Zukunft vom Mexiko-Coach offen : Osorio attackiert Neymar: «Eine Schande für den Fußball»

Neymar windet sich mit verzerrtem Gesicht am Boden, während Schiedsrichter Gianluca Rocchi (2.v.l.) versucht die Gemüter zu beruhigen.  
Neymar windet sich mit verzerrtem Gesicht am Boden, während Schiedsrichter Gianluca Rocchi (2.v.l.) versucht die Gemüter zu beruhigen.  

Mexikos Trainer Juan Carlos Osorio hat Brasiliens Superstar Neymar nach dem WM-Achtelfinale hefig attackiert: Seine Mannschaft habe lange Zeit sehr gut gespielt. «Aber leider haben wir viel Zeit verschwendet wegen eines Spielers.»

shz.de von
02. Juli 2018, 20:32 Uhr

«Es ist eine Schande für den Fußball», sagte Osorio, ohne Neymar beim Namen zu nennen. «Dadurch haben wir unseren Rhythmus verloren. Das ist ein schlechtes Beispiel für die ganze Welt und all die Kinder vor dem Fernseher. Es sollte nicht so viel Schauspielerei geben», klagte der mexikanische Coach. «Es gab eine Phase, wo das Spiel vier Minuten unterbrochen war. So etwas darf es nicht geben.»

Neymar hatte Brasilien mit einem Tor und einer Vorlage für den zweiten Treffer des Ex-Hoffenheimers Roberto Firmino zum 2:0 (0:0) im Achtelfinale gegen Mexiko geführt. Allerdings war der 26-Jährige erneut auch durch viel Theatralik aufgefallen.

In der zweiten Halbzeit war der Mexikaner Miguel Layun in einer Unterbrechung dem am Boden liegenden Neymar auf den Fuß getreten. Da sich Neymar danach minutenlang auf dem Boden krümmte, als sei er schwer verletzt, verzichtete Schiedsrichter Gianluca Rocchi aus Italien auf eine Karte für den Mexikaner.

Angesprochen auf diese Szene und die scharfe Kritik von Osorio verhinderte Brasiliens Coach Tite eine Antwort Neymars in der Pressekonferenz. «Trainer sprechen mit und über Trainer, Spieler mit und über Spieler», sagte Tite. Kurze Zeit später äußerte sich Neymar aber doch noch über die Gesamtsituation. «Ich denke, es ist mehr ein Versuch, mich zu beschädigen», sagte er zu den Diskussionen über sein umstrittenes Verhalten. «Ich mache mir nicht viel aus Kritik und Lob. Das kann einen beeinflussen. Ich weiß, dass es noch ein bisschen braucht bis zu meiner alten Form, aber ich bin sehr zufrieden mit dem Spiel und dem Einzug ins Viertelfinale», sagte Neymar.

Seine Zukunft hat Osoria nach dem Aus gegen Brasilien offen gelassen. «Was jetzt passiert, ist das Unwichtigste. Wir haben gerade ein sehr wichtiges Spiel verloren, das schmerzt sehr», sagte der Trainer in Samara nach dem 0:2 (0:0). Osorio hatte vor der WM heftig in der Kritik gestanden. Nach dem Auftaktsieg gegen Deutschland und dem Erreichen des Achtelfinales hatte sich die Stimmung in Mexiko aber gedreht. «Wir werden sehen, was passiert», sagte der Kolumbianer.

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