Turnier-Halbzeit : Positives WM-Zwischenfazit - Fairplay-Wertung verteidigt

Die Gelben Karten fließen ind die Fairplay-Wertung ein.
Die Gelben Karten fließen ind die Fairplay-Wertung ein.

Die Veranstalter zeichnen vor Start der K.o.-Runde ein rundum positives Bild der Fußball-WM in Russland. Auch die Diskussion um die Fairplay-Wertung kann das Fazit der FIFA nicht trüben. Angaben zu brisanten Themen bleiben allerdings vage.

shz.de von
29. Juni 2018, 14:44 Uhr

Volle Stadien und keine größeren Vorfälle - die FIFA hat WM-Gastgeber Russland ein rundum positives Zwischenzeugnis ausgestellt. Die Debatten um russisches Doping, mögliche Hooligan-Ausschreitungen und Boykotts von westlichen Politikern sind vorerst an den Rand gedrängt.

Auch durch die Diskussion um den Sinn der Fairplay-Wertung ließen sich die Veranstalter ihr rosarot gezeichnetes Fazit der Vorrunde nicht trüben. Die FIFA verteidigte das umstrittene Kriterium, wollte aber noch nicht definitiv bestätigen, dass auch bei der kommenden WM 2022 in Katar Gelbe Karten über das Weiterkommen entscheiden können. «Wir werden das nach dem Turnier überprüfen und schauen, wie der Stand ist. Wir können aber nicht sehen, warum diese Regel geändert werden sollte», sagte Colin Smith, Direktor der FIFA-Wettbewerbsabteilung, beim ersten Medien-Briefing des Turniers.

Erstmals bei dieser WM wird bei punkt- und torgleichen Teams die Zahl der Verwarnungen und Platzverweise verglichen. Senegal verpasste den Sprung ins Achtelfinale, weil die Afrikaner zwei Gelbe Karten im Turnier mehr kassiert hatten als Japan. Das führte dazu, dass Japan im Stile von Deutschland und Österreich beim berühmten Nicht-Angriffspakt von Gijon 1982 keine Bemühungen in Richtung gegnerisches Tor unternahm.

ORGANISATION

Insgesamt sei das Turnier eine hervorragende Veranstaltung, schickte FIFA-Vertreter Smith als Kompliment an WM-Organisationschef Alexej Sorokin. «Wir freuen uns sehr, wie die WM läuft», erklärte auch der russische Funktionär. «Die Infrastruktur funktioniert, die Fan-ID wird gut angenommen. Alle unsere Pläne sind aufgegangen, dazu ist die Atmosphäre hervorragend.»

ZUSCHAUERZUSPRUCH

Die Auslastung der Stadien liegt nach Angaben der Organisatoren bei rund 98 Prozent. Die Zuschauerzahl ist in der Vorrunde aber auch durch kleinere Stadien im Vergleich zum Turnier 2014 in Brasilien deutlich gesunken. Die 48 Gruppenspiele wurden demnach von 2 178 894 Menschen verfolgt, pro Partie kamen 45 394 Zuschauer ins Stadien. Während der Vorrunde vor vier Jahren waren es noch 51 133 Fans pro Spiel. Nach Angaben der FIFA wurden bislang 72 000 Tickets an deutsche Anhänger verkauft - nur in die USA und nach Brasilien gingen mehr Karten.

Das weltweit meistgesehene Spiel war laut FIFA die 0:1-Niederlage von Deutschland gegen Mexiko, das Vorrundenduell verfolgten 215 Millionen Menschen in 40 Ländern.

FAN-ID

An Zuschauer in Russland wurden 1,6 Millionen so genannte Fan-IDs ausgeteilt, davon 750 000 an ausländische Fans. Niemals seien zuvor so viele Menschen aus anderen Ländern in Russland gewesen, schwärmte Sorokin. Die Frage, was mit den gesammelten Daten nach der WM geschieht, beantwortete er allerdings ausweichend und erklärte lediglich: «Unsere Behörden werden alle Regeln einhalten.»

DOPING

Für Zahlen zu Anti-Doping-Tests war auf den per Bildschirm präsentierten FIFA-Statistiken kein Platz vorgesehen. Auf Nachfrage erklärte der Weltverband, dass vor der WM 2761 Proben vom 1. Januar bis 13. Juni genommen worden seien. Diese seien alle negativ ausgefallen, jeder Spieler sei im Turnier mindestens einmal getestet geworden. Genaue Angaben für die Zeit während des Turniers oder wie viele Tests außerhalb des Wettbewerbs genommen wurden, gab es zunächst nicht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert