Test gegen Weltmeister : Mini-WM für Alpenkicker: Mit Teamchef Foda auf Rekordkurs

Franco Foda ist der Trainer der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. /APA
Franco Foda ist der Trainer der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. /APA

Erst den WM-Gastgeber besiegt, nun kommt der Weltmeister und dann der Rekordchampion. Österreichs Fußballer verfolgen die Titelkämpfe in Russland nur am Fernseher und veranstalten ihre eigene Mini-WM. Der Mainzer Franco Foda steht als ÖFB-Teamchef vor einem Rekord.

shz.de von
01. Juni 2018, 17:52 Uhr

Dank Franco Foda ist Österreichs Fußball-Nationalmannschaft nach vier Siegen in Serie auf Rekordkurs - an diesem Samstag (18.00 Uhr) will das ÖFB-Team in Klagenfurt auch Weltmeister Deutschland ärgern.

Mit dem gebürtigen Mainzer Foda legte die Auswahl die zweitbeste Startbilanz eines Trainers in der ÖFB-Historie hin; in diesem Jahr kassierte die Mannschaft noch kein Gegentor. Nach dem 1:0 gegen WM-Gastgeber Russland wartet auf die Österreicher nun die Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw, bevor es am 10. Juni zum Duell mit Rekordweltmeister Brasilien kommt.

«Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass es gelungen ist, diese drei Topgegner nach Österreich zu holen. Solche Spiele bieten die Chance auf Weiterentwicklung», sagte ÖFB-Präsident Leo Windtner. Für die Spieler, die die Titelkämpfe in Russland nur am Fernseher verfolgen, ist es eine Art Mini-WM. «Ich denke, wenn es in Russland losgeht, wird es noch einmal wehtun. Die WM ist ein großes Event, bei dem jeder gern dabei wäre. Aber nachweinen hilft nicht. Die beiden Spiele, die jetzt noch anstehen, sind auch geil», sagte Valentino Lazaro von Hertha BSC in einem Interview des «Tagesspiegel» (Freitag).

Lazaros Teamkollegen nutzen die Länderspiele gegen hochkarätige Gegner zur Selbstpräsentation. So wie zuletzt der Ex-Bremer Marko Arnautovic: Beim 1:0 gegen die Russen saß Trainer José Mourinho von Manchester United im Stadion und beobachtete seinen ehemaligen Schützling aus Inter-Mailand-Zeiten. Das kann Foda nur recht sein. «Marko kann in jeder Top-Mannschaft spielen, auch bei Manchester United, weil er einfach die Qualität hat», sagte der ÖFB-Teamchef.

Allerdings musste der Stürmer von West Ham United schon am Donnerstagabend das Training nach einem Schlag aufs Schienbein vorzeitig beenden. Auch am Freitag verpasste der Ex-Bremer fast die gesamte Einheit. Sein Einsatz ist sehr fraglich.

Bayern-München-Verteidiger David Alaba, der zuletzt immer wieder mit Rückenproblemen kämpfen musste, rechnet indes nach seiner Einwechslung gegen Russland beim Länderspiel gegen seine zahlreichen Münchner Mannschaftskollegen mit einem Startelf-Einsatz. «Natürlich müssen wir gegen Deutschland noch ein Level höher gehen, um da mitzuhalten. Aber es war ein Schritt nach vorne», sagte Alaba nach dem Russland-Sieg.

Die Deutschen haben an Klagenfurt keine so guten Erinnerungen. Bei der EM 2008 verlor man im Wörthersee-Stadion 1:2 gegen Kroatien. Die Österreicher hingegen haben die letzten drei Partien dort allesamt gewonnen - zuletzt im März mit 3:0 gegen Slowenien.

Ex-Nationalspieler Foda, der 1987 zu zwei Länderspieleinsätzen im DFB-Trikot kam, ist für die Nachbarn ein Glücksfall. «Nach der EM gab es eine Down-Phase. Aber mit dem neuen Teamchef haben wir wieder so eine Chemie in die Mannschaft bekommen, dass man sagen kann: Da wächst was», lobte Lazaro. Nur am Akzent erkennt man den Deutschen noch, obwohl er seit 1997 fast ununterbrochen in Österreich spielte und trainierte. «Er redet noch wie ein Deutscher. Und er bringt die deutsche Mentalität ein», betonte Lazaro.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert