Im Amt seit 2006 : Löw: Nie mit Bundestrainer-Job gerechnet

Joachim Löw wurde bei seinem Job als Bundestrainer nach eigenen Worten «relativ jung ins kalte Wasser geworfen».  
Joachim Löw wurde bei seinem Job als Bundestrainer nach eigenen Worten «relativ jung ins kalte Wasser geworfen».  

Joachim Löw hat vor seinem Amtsantritt nach der WM 2006 nie damit gerechnet, als Bundestrainer zu arbeiten.

shz.de von
16. Juni 2018, 07:01 Uhr

«Ich habe nicht mal eine Sekunde daran gedacht. Ich bin ja relativ jung ins kalte Wasser geworfen worden», sagte der DFB-Chefcoach im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dass er einmal die wichtigste Fußballmannschaft des Landes als Cheftrainer betreuen würde, lag bis zuletzt außerhalb seiner Vorstellungskraft.

«Ich hatte eine Idee, einen Plan, aber habe nicht immer die richtigen Lösungen gefunden, wenn es irgendwo gehakt hat. Es ging durch ein Wellental und ich war selber auf der Suche nach meiner Linie, nach einem Gesamtbild», berichtete Löw. «Das hat auch was mit Unerfahrenheit zu tun. Ich muss ehrlich sein: Wäre ich nicht gerade arbeitslos gewesen, hätte Jürgen (Klinsmann, damaliger Bundestrainer, d. Red.) mich ja auch gar nicht angerufen», sagte der Südbadener.

Klinsmann war 2004 Bundestrainer geworden und hatte Löw vor allem wegen dessen Stärken im taktischen Bereich zu seinem Co-Trainer gemacht. «Und auch als er mir 2006 gesagt hat, dass er nicht weitermacht, dachte ich, dass es für mich ebenfalls in eine andere Richtung weitergeht, dass ich wieder einen Club übernehme», erklärte Löw nun nach zwölf Jahren als Bundestrainer.

Inzwischen gehört Löw zu den prominentesten Menschen des Landes, diniert mit Bundeskanzlerin Angela Merkel – und bekommt dort sogar sein Lieblingsessen serviert. «Ich habe der Kanzlerin mal nebenbei gesagt, dass ich gerne Cordon bleu mag – mit Pommes oder Bratkartoffeln. Seitdem gibt es immer Cordon bleu mit Bratkartoffeln, wenn wir im Kanzleramt sind. Und der Koch macht das wirklich überragend.»

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