Deutschland gegen Mexiko : Vor DFB-Duell: Mexiko kommt, «um Weltmeister zu sein»

Die mexikanische Nationalmannschaft trainiert vor dem WM-Auftaktspiel gegen Deutschland unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
Die mexikanische Nationalmannschaft trainiert vor dem WM-Auftaktspiel gegen Deutschland unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Viel schwerer hätte es für Mexiko nicht beginnen können. Gleich im ersten Spiel trifft El Tri auf den WM-Titelverteidiger. Auf das Selbstbewusstsein wirkt sich das nicht unbedingt negativ aus.

shz.de von
15. Juni 2018, 13:08 Uhr

Den großen Worten sollen große Taten folgen. Vor dem Duell mit Weltmeister Deutschland sind die mexikanischen Nationalspieler von ihren Fähigkeiten überzeugt, sehr überzeugt.

«Ich sehe nicht, warum wir am Sonntag gegen Deutschland nicht gewinnen sollten», sagte Mexikos Verteidiger Carlos Salcedo von Eintracht Frankfurt forsch und Stürmerstar Chicharito sprach sogar schon vom Titel: «Wir kommen, um Weltmeister zu sein.» Der mexikanische Motto-Hashtag in Russland lautet: «NadaNosDetiene» - «Nichts hält uns auf». Ob das aber auch für die DFB-Elf gilt, ist zumindest sehr fraglich.

Denn El Tri überzeugte zuletzt noch weniger als Deutschland. Der letzte Test vor der Abreise nach Russland ging mit 0:2 in Dänemark verloren, zuvor gab es einen dürftigen 1:0-Sieg gegen Schottland und ein maues 0:0 gegen Wales. Schon vor dem WM-Auftakt steht Trainer Juan Carlos Osorio in der Kritik. Die immer wieder zu hörenden Vorwürfe: Der Kolumbianer rotiere zu viel, ein klares System sei nicht zu erkennen.

Hinzu kommen Verletzungssorgen. Neben Néstor Araujo, der bereits länger ausfällt und daher von Beginn an nicht zum Russland-Kader seines Teams gehörte, wurde in Diego Reyes ein zweiter Defensivspezialist nicht rechtzeitig fit. «Die Ausfälle von Néstor und Diego sind spürbar», sagte Abwehrkollege Hugo Ayala. Er betonte jedoch auch: «Wir sind vorbereitet und haben die höchste Bereitschaft, das Beste für die Auswahl zu geben.»

Alles gegeben haben die Spieler von El Tri Medienberichten zufolge auch bei einer Fiesta an einem trainingsfreien Tag in der WM-Vorbereitung. Die mexikanische Zeitschrift «TV Notas» hatte über die Teilnahme von 30 Escort-Damen an der Party berichtet. Chicharito erklärte hingegen in einem Videochat mit Fans bei Facebook, es habe «niemals Escorts» gegeben. Der frühere Angreifer von Bayer Leverkusen habe seine Teamkollegen selbst eingeladen, um seinen Geburtstag zu feiern. «Wir haben alle ein reines Gewissen», sagte er.

Trotz der Skandal-Schlagzeilen und der sportlichen Probleme ist die Vorfreude auf das Kräftemessen mit dem amtierenden Champion groß. «Es gibt keinen größeren Gegner als Deutschland, sie sind Weltmeister, das wird großartig», sagte Coach Osorio. «Ich freue mich darauf, gegen sie zu spielen. Wir können sie herausfordern und hoffentlich auf Augenhöhe mit ihnen spielen.»

Marco Fabián, der genau wie Salcedo für Frankfurt spielt, fiebert der Partie ganz besonders entgegen. «Es wird ein ganz spezieller, besonderer Tag in meinem Leben sein», sagte er der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung». Ein Sieg «würde mich mit großem Stolz erfüllen. In Mexiko wäre Fiesta Mexicana» - diesmal dann vielleicht sogar ohne Skandal-Schlagzeilen.

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