WM-Titel in Italien : Treffen nach 25 Jahren: Wie die Weltmeister von 1990 feierten

Der Trainer und sein Kapitän: Franz Beckenbauer (links) und Lothar Matthäus.
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Der Trainer und sein Kapitän: Franz Beckenbauer (links) und Lothar Matthäus.

Lothar Matthäus stemmte den WM-Pokal nochmal in die Höhe. Nicht der einzige schöne Moment beim Weltmeister-Wiedersehen. Aber ein besonderer Spieler fehlte.

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09. Juli 2015, 11:07 Uhr

Kaltern | Immer noch Gänsehaut: 25 Jahre nach ihrem Coup von Rom haben die deutschen Fußball-Weltmeister von 1990 bei einem großen Wiedersehen feierlich in Erinnerungen geschwelgt. Am Kalterer See war am Mittwoch zum Gala-Dinner geladen - dort, wo vor einem Vierteljahrhundert die furiosen WM-Wochen von „Italia Novanta“ begonnen hatten.

Lothar Matthäus mit Freundin Anastasia Klimko und Klaus Augenthaler (Mitte).
Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images/dpa
Lothar Matthäus mit Freundin Anastasia Klimko und Klaus Augenthaler (Mitte).
 

Die Streiche im Südtiroler Trainingslager, das Solo von Matthäus, die Spucke in Rudi Völlers Haar, die Elfmeter-Paraden von Bodo Illgner - und der entscheidende Strafstoß im Finale von Andreas Brehme: Als auf zwei Leinwänden die Höhepunkte des Turniers gezeigt wurden, gab es immer wieder Szenenapplaus.

Salve: Auch Rudi Völler ist dabei.
Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images/dpa
Salve: Rudi Völler ließ sich das Zusammentreffen auch nicht nehmen.
 

„Es war nicht zu vermeiden, dass die beste Mannschaft Weltmeister wurde“, resümierte Teamchef Franz Beckenbauer, der 15 seiner 22 Kaderspieler von 1990 im noblen Hotel Seeleiten begrüßen durfte. Nicht alle Weltmeister von damals waren oder sind in der Karriere danach groß im Geschäft. Einer von ihnen: Andreas Brehme, der Siegtorschütze im Finale gegen Argentinien. Er fehlte beim Wiedersehen. Aber warum? Einige Weltmeister hätten sich entschuldigen lassen, berichtet Bild.de, Brehme hingegen nicht. Das sorgt für Unverständnis bei Lothar Matthäus, der sich und das Team laut Bild.de im „Stich gelassen“ fühlt.

Weltmeister unter sich: Pierre Littbarski, Klaus Augenthaler und Günter Hermann (von links nach rechts).
Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images/dpa
Weltmeister unter sich: Pierre Littbarski, Klaus Augenthaler und Günter Hermann (von links nach rechts).
 

Auch Torwart Illgner reiste zur Feier nicht aus Florida an. Und Jürgen Klinsmann, inzwischen Trainer der US-Auswahl, fehlte wegen des Gold Cups. Immerhin schickte der Ex-Stürmer eine SMS aus Nordamerika, wie Verbandschef Wolfgang Niersbach erzählte.

Thomas Berthold, Sepp Maier, Günter Hermann und Frank Mill (von links nach rechts) zeigen sich als entspannte Weltmeister.
Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images/dpa
Thomas Berthold, Sepp Maier, Günter Hermann und Frank Mill (von links nach rechts) zeigen sich als entspannte Weltmeister.
 

Am Ende machten fast drei Viertel des damaligen Nationalteams beim dreitägigen Trip inklusive Golfen und Weinverkostung mit. Niersbach wertete das sichtlich stolz als Erfolg. „Es ist wunderbar, diese Gemeinschaft wieder zu erleben“, sagte der frühere DFB-Pressechef.

Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer heißen die Weltmeister willkommen.
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Wolfgang Niersbach und Franz Beckenbauer in Redelaune.

Einen Déja-vu-Plan hatten die Organisatoren auch: Fast auf die Minute genau 25 Jahre nach der glorreichen Nacht von Rom stemmte Matthäus noch einmal den WM-Pokal in die Höhe, der ihm von einer feschen Südtirolerin im Dirndl überreicht wurde. Die Trophäe gab der Rekordnationalspieler dann artig weiter an seine Ex-Mitspieler.

Spaß haben sie auf jeden Fall: Hans Pflügler und Thomas Häßler (rechts).
Foto: Johannes Simon/Bongarts/Getty Images/dpa
Haben schöne Erinnerungen an damals: Hans Pflügler und Thomas Häßler (rechts)

Recht bald landete der Pokal auch auf dem Tisch von Beckenbauer, dem Vater des WM-Sieges, und das ohne amtlichen Fußballlehrer-Schein. „Ein richtiger Trainer warst du ja nicht“, witzelte Niersbach, was der „Kaiser“ unter dem Gelächter seiner früheren Schützlinge souverän und in typischer Franz-Beckenbauer-Art parierte: „I war dabei...“.

Sie wollen weiter in Erinnerungen schwelgen? Gerne. Den entscheidenden Final-Elfmeter nochmal zum Genießen:

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