Kuriose WM-Vorrunde : Rasierschaum, Persieing und ein Sex-Angebot

Die WM in Brasilien ist noch in vollem Gange. Aber die Vorrunde ist Geschichte. Grund genug, auf das zurückzublicken, was für Aufsehen sorgte. Vor allem abseits des Sports. Wussten Sie, dass Rihanna Klose-Fan ist?

shz.de von
27. Juni 2014, 12:30 Uhr

Der Salto-Klose

Deutschland gegen Ghana, 70. Minute. Klose wird eingewechselt. Deutschland liegt mit 2:1 hinten. Eine Minute später. Ecke von links von Toni Kroos getreten. Der Ball kommt in den Strafraum, wird per Kopf von Benedikt Höwedes verlängert und Miro Klose macht sein 15. Tor bei einer WM. Was folgt ist der Salto des bis dato Reservisten. Der misslingt zwar, aber dafür holt Deutschland am Ende einen Punkt. Danke, Miro!

Rihannas Klose-Liebe

Auch US-Sängerin Rihanna Fan von Klose. „My Nigga Klose“ twitterte sie nach seinem Treffer zum 2:2. Frei übersetzt heißt das so viel wie „Mein Mann Klose“.

Bereits vorher bekannte sich der Pop-Star zu ihrer Fan-Liebe zum 36-Jährigen. „Da German bae #Klose“ twitterte Rihanna inklusive einem Foto von ihr und Miro. Das englische Wort „Bae“ heißt „Babe“. Klose ist also Rihannas Liebling.

Der lässigste Linienrichter

Spanien gegen Chile: Der Weltmeister fährt nach einer 2:0 Niederlage nach Hause. Der kanadische Linienrichter Joe Fletcher wird ein Internet-Star. Was war passiert? Kurz vor dem Einmarsch in die Arena begrüßte der FIFA-Funktionär Anthony Baffoe die Akteure. Zunächst reichte er Casillas die Hand, danach wäre Fletcher drangewesen, der neben Casillas stand. Der Lininerichter streckte Baffoe die Hand hin und wurde vom FIFA-Offiziellen knallhart ignoriert. Baffoe ging direkt weiter zum chilenischen Torwart und schüttelte diesem die Hand. Die Reaktion Fletchers, von einem Journalisten mit dem Smartphone auf Video gebannt und auf Twitters Videoplattform Vine veröffentlicht, machte den Linienrichter binnen weniger Stunden zum gefeierten Star.

Der Rasierschaum für den Rasen

Das Freistoß-Spray der WM besteht aus etwa 20% Butangas, 1% Tensiden und 2% anderen Substanzen, der Rest (knapp 80%) ist Wasser. Das Freistoßspray soll dem Schiedsrichter dabei helfen, dass alle Spieler bei Freistößen die vorgeschriebene Distanz von 9,15 Metern zum Freistoßschützen einhalten. Der Unparteiische markiert damit die Stelle, an der der Freistoß ausgeführt wird, und die Linie, die die Spieler in der Mauer nicht übertreten dürfen. Zwischen 20 Sekunden und zwei Minuten dauert es, bis das Spray rückstandslos verschwunden ist.

Kameruns Streit auf dem Platz

Handgreiflichkeiten sind auf dem Fußballplatz nichts Ungewöhnliches. Dass ein Spieler aber gegen einen Teamkollegen vorgeht, ist hingegen seltener. Passiert ist das in der WM-Vorrunde: In der Partie gegen Kroatien geraten Kameruns Benoit Assou-Ekotto und Benjamin Moukandjo aneinander. Ersterer verpasst Moukandjo eine Kopfnuss – und der schlägt zurück. Kameruns Fußball-Verband (Fecafoot) fand das gar nicht komisch: „Fecafoot ist gegen Gewalt abseits und auf dem Spielfeld“, schrieb der Verband auf seiner Homepage.

Persieing – der fliegende Holländer

Nach seinem sehenswerten Kopfballtreffer gegen Spanien hat der Niederländer Robin van Persie durch seine Flugeinlage einen Twitter-Trend losgetreten. Dem Stürmer werden Superkräfte zugesprochen und wie folgt in Szene gesetzt:

Das Persieing ist der neueste Twitter-Trend.
Foto: Screenshot / twitter.com
Das Persieing ist der neueste Twitter-Trend.

Weltweit fotografieren sich Menschen in der Pose, in der er das Tor erzielte:

XXL-Sitze per Gesetz

Erstmals in einer Weltmeisterschaft gibt es in den WM-Stadien extra groβe Sitze für dicke WM-Fans. Die XXL-Sitze sind fast doppelt so breit und halten statt 120 kg satte 250 kg aus. Der Grund: Brasilien zählt zu einem der dicksten Länder der Welt. Die extra groβen Sitze sind aufgrund eines brasilianischen Gesetzes im Stadion verbaut. Übergewichtige Menschen genieβen in Brasilien - ähnlich wie Behinderte - einen besonderen Schutz.

Das unglücklichste Einlaufkind der WM

Absicht kann man Lionel Messi nicht unterstellen, aber vor dem Spiel gegen Bosnien-Herzegowina brach Argentiniens Superstar, der als sehr bescheiden und alles andere als abgehoben gilt, einem Einlaufkind – sie begleiten die Spieler auf den Platz – wohl das Herz. Der Kapitän der Nationalmannschaft ging in den Katakomben auf die Schiedsrichter zu, um sie zu begrüßen. Doch er übersah den kleinen Jungen, der sich neben die Unparteiischen stellte, seine Hand ausstreckte und sich einen Handschlag von Messi wünschte. Den erhielten aber nur die Schiris. Hätte der Superstar doch bloß auch nach unten geschaut. Noch bitterer: Als das Kind enttäuscht wieder weggeht, sieht Messi einen anderen Jungen – und schüttelt ihm die Hand.

Vorbildliche Reinigung

Japans Fußballfans feiern und räumen danach auf: Mit blauen Mülltüten sorgten japanische Fans trotz der Nullnummer im WM-Gruppenspiel gegen Griechenland für außergewöhnliche Stimmung. Doch die große Überraschung folgte mit Abpfiff der Partie in Natal. In den mitgebrachten Säcken wurde der Unrat auf den Tribünen im Japan-Block eingesammelt.

Die Japaner räumten nach dem ersten Gruppenspiel ihren Block wieder auf.
Foto: Twitter
Die Japaner räumten nach dem ersten Gruppenspiel ihren Block wieder auf.

Uruguays Suarez – der Beißer

Das Spiel zwischen Italien und Uruguay wird vor allem wegen einer Szene in der 80. Minute in Erinnerung bleiben: Wie von Sinnen bohrte Uruguays Angreifer seine Zähne in die Schulter von Gegenspieler Giorgio Chiellini. Das sorgte natürlich auch auf Twitter für viel Aufsehen. Die Nutzer hatten für die Suarez-Aktion jede Menge Hohn und Spott übrig – und zeigten sich teilweise sehr kreativ und twitterten Fotomontagen von dem beißenden Fußballer.

Fiese Schwarzmarkt-Tricks

Die Polizei in Sao Paulo ermittelt offenbar in einem besonders dreisten Fall von Ticketbetrug. Nach einem Bericht der englischen Zeitung „The Telegraph“ werden TV-Bilder und Fotos aus sozialen Netzwerken ausgewertet. In den Szenen und auf den Bildern sind Zuschauer zu sehen, die während der Auftaktpartie der WM in Brasilien zwischen dem Gastgeber und Kroatien plötzlich aus ihren Rollstühlen aufsprangen. Die Polizei vermutet nun, dass diese Fans die für Behinderte vorgesehenen Tickets auf dem Schwarzmarkt erworben haben. Zudem sollen junge Menschen auf extra für Senioren reservierten Plätzen gesichtet worden seien.

Fans haben Tickets für einen Rollstuhlplatz, stehen dann aber wie durch ein Wunder auf. Es wird wegen Betruges ermittelt.
Foto: Twitter
Fans haben Tickets für einen Rollstuhlplatz, stehen dann aber wie durch ein Wunder auf. Es wird wegen Betruges ermittelt.

Wir haben dieses Mal keine Hymne für dich

Ein defektes Tonkabel ist ursächlich für die Hymnen-Panne beim WM-Gruppenspiel zwischen Frankreich und Honduras gewesen. „Das Problem wurde noch im Lauf des Spiels behoben”, teilte man von offizieller Seite mit. Beim nächsten Spiel in Porto Alegre zwischen Holland und Australien hörte man dann auch wieder die Hymnen. Der kleine Fauxpas sorgte dennoch für Entrüstung. „Eine Nationalhymne ist etwas sehr Wichtiges. Wir spielen bei der WM, wir repräsentieren unser Land”, sagte Frankreichs Torhüter Hugo Lloris

Chilenischer Pornostar verspricht Sex für Tore

Die chilenische Pornodarstellerin Marlen Doll versprach ihren Fans bei einem Sieg über Spanien Sex mit ihr. „Ich verspreche euch 16 Stunden Sex, wenn Chile gewinnt", schrieb Marlen Doll ihren etwa 67.000 Twitter-Fans. Bereits nach dem Auftaktsieg gegen Australien am Samstag hatte sie ihre Fans mit zwölf Stunden Sex erfreut und versprochen, ihre Aktion fortzusetzen. Wie die 16 Stunden nach dem 2:0-Sieg – das Foto zeigt Chiles Star Eduardo Vargas nach seinem Treffer zum 1:0 – waren ist bisher noch nicht bekannt. Wer dabei sein will: https://twitter.com/marienchilena

Weil Trikot-Tausch zu langweilig ist

Der Ex-Schalker Ivan Rakitic und Stephane Mbia haben bei der WM in Brasilien für Aufsehen gesorgt. Der kroatische Mittelfeldspieler und der Außenverteidiger aus Kamerun (beide FC Sevilla) tauschten nach dem Gruppenspiel bei der WM in Manaus nicht nur die Trikots – sondern auch die Hosen.

Das Arsch-Maskottchen

Die Brasilianer haben es mit der Wahl ihres WM-Maskottchens ja wirklich gut gemeint. Ausgewählt wurde nach peniblen landesweiten Sympathiewerteabfragen durch eine Werbeagentur das Kugelgürteltier. Im Portugiesischen „Tatu-bola“. Daraus wurde „Fuleco“. Das liest sich nicht nur besser, sondern ist auch eindeutig gut gemeint. In „Fuleco“ vereinen sich „futebol“ für Fußball und „ecologia“ für Ökologie. Damit soll auf die Gefährdung des Gürteltieres aufmerksam gemacht werden. Dann noch die Verbindung mit dem Ball. Toll. Beschlossen also, veröffentlicht, gefeiert, verbreitet, in der Welt. Das Problem aber ist, dass „Fuleco“ als brasilianisches Slangwort längst gibt. Nachzulesen in Wörterbüchern, findet unter Fuleco das Wort Anus, also schlicht und einfach Arsch.

Die sicherste Treppe ins Stadion

Schon vor Beginn der Weltmeisterschaft sorgte der Zustand der Stadien in Brasilien für großen Ärger. Es wurde klar, dass manche der Spielstätten nicht rechtzeitig fertig werden würden. So auch das Maracana-Stadion. Man entschied sich daher für eine Treppe der besonderen Art:

Krasse Fehlentscheidungen

Elfmeter, die keine waren, Elfmeter, die welche gewesen wären. Dazu Abseitstore, bei denen nur der Unparteiische einen Regelverstoß erkannt haben. Bei der WM in Brasilien gibt es viele Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. So werden zum Beispiel dem Mexikaner Giovani dos Santos zwei Treffer von Schiedsrichter Wilmar Roldan (Kolumbien) wegen Abseits aberkannt. Beide Male ist die Entscheidung falsch. Schiedsrichter-Assistent Humberto Clavijo wird danach aus Roldans Gespann gestrichen. Er spielt bei der WM keine Rolle mehr.

Das offizielle Facepalm-Logo der WM

Häufige Internet-Nutzer werden es sofort erkennen. Das offizielle Logo der WM 2014 in Brasilien ist nicht etwa der schick illustrierte Fifa-WM-Pokal sondern eine Geste, die im Internet häufig verwendet wird, wenn man Inhalte lächerlich, falsch oder dumm findet: der Facepalm. Der Begriff aus dem Internetjargon setzt sich aus Face (Gesicht) und Palm (Handfläche) zusammen. Es ist das Pendant zur deutschen Redewendung „sich an den Kopf fassen“.

Das Logo erinnert an die Geste aus dem Internetjargon: Facepalm.
Foto: Screenshot/ 9gag.com
Das Logo erinnert an die Geste aus dem Internetjargon: Facepalm.
 
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