter Fußball geboten. Und irgendwie macht es Spaß, dies zu genießen. Die Spieler fast aller Teams singen ihre Hymnen, man sieht ihnen durchaus Freude an, die Farben ihres Landes zu tragen. Eine Art von Anschauungsunterricht.

An dieser Stelle beleuchtet Jürgen Muhl, stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Sportredaktion des sh:z, die WM in Russland.
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