Mitsing-Debatte auf Twitter : Nationalhymne: Das Schweigen von Özil, Boateng und Khedira

Dass deutsche WM-Spieler die Hymne nicht mitsingen, sorgt bei Twitter für Aufregung. Auch Helene Fischer spielt eine Rolle.

shz.de von
04. Juli 2014, 11:54 Uhr

Wenn Deutschland am Abend im WM-Viertelfinale gegen Frankreich antritt, geht es um Fußball. Aber nicht ausschließlich. Wie vor jedem Spiel werden so manche Zuschauer vor dem Fernseher darüber diskutieren, warum Boateng, Khedira und Özil – falls sie in der Startelf stehen – die Nationalhymne nicht mitsingen. Auch auf Twitter sorgt die Diskussion, die bei jedem Turnier wieder aufkommt, für Aufregung. 

Die Debatte darüber, dass Özil, Khedira oder Boateng die Nationalhymne nicht mitsingen, entzündet sich vor allem daran, dass es sich um Spieler mit Migrationshintergrund handelt:

Die einen regen sich über das Nicht-Mitsingen auf, die anderen über die Empörung darüber:

Vielleicht möchten Özil und Co. einfach ein anderes Lied singen, vermutet dieser Twitterer, den die Debatte ebenfalls nervt. Eine Alternative gäbe es, meint ein Twitter-Nutzer – und bringt damit ein bisschen Humor in die oft so bitterernst geführte Diskussion. Zumindest sollen die deutschen Nationalspieler ja Helene Fischers "Atemlos" im Mannschaftsbus mitgegrölt haben.

Interessant ist ein Blick in die Vergangenheit: Als Deutschland 1974 Weltmeister wurde, zeigten sich alle deutschen Spieler als Mitsing-Verweigerer. Beckenbauer, Breitner und Co. verfolgten die Hymne regungslos. Das greift dieser Twitterer – inklusive des Videobeweises – auf:

Paul Breitner fühlte sich sogar negativ beeinflusst von der Musik aus der Feder von Joseph Haydn. Seine Konzentration sei dadurch gestört, sagte er. Die Folge: Er wurde vom DFB für drei Länderspiele gesperrt. Auch Stefan Effenberg bekam einmal Ärger wegen Stillschweigens. Oder eher gesagt wegen seiner Mundbewegungen. Der Ex-Profi zog es vor, auf einem Kaugummi zu kauen anstatt die Nationalhymne mitzusingen. Er bekam vom DFB dafür eine Rüge. „Was machen wir hier? Wir sind doch in erster Linie hier, um Fußball zu spielen", sagte Effenberg dem „Spiegel“ dazu.

Aber nun zurück in die Gegenwart: Die Brasilianer machen das vorbildlich, wenn sie voller Inbrunst ihre Hymne mitsingen, wie bei der WM im Vorrundenspiel gegen Kroatien – meint dieser Nutzer auf Twitter:

Und so hört sich das Ganze an:

Auch die kolumbianischen Spieler sind gute, oder zumindest laute Sänger. Wie die Brasilianer, zeigen sie ihre Stimmgewalt auch noch, nachdem die Musik erloschen ist. Oder vielmehr die Fans im Stadion:

Zu guter Letzt sei noch auf den Auftritt von Sarah Connor in der Münchener Allianz-Arena erinnert. Als sie 2005 in München vor einem Länderspiel im Stadion die deutsche Nationalhymne singen durfte, lag die Sängerin textlich daneben. Vor 66.000 Zuschauern sang sie „Brüh im Lichte dieses Glückes...“ anstatt „Blüh im Glanze“.  Manchmal ist Schweigen eben doch Gold.

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