Favoriten-Schreck : Schweden angriffslustig: «Sind immer noch hungrig»

Schwedens Albin Ekdal (unten) feiert mit den Fans. /Bildbyran via ZUMA Press
Schwedens Albin Ekdal (unten) feiert mit den Fans. /Bildbyran via ZUMA Press

Niederlande, Italien, Deutschland: Die Liste der von Schweden vor und bei der Fußball-WM überflügelten Teams ist prominent. Vor dem Achtelfinale gegen die Schweiz schwindet deswegen auch die skandinavische Zurückhaltung.

shz.de von
28. Juni 2018, 11:22 Uhr

Mit der schwedischen Zurückhaltung ist es vor dem WM-Achtelfinale gegen die Schweiz vorbei. «Wir sind immer noch hungrig», sagte HSV-Profi Albin Ekdal nach dem Gruppensieg vor Mexiko, Südkorea und dem tief gestürzten Weltmeister.

«Wir haben Deutschland fast geschlagen, wir haben Mexiko geschlagen, die gegen Deutschland gewonnen haben. Wir haben Frankreich geschlagen. Ich sehe keinen Grund, weshalb wir nicht weiterkommen sollten. Mit etwas Glück und unserer verdammten Stärke ist das Ziel, dass wir das nächste Spiel gewinnen, und das danach auch», sagte er nach dem 3:0 gegen Mexiko.

Durch den Gruppensieg erarbeitete sich das Team die Startberechtigung für die vermeintlich leichtere Hälfte des Turnierbaums. Bevor die Mannschaft davon aber möglicherweise profitieren kann, geht es am Dienstag (16.00 Uhr MESZ) in St. Petersburg gegen die Schweiz. «Solange wir weiter als Team arbeiten, zusammen kämpfen, sind wir schwer zu schlagen», sagte Kapitän Andreas Granqvist, der mit seinem beinhart erzielten zweiten Elfmetertor bei dieser Fußball-WM gegen Mexiko für die Entscheidung sorgte.

Bei nur eineinhalb Stunden Flugzeit von Stockholm hoffen die Schweden zudem auf große Unterstützung ihrer Fans. «Wir haben uns gegen den Weltmeister durchgesetzt, wir machen jetzt einfach weiter. Der Einzug in die nächste Runde war nur ein erster Schritt», prophezeite Stürmer Marcus Berg. «Die Erwartungshaltungen steigen jetzt, auch bei mir persönlich. Wir haben gezeigt, zu was wir fähig sind. Jetzt gibt es keine Hindernisse mehr, nur noch Möglichkeiten.»

Von Zlatan Ibrahimovic gab es übrigens auch Stunden nach dem Erfolg noch keinen Kommentar. Dem nicht mehr berücksichtigten Superstar gehen aber auch die Argumente für weitere Sticheleien aus, schließlich war Schweden mit ihm zweimal in der Qualifikation für die WM gescheitert.

Das Selbstvertrauen seiner ehemaligen Teamkollegen ist inzwischen mindestens so groß wie sein eigenes. In der Qualifikation scheiterten die Niederlande in der Gruppe mit Schweden, in den Playoffs fand Italien keine Mittel gegen den skandinavischen Abwehrblock. Deutschland schied trotz des Sieges gegen Schweden doch noch aus. «Es ist schade für sie, aber das ist Karma», stichelte Berg vor der Rückreise nach Gelendschik am Schwarzen Meer mit Blick auf die deutschen Provokationen nach dem 1:2 in letzter Minute am Samstag.

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